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Geschützt: Ritus – ein Film

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Kunst und Magie

04.02.2019

Ein Altar, welcher der Kunst dient.

Kunst und Magie fließen aus einer Quelle der kreativen Inspiration. Und gerade jetzt, um Imbolg oder Brigid herum, spüre ich dies stets sehr stark. Das Licht wird von Tag zu Tag stärker, das Herz öffnet sich dem kommenden Frühling und die Freude an der Kreativität erwacht aus der Winterruhe. Ich bin schon sehr neugierig was dieses Jahr an neuen Impulsen, Ideen und Geistesblitzen mit sich bringt. 

Für mich bedeutet kreativer Ausdruck auch stets offen für neue Impulse zu sein. Die Bereitschaft zu haben sich Projekten zu öffnen, die abseits der bisher eingelaufenen Wege liegen, ist die Abenteuerlust des Neugierigen. Und ich gehöre zu den besonders neugierigen und experimentierfreudigen Geschöpfen. Glücklich ist, wer Freunde hat, die diese Energie unterstützen.

Freunde zu haben bedeutet selbst bei den größten Experimenten stets Halt zu haben.

Was bei einem der kreativen Projekte beherzter, künstlerisch aktiver Menschen, die mich mit ins Boot geholt haben, heraus gekommen ist, dies werde ich Euch im Laufe dieser Woche hier im Blog in Form eines kleinen aber feinen künstlerischen Filmes zeigen. Die Verbindung zwischen Kunst und Magie, die künstlerische Darstellung ritueller Handlungen stehen hier im Fokus. Wer sich für dieses Projekt interessiert mag sich schon einmal folgendes merken: Mein nächster Beitrag wird für Euch unter dem Passwort ‚Ritus‘ zugänglich sein. 

Ich freue mich auf Euch und auf Euer Feedback! 

Solvitur quaestio?

19.12.2018

Es klingelt an der Tür. Ich stürze hin, denn wir erwarten unser Abendessen, welches wir uns bestellt haben. Ihr erinnert Euch: Wir befinden uns mitten in den Dreharbeiten zu einem magischen Filmprojekt. Vor Aufregung habe ich an diesem Tag nichts gegessen, wobei Thanis mich immer wieder mit Fudge versucht anzufüttern. Inzwischen ist es nach 21.00 Uhr, wir arbeiten also schon seit mehr als fünf Stunden und inzwischen verspüre sogar ich so etwas wie ‚Appetit‘. Ich öffne die Tür, lächelnd, doch der Sushi-Zusteller schreckt regelrecht zurück, erblassend. Scheu reicht er mir die Verpackungen und will fast gehen, ohne dass ich ihn bezahlt habe. Doch ich drücke ihm sein Geld in die Hand und er flüchtet ehe ich noch etwas Trinkgeld geben kann. Ich bin irritiert. Ich bin voll in meinem Element und vergesse dabei zuweilen, dass es Menschen gibt, die Angst vor den Energien haben, mit denen wir arbeiten. Für manch einen sind Hexen noch immer furchteinflößend.

Kunst oder Ritual? Am Ende wird dies der Betrachter selbst entscheiden müssen.

Energien… sie werden in Bewegung gesetzt und in der Magie durch Inszenierungen nutzbar gemacht. In einem Ritual übernehmen die Teilnehmer bestimmte Rollen, die sie ausfüllen. Je nachdem, welche Rolle sie gestalten lenken sie unterschiedliche Energien. Beim Ziehen des Kreises beispielsweise geht es darum durch den magischen Akt einen geschützten Raum zu schaffen. Doch nicht nur in der Magie werden Energien bewegt, auch im Alltag geschieht dies immer wieder. Ihr könnt das mal überprüfen: Sichtbar wird es besonders in der Küche, die nicht genutzte Küche hat eine komplett andere Energie, als eine Küche in der gekocht oder gebacken wird. Fühlbar wird es beim Tanzen: Fühle einmal in Dein eigenes Zimmer hinein und dann nimm Dir die Zeit, um zu Deiner Lieblingsmusik zu tanzen. Wie verändern sich Deine Schwingungen, wie verändern sich die Schwingungen des Raumes? 

Ein leuchtendes Pentagramm

Es geht auf Mitternacht zu, als die letzte Szene mit uns Hexen als Darstellerinnen im Kasten ist. Ein sehr inspirierender, lehrreicher aber auch anstrengender Tag neigt sich dem Ende entgegen. Erschöpfung macht sich in mir breit. Ich wechsel mein Ritualgewand gegen meine Hauskleidung ein und transformiere mich wieder in mein weltliches Leben hinein.
Was für ein unvergesslicher Tag! Am Ende bleibt nur eine letzte Frage im Raum: 
Aufgabenstellung gelöst? Ist es gelungen ein Ritual filmisch künstlerisch in Szene zu setzten? Und diese Frage können wir noch nicht beantworten. Denn erst im nächsten Jahr wird der Film sichtbar gemacht. Gegen Ende Januar könnte es diesbezüglich schon Neuigkeiten geben. Darauf bin ich schon sehr neugierig!

Rituelle Kunst – künstliche Rituale

15.12.2018

Rituale spielen in spirituellen und religiösen Kulten eine ausschlaggebende Rolle. Aber auch aus der Magie sowie dem Hexenwesen sind sie kaum weg zu denken. Doch was ist ein Ritual eigentlich? Unter ‚Ritual‘ versteht man eine nach vorgegebenen Strukturen aufbauende spezifische Handlung. Diese Handlung kann feierliche Formen haben. Oftmals haben rituelle Handlungen und Gesten eine besondere Symbolik. Ein Ritual kann Wortformen, Gesten und Bewegungen umfassen. Auch der Raum, in den rituelle Handlungen stattfinden, kann bestimmten Regeln oder Strukturen unterworfen sein. Insofern ist ein Ritual immer auch künstlich, Ritual kann somit also auch eine Form von Kunst sein.

Der Aufbau beginnt

Immer mal wieder erhalte ich Anfragen von Medien, die Projekte zum Thema ‚Hexen‘ vor haben. Meistens geht es darum ‚gleich morgen‘ für einen Film, eine Sendung oder einen Clip zur Verfügung zu stehen und am besten auch noch irgendwas mit ‚Ritualen‘ zu machen. Die meisten der Emails sind uninteressant für mich und erwecken zudem den Verdacht, dass es nicht darum geht ein Thema einfühlsam und kompetent zu bearbeiten. Meistens soll in erster Linie unterhalten werden, dies bedeutet dann leider magische Elemente reißerisch und medienwirksam in Szene zu setzen. Auch wenn ich Inszenierungen zuweilen liebe und gerne mal mit dem Zauberstab rumwedel, für so etwas stehe ich nicht zur Verfügung! Leider wird dem Thema ‚Hexen‘ in unserer Gesellschaft zuweilen immer noch mit Ressentiments begegnet. Ausdruck fand dies zum Beispiel in einer Email, die ich im Frühjahr erhielt. Hier hieß es, ‚ob ich nicht mal für eine Sendung irgendwas mit schwarzer Magie machen könne.‘ Ja, da fühlt man sich gleich ernst genommen…

Schrittweise entstehen Elemente des Altars.

Wie erfrischend anders war da eine Anfrage, die mich am Nikolausmorgen erreichte. Die Email stammte von der Regiestudentin Alison der Filmuniversität Babelsberg. Sie war nicht nur sehr freundlich formuliert, sondern es wurde gleich klar, dass es hier nicht um ‚Sensationsjournalismus‘ gehen würde, sondern um ein herausforderndes und spannendes Filmprojekt. Der für mich elektrisierende Satz lautete: „Gerne würde ich ein magisches Ritual auf künstlerische Weise filmen.“ – die Verbindung zwischen Kunst und Magie hat mich schon immer fasziniert und so überlegte ich nicht lange, sondern schlug Alison gleich ein Treffen vor. 

In der folgenden Woche traf ich mich mit Alison und ihrer Kamerafrau Laura. Schon nach wenigen Momenten war klar: Es passt! Je mehr ich von dem Projekt erfuhr, desto gespannter war ich auf die Herausforderung. Diesmal würde es nicht darum gehen eine für die Medien relevante Inszenierung für breites Publikum zu gestalten, im Gegenteil! Es würde vorderhand um das Lösen einer – meines Erachtens – ziemlich kniffligen Aufgabe gehen: Auf nur einer begrenzten Menge analoge Filmspule (etwa 11 Minuten) sollten Szenen eines Rituals künstlerisch miteinander verwoben werden. Und die Dreharbeiten konnten nicht länger als einen Tag dauern, dann müssten alle Szenen im Kasten sein. Aus dem so entstandenen Material würde dann am Ende ein Gesamtwerk werden.
Das war etwas ganz nach meinem Geschmack!
1. Etwas, was ich noch nie gemacht hatte.
2. Etwas von dem ich überhaupt keine Ahnung hatte.

3. Eine spannende Herausforderung, bei der ich etwas lernen konnte.

Keine Frage, da bin ich dabei! Und wie dieses Abenteuer verlief, dazu nächstes Mal.

Bleibt mir gewogen!

 

Die Zeit hinter der Zeit

05.08.2017

Wir glauben sie zu spüren; wir können sie jedoch weder sehen, noch riechen, noch schmecken. Und doch: Wir nutzen sie, um unser Leben zu organisieren, wir richten unsere Jahreskreisfeste nach ihr aus und sie ritzt Linien in unser Gesicht, in unsere Haut. Wir können sie messen und wir können sie einteilen, dies glauben wir zumindest. Denn es ist nicht einmal klar, ob sie überhaupt existiert. Alle Versuche, sie wissenschaftlich zu fassen, sind missglückt. Und inzwischen geht die Physik davon aus, dass es sie nicht gibt. Zumindest nicht in der Form, in der wir sie zu messen glauben. Zeit, wie wir sie vermeinen wahr zu nehmen, existiert nicht. Und wenn wir an den Pforten der Zeit stehen, dann betreten wir unerforschte Regionen und begeben uns somit in die Welt der Magie.

Der Kessel 4 mit Chronometer

So erstaunt es nicht, dass die vierte Ausgabe des Kessels sich diesmal „An den Toren der Zeit“ bewegt. Und auch diesmal bin ich mit gereist durch die magischen Welten und habe mich neuen Impulsen hingegeben. Einige Stunden – wir bleiben bei der illusionären Einteilung der Zeit, auch wenn sie sich real so nicht darstellt – habe ich mich durch die Augen einer Anderen auf die Pfade der Göttinnen dieser Welt begeben. Geleitet wurde ich durch Artedea, die mich in einem intensiven und erfrischendem Gespräch in ihre Welt führte. Entstanden ist aus dieser Begegnung ein Artikel, den ihr unter zahlreichen anderen, im neuen Kessel lesen könnt. Für mich persönlich war die Begegnung eine erweiternde, erfreuliche Erfahrung, eine Begegnung von Frau zu Frau, von Herz zu Herz, von Göttin zu Göttin. 

Begegnungen. Das ist es, was der Kessel Euch bieten kann. Die Zeitschrift für Naturverehrung, Vielgötterei, Magie und Hexenkunst ist für mich inzwischen aus dem neuheidnischen Spektrum kaum noch weg zu denken. Sich auf den Kessel einzulassen bedeutet sich vom Denken und Schreiben der Magier und Hexen unserer Zeit inspirieren zu lassen. Individuelle Standpunkte, neue Impulse, humorvolle Hinweise werden unterstrichen von künstlerischen Ausdrücken. Und dies alles in einer sehr edlen, aufwändigen Aufmachung und Gestaltung. Ich kann nur empfehlen: Gönnt Euch diese Zeitschrift, die mehr ein großes Buch als ein Heft ist. Es erwarten Euch wieder spannende, zum nachdenken anregende Artikel, inspirierende Bilder und Impulse für Körper, Geist und Hausgeist. Kräuterkunde und Rezepte gibt es ebenso wie Poesie und Philosophie. Als besonderes Bonbon gibt es diesmal einen Ausflug in die Welt einer Runen von Duke Meyer, der uns in die Magie der Zeit entführt. Oder war es gar nicht die Zeit? War es nicht vielmehr die Geschwindigkeit? Ist das überhaupt relevant? Und schon ist man mitten drin im Strom der Ereignisse – und ehe man sich versieht hat man sie durchschritten: Die Tore der Zeit. Was mag sich dahinter erstrecken?

Wenn auch Du den Mut hast Dich hinter die Fassade der sogenannten Realität entführen zu lassen, Dich einmal hinter das Denken des Menschen zu träumen, die Normen der Gesellschaft zu durchbrechen, so kann der Kessel ein erster Schritt in eine neue Zeit sein… oder so ähnlich.

Bleibt in Eurem Takt!