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Das Eisenpentagramm in der Kunst

05.05.2025 ev

Tief im inneren der Erde verbirgt sich das pulsierende Herz unseres Heimatplaneten. Es ist der heiße Erdkern, der zu einem großen Teil aus Eisen (und Nickel) besteht. Doch Eisen ist nicht nur das Herz der Erde, sondern es verbindet uns Menschen auch mit diesem Herzen. Auch durch unsere Lebensbahnen, unsere Adern, fließt Eisen. Es ist das Spurenelement, welches die Sauerstoffversorgung in den Adern reguliert. Zu wenig ist schädlich, zu viel ebenfalls. Das Gleichgewicht zu wahren ist auch bei der Versorgung mit Eisen notwendig.

Stets vor Augen: An meinem Arbeitsschreibtisch hängt das Eisenpentagramm, Acryl auf Leinwand, Curtis Nike

Ein sehr wirkmächtiges magischen Werkzeug in der Hexentradition des Reclaiming ist das sogenannte „Eisenpentagramm“.
Das Eisenpentagramm ist ein Hilfsmittel zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung. Hierbei werden unterschiedliche Punkte der Lebenskräfte individuell bearbeitet. Dabei helfen nicht nur magische Übungen, sondern auch Übungen aus den Bereichen der künstlerischen Darstellung oder Psychologie. Auch die Aufarbeitung von traumatischen Erfahrungen kann mit dem Eisenpentagramm, bei sorgfältiger Arbeit und einem authentischen Einlassen, als Hilfsmittel unterstützt werden (unterstützt! Die Arbeit mit dem Eisenpentagramm ersetzt keine Therapie!).

Mit seinen Spitzen Sex – Selbst – Leidenschaft – Stolz – Kraft sticht das Eisenpentagramm in das Ego der Hexe und fordert dazu auf sich ihm ungeschönt zu stellen. Die Arbeit mit diesem magischen Hilfsmittel ist nicht nur herausfordernd, sondern kann zuweilen schmerzhaft und äußerst unbequem sein.

Meine erste Begegnung mit dem Eisenpentagramm hatte ich Ende der 80er Jahre durch Starhawks Buch „The Spiral Dance“, doch erst 2006 habe ich mich daran gewagt die Übungen des Eisenpentagramms nicht nur zu lesen und mal auszuprobieren, sondern sie aufzuzeichnen. Und damit begann das Ringen mit dem Eisenpentagramm, welches ich bis heute nicht abgeschlossen habe.
Immer wieder sticht es, stichelt es und lässt sich schwer greifen. Jedes Mal, wenn es scheint, dass endlich ein Gleichgewicht entsteht, fordert es einem erneut auf sich der Arbeit an sich selbst zu stellen.

Mein Verhältnis zu dieser magischen Arbeit ist aufgewühlt, zuweilen frustrierend, aber stets ermächtigend. Und so hat es mich selbst nicht wirklich gewundert, dass das Eisenpentagramm sich auf meine Leinwand gebrannt hat und sich auf ihr entfaltete. Gebrannt übrigens tatsächlich. Wer Schwierigkeiten haben sollte das Pentagramm im Bild zu begreifen oder zu erkennen braucht die Leinwand nur umzudrehen, das Pentagramm hat sich – obgleich erst nach mehreren Farbschichten aufgetragen – durchgedrückt und zeigt sich hier. Im Bild spiegelt sich die Realität wieder: Das Eisenpentagramm geht unter die Haut!

Techniken der Magie: Musik – Teil 1

21.05.2017

Musik liegt in der Luft, Bild: Pixabay

Kannst Du Dich noch daran erinnern, wann das letzte Mal jemand für Dich gesungen hat? Und damit meine ich nicht, wann Du Dir das letzte Mal ein Konzert bei einer Deiner Lieblingsbands gegönnt hast. Ich meine tatsächlich: Wann hat jemand für Dich gesungen, nur für Dich, Dich dabei angesehen, Dich persönlich angesprochen, Dich gemeint? Wann hat jemand Deinen Namen gesungen? Dir mit einem Lied eine Freude gemacht? Vielleicht Deine Wunden besungen? Oder Dich zu Tränen gerührt?
Was für eine Frage! Und vielleicht sind welche unter Euch, die sich tatsächlich nicht daran erinnern können, wann jemand nur für sie gesungen hat. Möglicherweise gibst Du die Frage jetzt sogar zurück: Wann hat wohl jemand für Curtis gesungen, nur für sie? Ihren Namen gesungen? Ein Lied für sie auf den Lippen gehabt? Und ich kann es Dir tatsächlich beantworten: Es ist erst kurze Zeit her! Auf dem Phoenixtreffen, da war es, als wir Hexen zusammen Magie gewoben haben. Da wurde ein Lied für mich gesungen, da wurde mein Name gesungen. Und nicht nur mein Name wurde gesungen, es wurde viele Namen gesungen. Auch für andere wurde gesungen. Vielleicht erinnerst Du Dich noch, früher hat die Mutter oder eine Tante für Dich gesungen, wenn Du geweint hast. Oder es wurde schnell ein kleiner Segen gesungen, wenn Du eine Wunde oder eine Krankheit hattest. Ich weiß nicht, wie es bei Dir in der Familie war, aber vielleicht habt ihr ja auch mal zusammen gesungen, zu Festen oder einfach aus Spaß. Bei uns ist das bis heute üblich. Und als Du vorhin nachgedacht hast, wann Dir das letzte Mal etwas vorgesungen wurde, da bist Du vielleicht zu Deinem Geburtstag gekommen, als Freunde oder Arbeitskollegen Dir etwas vorgesungen haben. Wie hast Du Dich dabei gefühlt?

Heute möchte ich über die möglicherweise älteste Form menschlichen, magischen Wirkens schreiben: Über Musik. In meiner Vorstellung könnte es sogar sein, dass summende Töne, gelallte Lieder und Singsang der menschlichen Sprache (Sprachmelodie) voraus gingen und somit als Teil der eigentlichen Menschwerdung gesehen werden kann.
Doch möchte ich mit meinem Ausflug in die Magie der Musik gar nicht so weit zurück gehen, es reicht, wenn ich nur wieder einsteige in das Thema der modernen Reclaiming-Hexengemeinschaft: In dieser Gemeinschaft spielt Musik eine große Rolle. Je mehr Hexen sich zusammen finden, desto mehr wird erfahrungsgemäß gesungen. In Ritualen können Chants dazu beitragen die Ritualintention zu tragen, sie können Trancen fördern oder auch Bekenntnisse unterstreichen. Lieder können anrufende Funktionen haben, so können Gottheiten, Elemente oder Kräfte durch sie geehrt oder angerufen werden. Aber manche Stücke haben auch eigene Intentionen: Es gibt Lieder der Heilung, Lieder der Segnung, Lieder für die verschiedenen Jahreskreisfeste und viele mehr. Stets ist es so, dass ich bei einem unserer Hexentreffen das eine oder andere neue Lied lerne. Die Chants verbreiten sich heute noch genauso wie vor Jahrtausenden: Von Mund zu Ohr. Die Lieder, die wir verwenden, können magische und rituelle Handlungen unterstreichen, sie können aber auch selbst Träger der Magie sein. So ist es möglich Zaubersprüche oder Wünsche in Liedform zu transportieren. Oft ist es mit der Musik vergleichbar wie mit der Magie selbst: Je mehr daran mitwirken, desto intensiver wird die Kraft des jeweiligen Stückes. Tatsächlich würde ich persönlich sogar soweit gehen und Töne nicht als Grundform der Magie, sondern als eigentliche Magie bezeichnen. Erst die Komposition, die Formung zu einem Musikstück ist das Nutzen einer Technik, die sie weitergehend nutzbar macht.

Was aussieht wie ein Meer ist ein sehr flacher Wüstensee. Soweit ich auch hinein lief, das Wasser reichte mir nicht einmal bis zur Brust.

Ich selbst habe in der Mongolei Techniken des Kehlkopfgesangs erlernt. In dieser schamanistischen Art Töne zu erzeugen – denn darum geht es zunächst – wird zuweilen der ganze Körper in Schwingungen versetzt, die eine enorme Wirkung entfalten können. Später erlernt man, wie diese Schwingungen durch bestimmte Arten des ‚besingens‘ auf Menschen oder Tiere übertragen werden können, wo sie dann wohltuende Impulse frei setzen. Diese Gesangstechnik allein auszuüben ist schon ausserordentlich intensiv. Sie in einer Gruppe auszuüben kann magisch enormes bewirken. Ich erinnere mich an einen Abend in der Wüste Gobi, wir hatten die Jurte an einem flachen Wüstensee errichtet, als ein plötzlicher Sandsturm aufkam. Das mag aus unserer westlichen Sicht jetzt nicht besonders bedrohlich klingen, aber ich kann Euch versichern, so ein Sandsturm ist die Hölle! Der Sand selbst wird zu Geschossen, die auf einen nieder prasseln. Es ist, als würde aus tausendfachen Minigewehren permanent auf Dich geschossen. Und diese Geschosse treffen, selbst ein T-Shirt bewahrt Dich kaum vor den Attacken der Sturmeskraft. Die Flucht in die Jurte ist nur dann sinnvoll, wenn der Sturm nicht stark genug ist, um sie umzureißen und Dich unter ihr zu begraben. Da wurde ich, die ich dennoch in die Jurte geflohen war, gerufen, um gemeinsam mit anderen draussen vor der Behausung gegen den Sturm zu singen, die Geister der Wüste zu beschwichtigen. Es war eines der intensivsten schamanistischen Erlebnisse, die ich hatte. Wir gingen hinaus in den Sturm, stellten bzw. setzten uns aufrecht hin – was nicht ganz einfach war – und begannen zu singen, baten die Geister um Nachsicht mit uns. Innerhalb von wenigen Augenblicken schwächte der Sturm ab. Ich möchte nicht leugnen, dass der Wind die ganze Nacht um uns herum toste. Aber der Sandsturm war vorüber. Wir waren von nun an in der Sicherheit der Jurte geborgen.

Vollmond über der Mongolei.

Wenn ich hier in meinem Blog auf der einen Seite auf Musik als Trägerin der Magie schreibe, aber auf der anderen Seite darauf hinweise, dass ein Großteil der Hexenlieder mündlich tradiert sind oder ich sogar in die Mongolei reise, um bestimmte Techniken zu erlernen, so mag dies für die Leserschaft etwas irritierend oder gar frustrierend sein. Wie kommt man denn nun selbst einmal in den Genuß von Hexenmusik? Wie ist es möglich selbst Lieder zu lernen, ohne die entsprechenden Kontakte zu haben? Ist dies überhaupt möglich? Aber klar doch!

Und deshalb werde ich Euch im zweiten Teil meines Artikels Menschen vorstellen, die mit Musik, der Magie der Musik und ihrer Kraft arbeiten und sie auch Euch zugänglich machen.

Beibt mit gewogen!