Blog-Archive

Danke für die Magie!

25.06.2025 ev

Am Samstag war der letzte Tag des EarthArtSky Witchcamps zum Thema Tarot. Nach einer abenteuerlichen Rückreise auf Neu-Ulm komme ich nun langsam wieder im Berliner Alltag an.

Ich bin wieder einmal zutiefst berührt von der Wirkkraft der Magie, getragen von der Gemeinschaft. Es ist stets gut an sich, der persönlichen Entwicklung und der persönlichen Beziehung zu Magie zu arbeiten. Aber Rituale in einer vertrauensvollen Gemeinschaft können so viel mehr Intensität und Impulse geben. Sie bereichern nicht nur die persönlichen Erfahrungen, sondern ach das Herz. Neue Beziehungen knüpfen sich, neue Begegnungen können vertieft werden und es ist möglich sich im Gegenüber zu spiegeln. Noch immer stehe ich unter den wunderbar mannigfachen Eindrücken der gemeinsamen Hexenwoche.

Danke an alle, die dieses wunderbare Event möglich gemacht haben! Danke an EarthArtSky, die ihr Haus zur Verfügung gestellt haben! Danke allen für eure Magie!

Altarschmuck aus einem aufgearbeiteten, alten Tarotbuch.

Angst und Wut

22.05.2025 ev

Die Situation ist angespannt. Konflikte liegen in der Luft. Die Energien flimmern. Die Dinge geraten aus dem Ruder. Ich fühle Ohnmacht. Was geschieht nur?

Angst steigt in mir auf. Verlustangst. Angst meinen Halt zu verlieren. Angst meine ehrliche Meinung zu sagen. Angst davor, dass ich ins Abseits gedrängt werde. Angst meine Wurzeln zu verlieren. Ich fühle mich unterlegen.

Es steigt in mir auf. Unvermeidlich. Unabdingbar. Es brennt wie Feuer. Mein Herz rast. Der Blutdruck schnellt nach oben. Irgendwann platzt mir der Kragen. Ich bin wütend! Man hat mich verletzt! Man ist mir auf die Füße getreten! Ich fühle mich gedemütigt und geschlagen!

Und hier, genau an diesem Punkt – dann, wenn ich am schwächsten bin, am verletzlichsten – stehe ich vor einer Weggabelung.
Ich bin so wütend! Zorn steigt in mir auf. Ich möchten um mich schlagen, verletzen, zeigen wer ich bin. Mit mir kann man das nicht machen! Mein Zorn wallt auf und wird zu Haß.
Du hast mich verletzt!
Du hast mich bloß gestellt!
Du hast es verdient meinen Zorn zu spüren zu bekommen!
Ich hasse Dich für das, was Du mir angetan hast!
Wenn ich zurückschlage, dann hast Du es verdient!
Ich möchte schlagen!
Ich möchte beißen!
Ich will Dich mit meinen Worten verletzen!
STOP!

Wut führt zu Haß, Haß führt zu Leid. Und dieses Leid fügen wir nicht nur anderen zu. Die Kehle wird eng, das Herz versteinert, im Magen rumort es. Je mehr körperliche Beschwerden aufsteigen, umso mehr brodelt es. Entfesselte Wut zerstört blindlings und leider irreparabel.

Gehen wir also noch einmal ein paar Schritte zurück und sehen den Tatsachen ins Auge:
Wut ist ein intensives und schmerzhaftes Gefühl, es basiert darauf, dass meine Ängste getriggert werden. Und genau deshalb ist Wut so wichtig, denn sie zeigt mir auf, dass etwas um mich herum nicht stimmt. Sie zeigt mir unmissverständlich, dass es notwendig ist etwas zu verändern. Und dies zeigt sie mir durch Schmerz.

So sehr wir diesen Schmerz durch Reaktion und Aktion bekämpfen wollen, so wichtig ist es Inne zu halten. Zur Ruhe zu kommen. Einen klaren Kopf zu bekommen. Reaktionen in Wut führen zu Hass und zu Leid. Wir verletzen dabei nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Umgebung.

Es ist nicht leicht dem Zorn stand zu halten und ‚einen kühlen Kopf‘ zu bewahren. Es erfordert Selbstdisziplin und zugleich Erdulden des Schmerzes. Es erfordert das Bewahren von Ruhe und dennoch die Kraft aus dem Schmerz – hervorgerufen durch die Wut – zu lernen. Es erfordert den unabdingbaren Mut sich der Situation zu stellen und in die Transformation zu gehen. Dies bedeutet keineswegs Demütigungen von Außen zu ertragen, sondern die Konsequenzen daraus zu ziehen und die entsprechenden Veränderungen umzusetzen. 


Danke, dass ich erkennen darf.
Danke, dass ich lernen darf.
Danke, dass ich mich entwickeln darf.

In Bearbeitung, Curtis Nike

Künstlerherz

29.04.2025 ev

Es gibt verschiedene Formen von Schmerzen. Es gibt unfassbare Schmerzerfahrungen durch Gewalteinwirkung. Dies ist beispielsweise durch Unfälle oder durch verbrecherisches Handeln anderer Menschen möglich.

Aber es gibt auch andere Formen des Leidens: Es gibt alarmierende Schmerzen, sie weisen uns auf unseren Körper hin. Hier stimmt etwas nicht. Schau hin! Tue etwas! Gehe zum Arzt und lasse es abchecken. Hier kann der Schmerz ein Hilfsmittel sein, um uns zur Selbstfürsorge zu bewegen.

Darüber hinaus gibt es heilende Schmerzen, wie beispielsweise nach einer OP oder nach einem gerichteten Beinbruch. Dem Körper tut der Eingriff weh, zugleich wissen wir aber, dass der Schmerz ein Prozess auf dem Weg der Gesundung ist.

Über diese körperliche Ebene hinaus gibt es noch die seelischen Schmerzen, die unterschiedliche Ursachen haben können.

Künstlerherz, Acryl auf Zeichenpapier, Curtis Nike

Kaum jemand wird bezweifeln das Liebeskummer oder der Verlust eines geliebten Geschöpfes an den Tod mit zu den intensivsten Schmerzerfahrungen gehört. Der Schmerz kann uns regelrecht ‚verrückt‘ machen, nichts will uns mehr gelingen. Das Leben findet ohne uns statt. Die Welt außerhalb von uns wird uns fremd, wir gewinnen Abstand und sind mit unserem Schmerz allein. Auch wenn andere mit uns fühlen oder trauern, so müssen wir doch den Kummer auf unsere Art durchschreiten, um wieder Wurzeln ins Leben entwickeln zu können.
Traumatische Erfahrungen können ebenso wie seelische und neurologische Erkrankungen große Schmerzen verursachen. Oft sind dies Schmerzen, die von der Umwelt nicht unbedingt wahr genommen werden. Eine Depression schleicht sich ein und die betroffene Person kann noch eine ganze Weile im Lebensumfeld ‚funktionieren‘ und ihre gesellschaftliche Position bestreiten. Tatsächlich können depressive Menschen zu Hochleistungen auflaufen, wenn sie eine ‚manische‘ Phase haben. Früher hieß die Diagnose ‚Manisch-Depressiv‘, heute wird von einer bipolaren Störung gesprochen. Nicht selten werden depressive Episoden von den Betroffenen selbst als ‚Stimmungsschwankungen‘ abgetan. Nicht zuletzt, um in der Umwelt nicht aufzufallen oder zu funktionieren.

Aber auch seelischer Schmerz kann eine Aufforderung sein zum ‚Hinsehen‘, zum sich Auseinandersetzen (mit sich selbst), eine Aufforderung zur Selbstfürsorge.

Selbstfürsorge kann auf vielen Ebenen statt finden, sich Zeit zu nehmen einen Spaziergang zu machen, einfach mal eine Tasse Tee oder Kaffee trinken, ohne Smartphone in der Hand, sich selbst Blumen oder Pralinen gönnen, Kunst oder Sport betreiben können der Beginn eines Prozesses sein. Es wird allerdings mehr nötig sein, um durch die Schatten hindurch zu schreiten.

Das Herz des Künstlers braucht sowohl das Schöne in der Natur, als auch den inneren Konflikt und Schmerz, um sich zu entfalten. So kann Kunst nicht nur zur Darstellung von einem Werk oder Objekt werden, sondern auch zu ernsthaften Konfrontation mit den eigenen Seelentiefen.

Im Reich der Ran

Sunna, Sol, die Sonne. Zeichnung von Curtis Nike

26.04.2025 ev
Mein ganzes Leben lang habe ich gezeichnet und gemalt. Schon als Kind habe ich ganze Schulhefte mit Bildern gefüllt.
Mein Lieblingsmedium in den letzten Jahren war der Rapidograph bzw. Fineliner. Auf Papier brachte ich immer nur darstellende Bilder, meist in einem Comic-Stil mit Jugendstilelementen. Über all die Jahre habe ich meine Techniken immer mehr verfeinert und entwickelt. Ich habe dabei kaum noch bemerkt, wie das Zeichnen zu einer Routine wurde, die mich nicht mehr so ausfüllte, wie ich es mir vorstellte. Irgendwann ließ ich es sein. Auch das Schreiben stoppte nach und nach. Nicht zuletzt spürbar an diesem Blog.

Kreativität ist ein schöpferisches Grundbedürfnis. Sie drückt sich auf vielerlei Arten aus. Die einen kochen oder backen begeistert, andere drücken sich in Bewegung aus, in Tanz oder Musik. Wieder andere nutzen künstlerische Medien für kreative Prozesse.

Und dann gibt es die, bei denen Kreativität letztendlich in fast jeder Handlung liegt. Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Kreativität ist eine Form der Lebendigkeit und der Lebenskraft.

Schwindet die Kreativität, so schwindet die Lebensfreude. Dann ist es Zeit etwas zu tun.

Vor etwa einem Monat saß ich das erste Mal vor einer leeren Leinwand. Einfach so. Ich hatte sie mir günstig besorgt und wollte einfach mal schauen, was geschehen würde.

Die Leinwand starrte mich an, ich starrte zurück. Und dann tat ich etwas, was ich noch nie zuvor getan habe: Mit Farben, allein behandelt durch meine Händen und zerknülltem Verpackungsmaterial, ließ ich auf der Leinwand eine Explosion von Wasser und Farbe entstehen. Das unglaubliche geschah: Ran, die mächtige Herrscherin der dunklen Meere, die, welche die Ertrunkenen in die Tiefe zieht, starrte für einen Augenblick aus der Leinwand zurück.

"Im Reich der Ran", Acryl auf Leinwand, März 2025, Curtis Nike

„Im Reich der Ran“, Acryl auf Leinwand, März 2025, Curtis Nike

In der tiefsten Tiefe der See, da liegt das Reich der Ran. Nur die Ertrunkenen können dorthin gelangen. Und sie kehren nie wieder von dort zurück. Es ist der Seelengrund allen Seins. Wer hier einmal hinein geschaut hat wird verändert zurück kehren. Während ich mit den Farben arbeitete gewährte mir Ran einen Blick in diese Tiefe. In die tiefste Tiefe des Elements Wasser. Magie geschah. Transformation wurde möglich. Magie wirkte durch Kreativität. Ein tiefes Begreifen entstand in mir, ein Empfinden, welches mein Leben verändern wird. Ein Begreifen, dass sich nicht in Worte ausdrücken lässt. Allerdings in einem Resultat: Von nun an wird vieles anders!

Witchcamp 2025

16.12.2024

Es ist soweit!

Von Samstag, 14. Juni 2025 bis zum 21. Juni 2025
findet bei EarthArtSky in Vöhringen das Tarot-Witchcamp statt.

Ab sofort sind Anmeldungen möglich. Alle Infos zum Camp findes Du hier: https://camp.earthartsky.de

Du bist interessiert? Dann fordere Dein Anmeldformular am besten noch heute an bei info(at)earthartsky.de!

Ich freue mich mit Euch zusammen die Reise durch die Welten des Tarots zu beschreiten.

Tarot Reading, Fotografie: Saskia Stöhr