Archiv der Kategorie: Das mystische Berlin
Ich lebe in Berlin – hier zeige ich Berlins magische Seite
Das mystische Berlin
Kenner meines Blogs haben vielleicht schon bemerkt, dass ich einen neuen Reiter eingeführt habe – mit der Aufschrift ‚Mystisches Berlin‘. Wer hier rauf klickt enthält von nun an Informationen rund um magische, kraftvolle und schöne Orte in Berlin oder über interessante Veranstaltungen mit einem mystisch-magischen Hintergrund. Indem man diesen Reiseführer verfolgt erfährt man, wo in Berlin sich Hexen, Magier und Zauberer herum treiben. In Zukunft kann man in dieser Rubrik Anschriften interessanter Orte, Shopping-Tipps der etwas anderen Art, Besprechungen mystischer Events und ähnliches nachlesen. Im Laufe des Jahres wird sich die Rubrik mit allerhand bemerkenswerter Hinweise füllen. Versprochen!
Kreuzberger Nächte sind magisch!
Schon früh wird es dunkel, der Winter liegt über Berlin. Obgleich die Tage nun schrittweise bereits spürbar länger werden sind die Kreuzberger Nächte zur Zeit immer noch besonders lang.
Heute möchte ich Euch auf eine ganz besondere Abendveranstaltung hinweisen, die über das übliche Klischee von Kreuzberg weit hinaus geht. Es geht in dieser Veranstaltung um uralte Geschichten, Götter und Göttinnen, um Magie, um Krieg, um Liebe und es geht darum sich einmal ganz und gar verzaubern zu lassen.
Eine Gruppe von Menschen sitzt im gemütlichen Hinterzimmer der Kreuzberger Weltlaterne Auf den Tischen stehen Kerzen, es ist eingedeckt und die Getränke stehen bereits bereit. Es wird geschwatzt und sich zugeprostet. Es sieht gemütlich aus an diesem Donnerstag Abend. Einige Leute treffen sich, um gut zu essen, zu trinken und den Abend zu genießen. Etwas, was man in der Kreuzberger Weltlaterne hervorragend tun kann. Doch dies ist nicht der alleinige Grund, weshalb sich einmal im Monat an einem Donnerstag Menschen unterschildlicher Altersgruppen hier treffen…
Auf einem kleinen Tisch liegt eine bunt-grüne Decke. Darauf stehen besonders hübsche Kerzenständer mit Teelichtern. Das Tischchen sieht aus wie ein kleiner Altar, ein kleiner Gedenktisch. Keiner der Gäste setzt sich hier hin, aber einige rücken ihre Stühle so, dass sie einen guten Blick auf diesen Bereich haben. Denn sie wissen, pünktlich um 19.30 Uhr kommt Nina Madlen Korn und wird die Gäste mit ihrer Stimme verzaubern.
Frau Korn ist eine freundliche, rundliche Frau, man schätzt sie vielleicht auf Mitte 60. Sie trägt eine Brille und bringt sich etwas zu Trinken mit. Die anwesenden Gäste erwarten sie gespannt, denn sogleich gibt es eine Begrüßung und dann wird es ruhig im Raum. Hinter Frau Korn schließt sich die Tür und mit einem Male befinden sich die Anwesenden mitten im sonnigen Griechenland, zwischen Tempeln und Höfen, Tiere laufen herum und eine Geschichte aus der Welt der griechischen Mythen entsteht mitten in der Weltlaterne. Götter wandeln und handeln, griechische Helden müssen sich beweisen, griechische Frauen folgen ihrem Schicksal.
Frau Korn ist Geschichtenerzählerin, eine Zauberin der Sprache, wenn sie beginnt zu erzählen, so ist sie mit Herzblut dabei. Sie lässt antike Welten auferstehen und haucht den Helden der griechischen Mythen neues Leben ein. Oft ist auch ihre Tochter Katja Popow, ebenfalls eine begnadete Erzählerin, mit anwesend und folgt dem Zauber.
Kein Wort unterbricht die Geschichte, alle folgen wie gebannt den Ereignissen. Und dann ist mit einem Male eine Stunde um und die Erzählung ist vorbei. Die Zeit verging wie im Fluge und die Zuhörer sind um eine besondere Geschichte reicher oder haben einmal eine neue Perspektive einer ganz alten Geschichte genießen dürfen.
Pünktlich zum Ende der Geschichte werden dann die Speisen aufgetragen, die bereits vor der Erzählung geordert wurden und es gibt gute, griechische Küche. Und nicht nur das, auch vegetarische und sogar vegane Gerichte können bereitet werden.
Einmal im Monat verbringe ich meine Kreuzberger Nächte mit den Berliner Märchenfrauen in der Weltlaterne. Ich kann die Veranstaltung nur wärmstens empfehlen, denn die Kunst des Geschichten Erzählens ist nach wie vor eine magische Kunst, die leider viel zu oft vergessen oder vernachlässigt wird.
Alle Infos zur Veranstaltung gibt es hier.
Die glückliche Stadthexe
Vor einigen Wochen hatte ich einen Interviewtermin. Unter anderem hatten wir ein Gespräch zum Thema ‚Stadthexen-Landhexen‘. Dieser Gedanke hat mich heute beim Aufwachen beschäftigt.
Ich bin eine klassische Stadthexe. Geboren in einer Großstadt, aufgewachsen in einer Stadt, lebe ich heute in Berlin, mitten in Kreuzberg. Und wenn ich Menschen begegne, die Kreuzberg nicht kennen, so ernte ich oft mitleidige Blicke. Und Bemerkungen in der Art wie: „WAS? Da lebst Du, in den Slums?“ Wer einmal hier war, mag staunen über das, was die Stadt zu bieten hat…
Mein Schlafzimmer liegt zum Hof hinaus. Es ist Anfang Januar. Mein Fenster steht offen. Von draußen höre ich, mit der Dämmerung, den Gesang einer Drossel. Und einer Amsel. Oder höre ich nur einen Vogel? Im Halbschlaf bin ich mir nicht ganz sicher. Ich strecke mich und recke mich. Mein Kater kommt und springt um mich rum. Ein Nachbar von mir schläft zur Straße hinaus, eine ruhige Sackgasse. Ihn erwartet ein lautstarkes Spatzenkonzert. Bei den Sperlingen hat das Morgengespräch bereits begonnen. Sie wohnen in den Buschanlagen der Beete direkt vor unserem Haus.
Ich öffne die Balkontür, sehe in den Hof. Ein sehr warmer Januarmorgen beginnt. An der Luft ist zu spüren, dass es kühler werden wird. Vermutlich zum Wochenende hin. Die Vögel schimpfen, weil ich den Kater auf den Balkon lasse. Aber natürlich sind sie geschützt, durch ein Katzennetz. Den Kater juckt es nicht, er lauert. Doch dann sind die Geräusche aus der Küche für ihn wohl doch verlockender…
Als Stadthexe habe ich Glück. Wir wohnen in einer grünen Oase am Landwehrkanal. Hier ist es wunderschön, was vor allem ab dem Frühjahr viele Berlinbesucher sehr zu schätzen wissen. Sie fahren dann in Ausflugsschiffen über den Kanal, begleitet von Schwänen, Enten und Wasserhühnern.
In unserem Hof leben Amseln, Elstern und meine besonderen Freunde die Nebelkrähen. Nebelkrähen gibt es hier sehr viele. Manche werden zahm. Sie spüren genau wer es gut mit ihnen meint.
Ich hoffe, dass auch meine Freundin die Nachtigall wieder zurück kommt. Ihr Gesang begrüßt mich im Frühling, zum Sommer hin, wenn ich mal spät (oder früh) vom Hexenstammtisch zurück komme.
Auch der Buntspecht ist bei uns zuweilen Gast. Aber offen gestanden: Lieber treffe ich ihn auf unserem nahegelegenen Friedhof an, einer Oase der Ruhe. Bei uns im Hof bereitet es nämlich Herrn Specht große Freude Morsezeichen über die Häuserwände zu versenden. Dies gefällt den Anwohnern weniger, denn die Morsezeichen sind meilenweit zu hören und haben Auswirkungen für die Hauswände. Was das bei uns in der Nähe wohnende Habichtpaar davon hält ist unbekannt. Schön sind sie, die stolzen Greifvögel. Und sie sorgen regelmäßig für Gezeter. Vor zwei Jahren gab es eine Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Krähen und Elstern – bei uns im Hof. Aus dem Fenster beobachtete ich die Situation, die mit einem Remis endete.
Auf dem Friedhof, den wir regelmäßig besuchen, wohnt unser Freund Herr Fuchs, der uns das eine oder andere Mal schon persönlich begrüßte. Im Moment sind wir etwas in Sorge, da in Berlin die Fuchsstaupe um geht. Ich hoffe wir treffen Herrn Fuchs bald gesund wieder! Die benachbarten Kaninchen sind da vielleicht etwas anderer Meinung…
Ich könnte diese Liste sicherlich noch viel weiter führen, neulich war sogar ein dicker Nashornkäfer uns besuchen, als wir im Sommergarten unser Bier genossen. Und jedes Frühjahr warte ich – bei einem Horn Bier oder Met – auf dem Balkon in der Abenddämmerung auf die ersten Fledermäuse. Denn sobald die kommen, fühle ich mich vor den Mücken geschützt.
Ach, das Leben als Stadthexe kann so schön sein!!!
P.S.: Die hier gezeigten Bilder sind alle in Berlin-Kreuzberg aufgenommen und zwar von Exo.







