Stimmen aus der Krise

01.06.2020 ev

Langsam kommt die Gesellschaft wieder in Bewegung. Achtsam im Umgang miteinander geht es in den Sommer. In den letzten Tagen habe ich zahlreiche Zuschriften bekommen mit Anfragen, wann denn wieder Workshops, Treffen oder Stammtische der  Zaunköniginnen statt finden. Es scheint so, als würden viele in den Startlöchern stehen und sich nach Begegnungen sehnen.

Nun, für mich hat sich vieles verändert in der Krise und ich werde auch einige dieser Änderungen in meinem Leben umsetzen. In erster Linie bedeutet dies auch: Nach wie vor veranstalte ich keine Workshops, keine Treffen und keine Begegnungen. Dies gilt bis September. Zugleich möchte ich Euch zu einer kleinen Aktion aufrufen, teilt mir doch einmal mit wie die Krise bei Euch gewirkt hat, was sie bewirkt hat, was sie verändert hat und wie sie Euch bewegt hat. Was hat Euch durch geschüttelt? Was hat Euch motiviert? Was bleibt? Was seht Ihr für die Zukunft? Welche Fragen und Sorgen wurden aktiviert? Welche Hoffnungen und Motivationen blühen?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Eindrücke in Worten oder Bildern zusendet. Schreibt bitte dazu, ob es für Euch in Ordnung ist Eure Impressionen (auch in Auszügen) hier abzudrucken. Sei auch Du eine Stimme aus der Krise, Eure Zuschriften könnt Ihr an mich (Curtis.Nike(at)arcor.de) richten. Ich freue mich auf Deine Post!

Was blüht uns in diesem Sommer?

Tanz in den Mai

01.05.2020 ev

Der Duft von Räucherwerk erfüllt den Raum, Kerzen brennen, Musik erklingt und meine Füße bewegen sich über den Boden. Zunächst langsam, gelassen, dann immer schneller und schneller. Ich tanze.
Die Sonne geht unter, der Himmel scheint zu brennen und zeigt ein beeindruckendes Farbenspiel. Dann tost ein Unwetter los. Die Schleusen öffnen sich – lang ersehnter Regen prasselt hernieder. Und ich tanze und tanze – tanze allein in den Mai. Die aktuelle Weltlage lässt nichts anderes zu. Dennoch: Ich bin nicht alleine. Bei mir sind all die Menschen, die sich gemeldet haben, um bei der Herzenspost mit zu machen. 

Allein und doch in der Gemeinschaft: Der Altar zur Herzenspost.

Zahlreiche Zuschriften erreichten mich auf meinen Aufruf zur Herzenspost. Sehr viele schrieben, dass sie das Projekt toll finden, aber zu dem Zeitpunkt nicht mit machen können. Doch genauso viele fühlten sich motiviert Postkarten zu kaufen, zu zeichnen, zu basteln oder Briefe und Karten zu schreiben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Und so verbrachte ich den Tag vor der Mainacht damit Figuren zu basteln, bunt und fröhlich. Jede Figur erhielt wahllos einen Namen auf die Brust und eine Anschrift auf dem Rücken und landete in einer Box.
Am Abend dann beginnt das Ritual mit dem Aufbau des Altars. Ich ziehe die Teilnehmenden und bilde mit  ihnen einen Kreis. Jeder teilnehmende Mensch erhält ein Teelicht, symbolisch über den Kopf der jeweiligen Figur positioniert. Dann nehme ich mir die Zeit meine eigene Herzenspost, an der ich schon seid zwei Tagen bastel, zu Ende zu stellen. Räucherduft umgibt mich und irgendwann beginne ich zu tanzen… zu tanzen… zu tanzen… willkommen Mai! Willkommen Wonnemond!

Heute teile ich allen, die an der Herzenspost teil nehmen, mit, an wen sie ihren Post senden dürfen. Morgen bringe ich meinen Brief zur Post. Dann warten Vorfreude auf mich.

Wer mag kann mir gerne Fotos vom eigenen Maialtar, Beltainealtar, Kerzenlicht, Basteltisch oder ähnlichem senden. Beibt mir gewogen!

Einladung zum Mai: Herzenspost für Dich!

26.04.2020

Unser Maibaum 2015

Ich schaue aus dem Fenster, draußen scheint die Sonne. Auf meinem Altar brennt das letzte Stück der Gemeinschaftskerze aus unserer gemeinsamen Frühlingsmeditation. Bald wird sie durch eine neue Maikerze ersetzt werden. Ja, der Mai steht vor der Tür und mit ihm der Tanz in den Mai, das keltische Beltaine-Fest oder die wilde Walpurgisnacht auf dem Brocken. Gerade die Beltainezeit habe ich in den letzten Jahren immer in der Gemeinschaft von Freuden, von Hexen, von Verbundenen verbracht. Tänze in den Mai, Maibäume, gemeinsame Rituale oder aber auch gemeinsame Kreativität stand auf dem Plan. Auch für dieses Jahr 2020 hatten meine Schwester und ich etwas ganz besonderes geplant: Wir hatten als Geburtstagsüberraschung für meine Mutter, die im Februar 80 wurde, eine Reise zu den Externsteinen gebucht. Hier wollten wir die Cousinen meiner Mutter treffen, zusammen feiern und wandern. Doch Nornenschicksal läuft anders als Menschenpläne und so bleiben wir alle zuhause. Und da geht es mir nicht anders als euch.

Unsere persönliche Welt ist im Umbruch, die Menschheit ist in einer Krise. Doch Mutter Erde dreht sich weiter wie bisher und wir hier in unseren Regionen können uns glücklich schätzen in einem wohlhabenden, geschützten und stabilen System zu leben. Der Verzicht auf gemeinschaftliche Begegnungen, Tänze und Rituale ist schmerzlich, aber durch Kreativität und Herzensenergie lassen sich vielleicht Mittel und Wege finden einen umfassenden Kreis zu schließen, an dem alle Teil haben können und der vielleicht sogar für neue Freude, Überraschungen und neue Freundschaften Raum schafft.

Die Idee:
Statt einem ‚Tanz in den Mai‘ schlage ich vor wir starten einmal etwas sehr altmodisches und doch schönes, wir beginnen in diesem Jahr den Mai mit einem Brief oder einer Postkarte an einen anderen Menschen. Einen Menschen, den wir vielleicht gar nicht kennen. Diese Post soll einem anderen Menschen Freude, Fröhlichkeit und gute Wünsche ins Haus bringen.

Überall grünt es

Der Plan:
Jeder von Euch, wer mitmachen möchte, füllt unten den Kontaktbogen aus und sendet ihn bitte auch ab. Und dann könnt Ihr Euch bis zum Abend des 01. Mai Zeit nehmen eine Postkarte oder einen Brief an einen anderen Menschen, dessen Identität Ihr noch nicht kennt, zu verfassen. Hierbei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Ihr könnt selbst eine Postkarte malen oder basteln, ihr könnt einen Brief schreiben, ihr könnt eine schöne, magische Postkarte suchen und kaufen – wie auch immer – Hauptsache ihr macht mit. Verfasst schöne Zeilen, aufbauende Zeilen, Gedanken, Gefühle, etwas wundervolles für einen anderen, möglicherweise gänzlich fremden, Menschen. Das Minimum, welches Ihr einen anderen Menschen sendet, ist eine Postkarte, das Maximum ein Kompaktbrief (der ist geeignet, falls ihr schwere Bastelpapiere benutzt), egal ob Karte oder Brief: Es soll Herz darin stecken, denn der Wonnemond Mai beginnt mit einem Freudenfest. Und diese Freude soll nun mit der Post im Kreis wandern.

Wie funktioniert es?
Wenn nur eine Person mit macht startet die Aktion. Du kannst also sicher sein: Wenn Du hier mit machst, dann sind wir schon zwei und können uns gegenseitig mit schöner Post erfreuen. Doch richtig schön wird es, wenn richtig viele mit machen. Dann wandern alle Namen in einen Nornenlosbeutel und ich ziehe in der Walpurgisnacht den ersten Namen (der von mir Post erhält), dann Name Nummer zwei (kriegt Post von Nummer eins) usw. Der letzte gezogene Name sendet an mich. Am ersten Mai habt ihr alle (hoffentlich!) schon Eure Post geschrieben. Jeder mitmachende Mensch (oder auch anderweitig Humanoider) erhält nämlich am 1. Mai eine Email von mir mit einer Anschrift. Nun wird Eure Post mir dieser Anschrift adressiert, ausreichend frankiert und los geschickt, um Freude zu bereiten.

Voraussetzung?
Du solltest bitte nur Teil nehmen, wenn Du die Zeit, das Herz und die Freude hast in ein solches Projekt zu investieren. Auch solltest Du die Möglichkeit haben Deine fertige Post spätestens am 04. Mai abzusenden und Du solltest auch bereit sein ein paar Cent in Porto und Material zu investieren. Und wichtig: Du solltest natürlich eine Anschrift innerhalb Deutschlands haben.

Alle Klarheiten beseitigt?
Ich freue mich von Herzen über alle mitmachenden Humanoiden!

 

Salz-Wasser Reinigung

01.04.2020 ev

Im Moment ist es sehr ruhig und zugleich unruhig. Ich bin zu Hause, mache meine Arbeit, zugleich aber sind die ungewöhnlichen Zeiten stark spürbar. Sowohl in meiner beratenden Tätigkeit, als auch in meinem privaten Umfeld und in der Stadt spüre ich die kritischen Veränderungen, die sich auf die Menschen, unsere Gegenwart und die Zukunft auswirken. Aus diesem Grunde möchte ich Euch heute eine kleine Übung aus meiner persönlichen Praxis vorstellen. Menschen, die bereits an meinen Workshops Teil genommen haben kennen diese Übung so – oder in etwas abgewandelter Form – sicher schon. Es handelt sich um eine Übung aus der Reclaiming-Tradition. Ich habe sie Ende der 80er Jahre kennen gelernt, ihr Ursprung liegt in dem Buch ‚The Spiral Dance‘ von Starhawk. Die Übung hilft dabei Balast, schwere Gedanken und auch Stress abzuwerfen. Gerade in Zeiten von Krisen ist sie ein wertvolles Tool, um einen klaren Kopf zu bekommen oder zu wahren. Je öfter die Übung praktiziert wird, desto effektiver ist sie erfahrungsgemäß.

Für die Übung benötigst Du ein Glas, Deinen Ritualkelch oder eine kleine Schale, Wasser, Salz und ein Messer oder Deinen Ritualdolch. 

Auch Kater Iggy beteiligt sich an der persönlichen Praxis

Die Übung selbst geht so: Fülle das Gefäß Deiner Wahl mit Wasser, füge nun mit dem Messer (oder Ritualdolch) drei Messerspitzen Salz in das Wasser. Rühre die Flüssigkeit gegen den Uhrzeigersinn um (ich benutze hierzu mein Messer). Nun setze Dich entspannt hin, nimm dass Gefäß in Deine Hände auf Deinen Schoss. Lasse bewusst alle Unannehmlichkeiten wie Angst, Sorge, belastende Gedanken und ähnliches in Dir aufsteigen. Stress, Wut, Angst, Scham, all diese Empfindungen, gib ihnen Raum, lasse zu dass die Gefühle hoch steigen. Stelle Dir nun vor, wie diese menschlichen, aber unangenehmen Empfindungen beim Ausatmen als schwarzer Strom aus Dir hinaus in das Wasser vor Dir strömen. Auch, wenn es sich anfänglich sehr ungewohnt anfühlen mag, lasse zu, dass diese Energie aus Dir hoch steigen und ausgeatmet in das Wasser strömen. Mache die Übung so lange, bis Du das Empfinden hast, dass alles aus Dir raus in den Becher geströmt ist. 

Nun erhebe Dich, stelle die Füße fest auf den Boden. Hebe den Becher an, auf Augenhöhe oder höher. Fixiere das Gefäß mit Deinem Blick. Spüre nun, wie Du beim Einatmen aus der Erde über Deine Füße kraftvoll Energie hinauf ziehst. Spüre die Energie in Dir aufsteigen und lasse diese Erdenergie heilsam über Deine Hände in den Becher mit dem Wasser fließen. Spüre: Dies ist die Kraft der Verwandlung! Tue dies so lange, bis Du das Empfinden hast, dass es genug ist oder aber bis Du den Becher in weißem Licht strahlen siehst. Nun nippe an dem Salzwasser. Sobald Du es auf Deiner Zunge spürst wisse: Du hast die Macht zur Transformation!
Das restliche Wasser schütte in ein fließendes Gewässer oder den Abfluss.

Diese Übung kannst Du durchaus mehrfach am Tag machen, falls nötig.

Ich wünsche viel Erfolg!

Impressionen des Lichts

23.03.2020 ev

Mein Gemeinschaftsaltar mit der am Samstag erstmalig entzündeten Gemeinschaftskerze ist nun täglich am Abend aktiv.

Inzwischen habe ich zahlreiche Rückmeldungen aus unserem Frühlingsevent am Samstag erhalten. Ich war sehr berührt, als ich Eure Emails, WhatsApps und Facebook-Mitteilungen lesen durfte. Es scheint so, als würden wir durch die Distanz, die zur Zeit notwendig ist, noch näher zusammen rücken. Besonders schön für mich war: Alle konnten am Samstag in ihren eigenen Traditionen zelebrieren und dennoch waren wir eine übergreifende Gemeinschaft. Das hat sich auch für mich sehr schön angefühlt und jetzt, wo wir quasi isoliert sind, wächst auch das Bedürfnis nach Austausch und Nähe auf spiritueller Ebene. Zumindest bei mir ist dies so.
Ich habe inzwischen einen kleinen ‚Gemeinschaftsaltar‘ errichtet, auf dem ich jeden Abend gegen 18.00 Uhr meine Gemeinschaftskerze entzünde. Ich lasse sie dann 1-3 Stunden brennen. Ihr Duft erfüllt den Raum und erinnert mich stets daran, dass wir alle nie wirklich alleine sind. Und auch wenn wir isoliert sind, sind wir eben seelisch nicht isoliert.
Vor allem für diejenigen unter uns, die in einem 1-Personen-Haushalt leben (und möglicherweise nicht einmal einen Familiaris an ihrer Seite haben), kann eine festigende, spirituelle Praxis im Moment sehr stärkend wirken. Wer mag kann in diesem Blog am Ball bleiben, ich werde einige Ideen in den Raum werfen und vielleicht ist ja etwas für Dich dabei. Ich würde mich darüber auf jeden Fall sehr freuen!

Detailaufnahme eines Altars: Sunna und Brigid mit dem Gemeinschaftslicht.


Heute zeige ich Euch noch Bilder aus der Frühlingsmeditation am Samstag. Ich danke allen für Ihr Feedback und die Fotos!
Vielleicht motivieren die Bilder Euch dazu eine eigene Gemeinschaftskerze aufzustellen, auch ohne Frühlingsmeditation kann dies den Lichkreis stärken.

Hier die Gemeinschaftskerze von Veledalantia. Runenmagie, die wirkt!