Archiv des Autors: Curtis Nike
Glücksmomente
28.06.2025 ev
In den letzten eineinhalb Jahren hat sich vieles in meinem Leben verändert und transformiert. Ich hatte (und habe) eine Menge Projekte im Hintergrund laufen, vieles davon war und ist auf langfristige Zeiträume ausgerichtet und bei einigem wird es noch eine ganze Weile dauern, bis es ans Licht kommt. Solche Arbeiten fordern viel Geduld und auch Durchhaltevermögen. Doch das eine oder andere kommt jetzt langsam an die Oberfläche und wird sich sicher hier zeigen.
Gestern hatte ich einen ganz besonderen Glücksmoment, als ich nach Hause kam und mich ein Paket erwartete. Denn im letzten Jahr hatte ich die Freude mit Saskia eine junge Fotokünstlerin kennen lernen zu dürfen, die an einem sehr besonderen Projekt über Hexen gearbeitet hat. Ich war eingeladen an einigen Fotoshootings mit Teil zu nehmen. Für mich war die Erfahrung durch achtsame Fotografie Magie in Bilder zu fassen sehr intensiv und bemerkenswert.
Saskia hatte viele Monate an dem Projekt gearbeitet und ziemlich genau vor einem Jahr ihr Projekt in einer Ausstellung vorgestellt. In dem Zusammenhang hatte sie ein liebevoll gestaltetes Buch ausliegen, in dem zu Blättern eine wahre Freude war. Seit ich es durchgeblättert hatte war es mir ein Bedürfnis es selbst zu besitzen. Und als sich dann ein Verlag fand, der das Projekt drucken würde, war die Vorfreude groß.
Saskia hatte zu einem Crowdfunding aufgerufen, um die Realisierung des Projektes sicher zu stellen und ich erinnere mich noch an den Endspurt, der sehr spannend war und letztendlich das Buch finanzierte.

Ein Buch voller Magie und Inspiration! Dazu ein Stick mit einem Film sowie gedruckte Impressionen.
Gestern war es dann endlich soweit! Ein liebevoll gepacktes Paket erreichte mich und ich konnte endlich das ersehnte Fotobuch in den Händen halten. Und es war fast noch schöner, als ich es in Erinnerung hatte. Fünf Hexen unterschiedlicher Traditionen hatten sich damals bereit erklärt an dem Projekt mitzuwirken und es hat sich meines Erachtens gelohnt. Das edel aufgemachte Buch erscheint in einer dunkelgrünen Hardcoverbindung. Es umfasst zahlreiche Fotos, die zum größten Teil unkommentiert für sich stehen. Vereinzelt gibt es Anmerkungen. Ein Nachwort von Anette Baumgarten lädt dazu ein sich mit dem Begriff der Hexe auseinander zu setzen. Zusätzlich liegt im Buch eine Broschüre mit Aussagen aus Interviews der fotografierten Hexen.
Ich fühle große Dankbarkeit dafür, dass dieses wunderschöne Projekt Realität werden durfte.
Wenn Du nun neugierig bist und auch gerne das Buch besitzen würdest, hier sind die Daten:
Saskia Stöhr, Die in der Hecke sitzt, 144 Seiten, Verlag Kettler, 2025, ISBN 978-3- 98741-203-5,
Solltet ihr genauso angetan sein von Saskias Fotokunst wie ich, dann könnt ihr euch auch von ihr fotografieren lassen. Weitere Infos findet ihr bei www.saskiastoehrfotografie.de

Curtis (links) und Thanis (rechts) Foto: Saskia Stöhr
Danke für die Magie!
25.06.2025 ev
Am Samstag war der letzte Tag des EarthArtSky Witchcamps zum Thema Tarot. Nach einer abenteuerlichen Rückreise auf Neu-Ulm komme ich nun langsam wieder im Berliner Alltag an.
Ich bin wieder einmal zutiefst berührt von der Wirkkraft der Magie, getragen von der Gemeinschaft. Es ist stets gut an sich, der persönlichen Entwicklung und der persönlichen Beziehung zu Magie zu arbeiten. Aber Rituale in einer vertrauensvollen Gemeinschaft können so viel mehr Intensität und Impulse geben. Sie bereichern nicht nur die persönlichen Erfahrungen, sondern ach das Herz. Neue Beziehungen knüpfen sich, neue Begegnungen können vertieft werden und es ist möglich sich im Gegenüber zu spiegeln. Noch immer stehe ich unter den wunderbar mannigfachen Eindrücken der gemeinsamen Hexenwoche.
Danke an alle, die dieses wunderbare Event möglich gemacht haben! Danke an EarthArtSky, die ihr Haus zur Verfügung gestellt haben! Danke allen für eure Magie!

Altarschmuck aus einem aufgearbeiteten, alten Tarotbuch.
Angst und Wut
22.05.2025 ev
Die Situation ist angespannt. Konflikte liegen in der Luft. Die Energien flimmern. Die Dinge geraten aus dem Ruder. Ich fühle Ohnmacht. Was geschieht nur?
Angst steigt in mir auf. Verlustangst. Angst meinen Halt zu verlieren. Angst meine ehrliche Meinung zu sagen. Angst davor, dass ich ins Abseits gedrängt werde. Angst meine Wurzeln zu verlieren. Ich fühle mich unterlegen.
Es steigt in mir auf. Unvermeidlich. Unabdingbar. Es brennt wie Feuer. Mein Herz rast. Der Blutdruck schnellt nach oben. Irgendwann platzt mir der Kragen. Ich bin wütend! Man hat mich verletzt! Man ist mir auf die Füße getreten! Ich fühle mich gedemütigt und geschlagen!
Und hier, genau an diesem Punkt – dann, wenn ich am schwächsten bin, am verletzlichsten – stehe ich vor einer Weggabelung.
Ich bin so wütend! Zorn steigt in mir auf. Ich möchten um mich schlagen, verletzen, zeigen wer ich bin. Mit mir kann man das nicht machen! Mein Zorn wallt auf und wird zu Haß.
Du hast mich verletzt!
Du hast mich bloß gestellt!
Du hast es verdient meinen Zorn zu spüren zu bekommen!
Ich hasse Dich für das, was Du mir angetan hast!
Wenn ich zurückschlage, dann hast Du es verdient!
Ich möchte schlagen!
Ich möchte beißen!
Ich will Dich mit meinen Worten verletzen!
STOP!
Wut führt zu Haß, Haß führt zu Leid. Und dieses Leid fügen wir nicht nur anderen zu. Die Kehle wird eng, das Herz versteinert, im Magen rumort es. Je mehr körperliche Beschwerden aufsteigen, umso mehr brodelt es. Entfesselte Wut zerstört blindlings und leider irreparabel.
Gehen wir also noch einmal ein paar Schritte zurück und sehen den Tatsachen ins Auge:
Wut ist ein intensives und schmerzhaftes Gefühl, es basiert darauf, dass meine Ängste getriggert werden. Und genau deshalb ist Wut so wichtig, denn sie zeigt mir auf, dass etwas um mich herum nicht stimmt. Sie zeigt mir unmissverständlich, dass es notwendig ist etwas zu verändern. Und dies zeigt sie mir durch Schmerz.
So sehr wir diesen Schmerz durch Reaktion und Aktion bekämpfen wollen, so wichtig ist es Inne zu halten. Zur Ruhe zu kommen. Einen klaren Kopf zu bekommen. Reaktionen in Wut führen zu Hass und zu Leid. Wir verletzen dabei nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Umgebung.
Es ist nicht leicht dem Zorn stand zu halten und ‚einen kühlen Kopf‘ zu bewahren. Es erfordert Selbstdisziplin und zugleich Erdulden des Schmerzes. Es erfordert das Bewahren von Ruhe und dennoch die Kraft aus dem Schmerz – hervorgerufen durch die Wut – zu lernen. Es erfordert den unabdingbaren Mut sich der Situation zu stellen und in die Transformation zu gehen. Dies bedeutet keineswegs Demütigungen von Außen zu ertragen, sondern die Konsequenzen daraus zu ziehen und die entsprechenden Veränderungen umzusetzen.
Danke, dass ich erkennen darf.
Danke, dass ich lernen darf.
Danke, dass ich mich entwickeln darf.

In Bearbeitung, Curtis Nike
Tarot Witchcamp 2025 – noch ein letzter Platz vorhanden!
09.05.2025
Es rückt immer näher, das Tarot Witchcamp 2025! Es findet von Samstag, 14. Juni 2025 bis zum 21. Juni 2025 bei EarthArtSky in Vöhringen statt. Und es gibt noch einen einzigen letzten Platz, der gebucht werden kann.
Da die Vorbereitungen zu diesem Event auf Hochtouren laufen ist die Anmeldung für das WItchcamp nur noch bis zum 18.05.2025 möglich. Alle Infos zum Camp findes Du hier: https://camp.earthartsky.de
Du bist interessiert? Dann fordere Dein Anmeldformular am besten noch heute an bei info(at)earthartsky.de!
Ich freue mich mit Euch zusammen die Reise durch die Welten des Tarots zu beschreiten.

Tarot Reading, Fotografie: Saskia Stöhr
Das Eisenpentagramm in der Kunst
05.05.2025 ev
Tief im inneren der Erde verbirgt sich das pulsierende Herz unseres Heimatplaneten. Es ist der heiße Erdkern, der zu einem großen Teil aus Eisen (und Nickel) besteht. Doch Eisen ist nicht nur das Herz der Erde, sondern es verbindet uns Menschen auch mit diesem Herzen. Auch durch unsere Lebensbahnen, unsere Adern, fließt Eisen. Es ist das Spurenelement, welches die Sauerstoffversorgung in den Adern reguliert. Zu wenig ist schädlich, zu viel ebenfalls. Das Gleichgewicht zu wahren ist auch bei der Versorgung mit Eisen notwendig.

Stets vor Augen: An meinem Arbeitsschreibtisch hängt das Eisenpentagramm, Acryl auf Leinwand, Curtis Nike
Ein sehr wirkmächtiges magischen Werkzeug in der Hexentradition des Reclaiming ist das sogenannte „Eisenpentagramm“.
Das Eisenpentagramm ist ein Hilfsmittel zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung. Hierbei werden unterschiedliche Punkte der Lebenskräfte individuell bearbeitet. Dabei helfen nicht nur magische Übungen, sondern auch Übungen aus den Bereichen der künstlerischen Darstellung oder Psychologie. Auch die Aufarbeitung von traumatischen Erfahrungen kann mit dem Eisenpentagramm, bei sorgfältiger Arbeit und einem authentischen Einlassen, als Hilfsmittel unterstützt werden (unterstützt! Die Arbeit mit dem Eisenpentagramm ersetzt keine Therapie!).
Mit seinen Spitzen Sex – Selbst – Leidenschaft – Stolz – Kraft sticht das Eisenpentagramm in das Ego der Hexe und fordert dazu auf sich ihm ungeschönt zu stellen. Die Arbeit mit diesem magischen Hilfsmittel ist nicht nur herausfordernd, sondern kann zuweilen schmerzhaft und äußerst unbequem sein.
Meine erste Begegnung mit dem Eisenpentagramm hatte ich Ende der 80er Jahre durch Starhawks Buch „The Spiral Dance“, doch erst 2006 habe ich mich daran gewagt die Übungen des Eisenpentagramms nicht nur zu lesen und mal auszuprobieren, sondern sie aufzuzeichnen. Und damit begann das Ringen mit dem Eisenpentagramm, welches ich bis heute nicht abgeschlossen habe.
Immer wieder sticht es, stichelt es und lässt sich schwer greifen. Jedes Mal, wenn es scheint, dass endlich ein Gleichgewicht entsteht, fordert es einem erneut auf sich der Arbeit an sich selbst zu stellen.
Mein Verhältnis zu dieser magischen Arbeit ist aufgewühlt, zuweilen frustrierend, aber stets ermächtigend. Und so hat es mich selbst nicht wirklich gewundert, dass das Eisenpentagramm sich auf meine Leinwand gebrannt hat und sich auf ihr entfaltete. Gebrannt übrigens tatsächlich. Wer Schwierigkeiten haben sollte das Pentagramm im Bild zu begreifen oder zu erkennen braucht die Leinwand nur umzudrehen, das Pentagramm hat sich – obgleich erst nach mehreren Farbschichten aufgetragen – durchgedrückt und zeigt sich hier. Im Bild spiegelt sich die Realität wieder: Das Eisenpentagramm geht unter die Haut!
