Archiv der Kategorie: Hexenkram

Altäre

Unaufgeräumter 'Chaos-Altar' - alles sammelt sich an und so wird der Altar zum Suchbild - wer findet die Nornen?

Unaufgeräumter ‚Chaos-Altar‘ – alles sammelt sich an und so wird der Altar zum Suchbild – wer findet die Nornen?

Donnerstag Nachmittag saß ich gemütlich mit einer meiner Hexenschwestern zusammen, bei Glühpunsch, Butterbier, Stollen und Bratapfel und wir bearbeiteten ein paar Aspekte im Zusammenhang mit Loki, dessen Präsenz augenblicklich wieder sehr stark ist. In diesem Kontext kam ich auf den Gedanken, dass es an der Zeit wäre meinen Altar mal wieder aufzuräumen. Durch die letzten Monate, um nicht zu sagen Jahre, hatten sich Götter, Schutzgeister, Wunschkarten, lehrreiche Hinweise und magische Gegenstände angesammelt und waren irgendwie immer wieder neu dazu gekommen, ohne ordnende Struktur. Zeit für eine grundlegende Überarbeitung, dies fand ich zumindest.

Der Altar ist Spiegelbild der persönlichen magischen Arbeit des Magiers und er ist zugleich Ort der Andacht und Raum der Gottheiten, deren Präsenz das Leben der Hexe prägen. Ich persönlich habe zuweilen auf meinem Altar auch Zitate oder Sinnsprüche, die in der jeweiligen Lebenssituation hilfreich oder stützend sein können. Bei meiner heutigen ‚Altar-Aufräum-Aktion‘ fand ich allein drei Sinnspruchkarten, die alle überhaupt nicht mehr aktuell waren und deshalb tatsächlich einen Ortswechsel vollziehen durften.

Es gibt verschiedene Arten von Altären, die von Hexen verwendet werden. Der Hausaltar ist in der Regel ein immer bleibender Ort, der sich mit der Zeit verwandelt, je nachdem welche magische Arbeit und welche Gottheiten im Fokus der Hexe stehen. Manche Hexen haben sogar mehrere Altäre, entweder in verschiedenen Räumlichkeiten oder verschiedenen Gottheiten geweiht, die sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht zusammen auf einem Altar verehren können oder wollen.

Dem Gegenüber stehen Altäre, die nur für einen bestimmten Zweck errichtet werden und die in dieser Form nur eine bestimmte Zeit existieren. Als Beispiel können Jahreskreisfest-Altäre genannt werden oder Ritualaltäre, die für eine bestimmte Zeit, ein beistimmtes Ritual oder eine bestimmte Arbeit aufgebaut werden. Zum Abschluß der Arbeit oder des Rituals verschwinden die Altäre wieder und werden in dieser Form nie wieder existieren. Auch erschließt sich oft die Bedeutung der Stücke auf dem Altar Außenstehenden nicht.

Loki-Altar des Loki Workshops Anfang März 2013.

Loki-Altar des Loki Workshops Anfang März 2013.

Was beispielsweise ‚Kochlöffel‘ auf einem Loki-Altar zu suchen haben, wissen nur die Personen, die bei dem Loki-Workshop anwesend gewesen sind. Jeder Gegenstand, selbst die Farbgebung eines Altars hat im bestimmten Rahmen eine bestimmte Bedeutung. Viele Gegenstände können persönliche Bedeutungen haben, andere haben Bezüge zum Rahmen des Ereignisses oder zu den Gottheiten, die geehrt werden.

Dieser Altar existierte nur wenige Stunden - für ein Runenritual zu den Runen Kenaz und Raidho.

Dieser Altar existierte nur wenige Stunden – für ein Runenritual zu den Runen Kenaz und Raidho.

Manche Altäre sind aber auch auf einen konkreten, rituellen Hintergrund ausgerichtet. Ihre Ausstattung ist auf einen bestimmten ‚Zweck‘ ausgerichtet, den sie erfüllen. So war der hier abgebildete Runenaltar Grundlage für ein spezielles Ritual unserer Runengruppe. Die Gegenstände auf dem Altar haben Funktionen, die sie während des Rituals ausfüllen. So sammeln sich auf dem Altar die Gegentände, die für das Ritual benötigt werden. Ein Handwerker würde seine Handwerkskiste nehmen, die Hexe nimmt den Altar. Er ist sozusagen heiliger oder geschützter Raum für das Handwerkszeug.

Hexenaltäre haben einen religiösen Bezug. Magieraltäre müssen diesen religiösen Bezug nicht zwangsläufig haben. So ist der ‚Arbeitsaltar‘ für die Magier oftmals gar nicht als Altar als solcher zu erkennen. In einigen Ritualen wird er sogar ausschließlich im inneren Raum erschaffen.

Für die kabbalistische Arbeit bin ich dazu übergegangen mit einem ungewöhnlichen – bzw. in anderem Kontext gewöhnlichem – Hilfsmittel zu arbeiten, welches mich bei der Arbeit grob unterstützt und zugleich immer wieder neu nutzbar ist.

Altar? Oder 'nur' magisches Hilfsmittel? Auf die Perspektive kommt es an!

Altar? Oder ’nur‘ magisches Hilfsmittel? Auf die Perspektive kommt es an!

Doch zurück zu den Hausaltären… Hausaltäre sind immer eine sehr persönliche, sehr individuelle Sache. Jeder Hausaltar ist so individuell, wie das Geschöpf, welches ihn geschaffen hat. Es gibt Altäre, die halten sich an strenge Richtlinien zum Beispiel in ihrem kulturellen oder mythischen Bezug. Andere sind handwerklich und ästhetisch sehr gradlinig. Die Altäre von Curtis Nike sind pragmatisch, individuell und halten sich an keine Regeln. So finden sich auf ihnen Knochen, gefunden in der Wüste Gobi, Erde, aus einem Tal in der Mongolei, eine weiße Tara, ein Geschenk von einer mongolischen Schamanin. Zugleich aber finden sich mein Totem – die Wölfe. Eine von Freyas Katzen, Loki in allen Formen und Variationen. Daneben die Kuan Yin, die mir aus China hierher gefolgt ist (interessanterweise als Karte von einer Freundin) und sich bei mir offenkundig wohl fühlt. Die Kabbalah hat inzwischen auch ihr Plätzchen. Und selbst Severus, der mir sogar das ein oder andere Geheimrezept (mit unglaublichen und erstaunlichen Wirkkräften) verraten hat, hat seinen Platz. Hey, Du lächelst, schüttelst den Kopf? Es ist mein Altar und da mache ich eh was ich will! Und seid mir Freyr in einer Vision als Luke Skywalker (!!!) begegnet ist, rechne ich generell mit allem. Meine Götter haben Humor – und sie wissen sich geschickt moderner Hilfsmittel zu bedienen. Und erfreulicherweise habe ich auch Humor.

Es ist geschafft - Ordnung auf den Altären, fragt sich nur für wie lange...

Es ist geschafft – Ordnung auf den Altären, fragt sich nur für wie lange…

Unter den Asen ist mir Thor am vertrautesten und sein unkompliziertes, kumpelhaftes und vor allem warmherziges Wesen liegt mir sehr. So habe ich im linken Bereich einen nordischen Altar, er ist vor allem Thor und Hel geschuldet – was für eine Kombination! Da schaudert es möglicherweise manchem Asatruar.  Aber auch Odin hat sein Plätzchen. Der Ritualhammer auf dem Bild ist noch nicht fertig, er wird noch bebrannt werden.

Und der Phönix? Ja, was es mit dem Phönix auf sich hat, das werden die, die es nicht wissen, in einem der zukünftigen Blogbeiträge lesen können…

Alle hier abgebildeten Altäre sind ‚aktive‘ Altäre – bzw. die inzwischen abgebauten waren aktiv – sie sind mit dem Einverständnis der jeweiligen mitwirkenden Hexen hier abgebildet worden.

Ich interessiere mich sehr für Altäre – besonders Hausaltäre – wer hier mit liest und mir Fotos (nur für mich persönlich!) seines Hausaltares zur Verfügung stellen möchte, kann diese an curtis.nike(at)arcor.de senden. Ich freue mich!

Auch von der Seite noch eine Perspektive mit Fliegenpilz und Rabenbrief.

Auch von der Seite noch eine Perspektive mit Fliegenpilz und Rabenbrief.

Deadline Bestellungen Hexenkalender 2014!!!

Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet, als wir das Projekt begonnen haben: 250 gedruckte Hexenkalender waren in weniger als einem Mondumlauf restlos ausverkauft. So kam es, dass nicht alle Hexen eines dieser wundervollen Stücke ab bekommen haben.

Täglich gingen bei mir und den anderen Herausgeberinnen neue Anfragen ein und so wurde beschlossen, dass weiterhin Bestellungen angenommen werden. Der Hexenkalender geht in die zweite Auflage! Noch bis morgen, 13.11.13, ist es möglich VERBINDLICH Bestellungen abzugeben: Bitte bestellt die Kalender ausschließlich hier, damit sie sofort in den Druck gehen können. Bestellungen über meine Website können nicht mehr berücksichtigt werden!

Liebe Hexen: Bestellt Euch selbst und Euren Frauen, Männern, Lebenspartnern, Freunden und Hexenkindern die Kalender und verschenkt sie zu Jul weiter! Ihr stärkt das Netz zwischen uns allen und habt zudem das ganze Jahr über einen zauberhaften, magischen Begleiter, voller Ideen, Inspiration und Herzenskraft! Webt mit an einem Zauber, der uns durch das nächste und die kommenden Jahre tragen wird!

Cover des ersten Kalender für Zauberfrauen.

Cover des ersten Kalender für Zauberfrauen.

Kalender sind vergriffen!

Leider muss ich Euch mitteilen, dass der Hexenkalender für Hexen, Göttinnen und Zauberfrauen restlos vergriffen ist! Da ich täglich neue Anfragen und Emails erhalte poste ich dies an dieser Stelle noch einmal. Im Moment ist es mir leider nicht mehr möglich alle Anfragen zeitnah zu beantworten. Bestellungen, die bereits eingegangen und bezahlt sind werden selbstverständlich noch bearbeitet!

Cover des ersten Kalender für Zauberfrauen.

Cover des ersten Kalender für Zauberfrauen.

Sicher ist: Im nächsten Jahr wird der Hexenkalender wieder erscheinen! Dann wird es für Euch alle ausreichend Kalender geben, denn wir werden Euch die Möglichkeit geben bereits frühzeitig Eure Exemplare vorzubestellen. In diesem Jahr haben wir über 200 Kalender in Auftrag gegeben und sie waren so schnell vergriffen, dass wir es nur staunend zur Kenntnis nehmen konnten.

Besonders freuen wir uns auch über diejenigen, die sich an uns wenden, da sie das Kalenderprojekt künstlerisch mit unterstützen wollen. Auch diesbezüglich werde ich Euch hier in meinem Blog auf dem Laufenden halten!

Der Hexenkalender ist da!

Magie, Zauber, Inspiration und allerlei Sehenswertes bietet der „Kalender für Hexen, Göttinnen und Zauberfrauen sowie für alle, die das Besondere lieben!“

Cover des ersten Kalender für Zauberfrauen.

Cover des ersten Kalender für Zauberfrauen.

Initiert durch die Zauberfrau Leashera entstand ein wundervolles, kreatives Werk im Din A5 Format, welches 200 Seiten umfasst. Neun Frauen und ein Mann haben sich daran gemacht dieses magische Werk zu schaffen. Jedes Midgardkind bekam einen Monat, der künstlerisch gestaltet werden sollte. Heraus kam ein kleines, magisches Kunstwerk, welches Hexen und Zauberer ebenso erfreuen wird, wie weltoffene Muggel, die ein Herz für die schönen Dinge im Leben haben.

Ein künstlerisch gestalteter Monat. Im Inneren ist der Kalender sehr vielseitig!

Ein künstlerisch gestalteter Monat. Im Inneren ist der Kalender sehr vielseitig!

Zu den Mitwirkenden an diesem Kalender gehören unter anderem Cassandra, Curtis Nike, der Hexenfreund und Cartoonist Exo Black sowie einige andere. Besonders schön ist, dass mit der elfjährigen Maya auch schon sehr junge Künstlerinnen mit vertreten sind.

Der Kalender beginnt am 01.11.2013, zum traditionellen Hexenneujahr. Er umfasst 12 Monate in Wochenübersichten, sowie Monatsübersichten bis zum 31.12.2014. Zudem bietet der Kalender einen umfangreichen und im keltischen Stile gestalteten Notizteil, einen Adressteil, Mondkalender und allerlei schönes und wissenswertes rund um die Welt der Magie.

Der Kalender kostet 13,00 € und kann noch bei mir bestellt werden. Selbstabholer können ihn direkt in Berlin Kreuzberg entgegen nehmen. Für alle anderen fällt noch einmal 2,00 € für Porto und Verpackung an.

Manch eine Göttin oder Zaubergestalt kann einem im Inneren des Kalenders begegenen!

Manch eine Göttin oder Zaubergestalt kann einem im Inneren des Kalenders begegnen!

Loki – Dein Gesicht hinter der Maske

Tom Hiddleston (http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Hiddleston) als Loki in den Marvel-Verfilmungen rund um Thor und die Avengers. Äusserlich durchaus ein Loki-Typ, dennoch entsprechen die im Film dargestellten 'Allmachtsfantasien' in keinster Weise der Loki-Energie!

Tom Hiddleston (http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Hiddleston) als Loki in den Marvel-Verfilmungen rund um Thor und die Avengers.
Äusserlich durchaus ein Loki-Typ, dennoch entsprechen die im Film dargestellten ‚Allmachtsfantasien‘ in keinster Weise der Loki-Energie!

Bis hierhin gab es Impressionen, Eindrücke, schöne Fotos und wunderbare Erlebnisse. Doch was hat es eigentlich wirklich auf sich mit diesem Loki, welche Energie trägt er? Was bewirkt er? Und weshalb begegnet man immer wieder Menschen – Hexen und Asatruar – die so extrem vor ihm zurückschrecken, ja abwehrend auf die Arbeit mit ihm reagieren, während andere sich Hals über Kopf in ihn verlieben?

Seit über einem Jahr arbeite ich intensiv am Thema ‚Loki‘, mit Loki-Energie und mit Loki persönlich. Diese Arbeit umfasst drei Gebiete, die sich miteinander überschneiden: Die Wissenschaft (Religionswissenschaft und Geschichtswissenschaft), die Psychologie und die magische Arbeit. Mit der Runenarbeit habe ich 1992 intensiv begonnen. Die nordische Mythologie kenne ich in ersten Zügen bereits aus meiner Kindheit. Das heißt, dass der Start der Arbeit für mich ein verhältnismäßig lockerer Einstieg gewesen ist.

Die hier im weiteren ausgeführten Gedanken, Wahrnehmungen und Empfindungen basieren ausschließlich auf meinen persönlichen Wahrnehmungen, fussend auf individuellen Erfahrungen, geprägt durch in der Vergangenheit von mir verfasste Schriften und Impressionen. Göttliche Energien können sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, denn wir Menschen sind ja bekanntlich sehr unterschiedlich. Und so kann es sein, dass wir mit einem Gott, einer Göttin sehr gut können, die nächste Gottheit uns jedoch kaum berührt. Insofern haben die weiteren Ausführungen keinen Anspruch auf ‚Richtigkeit‘ oder gar irgendeine allgemeine ‚Wahrheit‘.

„Loki ist schmuck und schön von Gestalt (…).“ (aus der jüngeren Edda)

Loki bringt zunächst eine enorme Leichtigkeit, Lockerheit und sehr viel Humor mit sich. Mit kaum jemanden lässt es sich so gut lachen, feiern und Spaß haben (obgleich der gute Thor beim Feiern locker mit hält). Zudem ist er ein Charmeur, nett anzusehen und hat immer und zu jeder Lebenslage einen Spruch auf den Lippen. Er ist schlagfertig und geschickt mit der Zunge, weiß aber zuweilen nicht, wann er den Mund halten sollte. Seine schnelle Zunge bringt ihn das eine oder andere Mal in Schwierigkeiten, aus denen er sich geschickt – und meistens mit Gewinn – herauswindet. Laufeyson ist in seiner Art unverblümt und absolut direkt. Dies kann von Geschöpfen, die gerne mal die Ohren zuklappen oder in bestimmte Situationen nicht rein schauen wollen, als verletzend, stichelnd oder gar bösartig empfunden werden.

Idun reicht Loki einen Apfel, Darstellung von Foster, Mary H. 1901.

Idun reicht Loki einen Apfel, Darstellung von Foster, Mary H. 1901.

Eine der ersten Grundregeln in der Arbeit mit Loki lautet: Loki müssen klare Grenzen gesetzt werden! Er ist einer, der klare Worte schätzt! Ein: ‚Ach, Loki, könntest Du mal bitte dies oder das tun oder lassen‘ kommt bei ihm nicht an. „Hör auf meinen Met zu leer saufen!“ „Laß die Katze in Ruhe!“ „Ich will jetzt schlafen, verziehe Dich und komme frühestens in X Stunden wieder!“ „Finger weg von den Ohrringen!“ Das sind Sätze, die er versteht, aber oft begründet haben will. Handfeste Gründe akzeptiert er sofort. So wird er Dich schlafen lassen (kann er nachvollziehen, er ist selbst ein Langschläfer), aber durchaus den Met austrinken. Wenn Du ihn dann anmeckerst, das der Met weg ist, wundere Dich nicht, wenn er gut drauf ist, kann es sein, dass plötzlich in Deiner Manteltasche ein nie vermisster Geldschein auftaucht, um Nachschub zu besorgen.

Mit Loki kommt eine enorme Elementarenergie. Er ist verbunden mit dem Feuer, welches ihm zugeordnet ist, aber auch mit Luft und Erde. Das Wasser scheut er etwas in meiner Wahrnehmung. Dies scheint damit im Zusammenhang zu stehen, das unter der Lockerheit, der Leichtigkeit und dem spaßigen Wesen Loki Laufeysons ein immenser Schmerz ruht, der ihn umtreibt. Früh erkennt sein scharfer Geist die Leichtfertigkeiten der Asen. Er erkennt, dass sie beginnen dekadente Strukturen entwickeln. Odin fixiert sich seines Erachtens immer mehr auf Walhalla und Ragnarök. Die Götter nehmen ihre Kräfte und die Gaben, welche die Natur (in Form von Idun, die die Äpfel der Jugend reicht) und die Zwerge, ihnen reichen als selbstverständlich an. Achtsamkeit vor Natur und Leben schwinden. Dankbarkeit gegenüber den Mitgeschöpfen gibt es kaum. Tiere werden geschlachtet und wieder zum Leben erweckt. Es gibt kein Gefühl mehr für den Strom allen Seins.

Loki liebt Odin von ganzem Herzen und erträgt es kaum, wie dieser sich immer mehr auf den Ragnarök fixiert und nur noch Kämpfer für Wallhall ansammelt. Er mag Thor sehr, sehr gerne, weil Thor authentisch ist, klar an Struktur und ein Herz für die Menschen hat. Er verehrt Freya. Und er arbeitet viel öfter mit ihr Hand im Hand, als mir vor der Campwoche bewußt gewesen ist.

Überhaupt nicht klar kommt er mit Heimdall, dem Wächter des Bifröst. Laufeyson ist der Meinung, dass die Übergänge zwischen den Welten für alle Geschöpfe offen sein sollten. Menschen sollten ungehindert nach Asgard gelangen können, um an den Kräften und Freuden der Götter Teil haben zu können. Loki differenziert nicht zwischen Menschen, Göttern, Riesen, Trollen, Elben… Er selbst ist Teil verschiedener Welten. Niemand sollte einem anderen den Zugang zum ‚Himmel‘ verwehren!

Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.“ (Old Crow)

Loki mag die Menschen, die zu sich stehen. Authentizismus liebt er, Perfektionismus mag er nicht. Er selbst ist bereit Fehler zu machen und zu ihnen zu stehen. Ein Lehrer und ein Lernender ist er, der an seinen Erfahrungen wächst. Er liebt die Menschlichkeit, die ‚Fehlerhaftigkeit‘ und dadurch die Schönheit im Handeln. Ohne Fehler können wir uns nicht entwickeln, ohne Fehler können wir nicht lernen, ohne Fehler bleiben wir dumm. Und so gibt es den ein oder anderen Menschenschlag, den Loki überhaupt nicht leiden kann: Besserwisser, Alles-Richtig-Macher, Fehlervermeider, Angsthasen, Selbstbemitleider, Zum-Perfektionismus-Erzieher, genormte Menschen, Erfahrungsvermeider… die Liste lässt sich lang fortsetzen.

Loki und Iduna, Darstellung von John Bauer.

Loki und Iduna, Darstellung von John Bauer.

Gott zu sein bedeutet in der Regel verehrt zu werden. Doch Anbetung und Verehrung, dies sind Dinge, denen Loki Laufeyson zuweilen sehr skeptisch gegenüber steht. Gerne trinkt er Met und Bier (und besonders gerne isst er – dies weiß ich aus erster Hand – frisches, noch warmes Brot, dass er fett mit Butter bestreicht) und freut sich über ein Festmahl, an dem er Teil nehmen kann. Er erfreut sich an Liedern und war in Anbetracht eines Witchcamps in seinem Zeichen ganz aus dem Häuschen. Offenkundig tanzt er auch sehr gerne (allerdings vermag ich nicht zu beurteilen ob gut) und wünscht sich viel Lachen von den Menschen. Er ist selbstverliebt und liebt es sich für ein Ritual ‚chic‘ zu machen… jedenfalls das was er darunter versteht… Wenn er offenen Herzens eingeladen wird, dann freut er sich zu kommen und sein Erscheinen bringt eine hohe Spaßgarantie. Natürlich liebäugelt er auch sehr mit einem schönen, krafvollen, bunten und nach Möglichkeit chaotischen Altar. Selbstgemachte ‚Loki-Devotionalien‘ findet er phantastisch. Egal ob selbst gemalte Bilder, Skulpturen oder Brennereien. Hauptsache sie sind so groß wie möglich.

Auf der anderen Seite gibt es einiges, was er ganz und gar nicht mag. Und dies sind unter anderem Demut, Unterwürfigkeit, ganz zu Schweigen von Heuchelei. Und: Komme keiner auf die Idee so absurde Dinge zu tun, wie zu Loki zu beten, ihn anzuflehen oder ihn vollzuheulen! Letzteres ist unter seltenen Umständen toleriert, wenn er selbst Verursacher der Heulerei ist und jemanden wirklich, wirklich auf die Füße getreten ist. Als Auswirkungen seiner eigenen Fehlerhaftigkeit erträgt er so gut wie alles. Loki Laufeyson ist ebenso Jötun wie Gott. Wir Menschen sind in seinen Augen Geschöpfe, die göttlich sind. Er trennt nicht zwischen sich und dem Menschen. Aber sehr gerne nimmt er wahr, dass die Menschen ’noch viel zu lernen haben‘ und ’noch klein sind‘ und so stellt er sich dann bereitwillig als Zuhörer, Lehrer und Ratgeber zur Verfügung. Doch Vorsicht: Er ist und bleibt Loki! Alles was er sagt und tut, sollte man mit einem zwinkernden Auge und Humor betrachten. Menschen ohne Humor empfehle ich dringendst einen großen Bogen um Loki zu machen!11366-2

Und dann wäre da noch… Sex. Es gibt da eine Besonderheit, die Loki umgibt, die offenkundig dazu führt, dass Männer wie Frauen sich auf einer tiefen, sinnlichen und sexuellen Ebene zu ihm hingezogen fühlen. Eine enorme Feuerkraft, eine enorme Lebensenergie geht von ihm aus. Seine Präsenz ist absolut unleugbar. Diese sexuelle Energie ist so stark, dass der Zeitpunkt kam, an dem ich mich immer noch in keiner Weise auch nur annähernd in Loki verliebt hatte, ich mich fragen mußte, ob mir eine entscheidende Grundenergie Lokis verschlossen ist. Nahm ich vielleicht doch gar nicht so viel von ihm auf, wie ich glaubte? War ich möglicherweise total auf dem Holzpfad? Er war ständig um mich herum, suchte permanent körperlichen Kontakt, aber ausschließlich auf eine tiefe, respektvolle und herzliche Ebene. Wir lachten miteinander, wir unterhielten uns, wir gingen in tiefe Tiefen. Wir waren mit Themen befasst, die ausschließlich uns beide betreffen. Und ganz nebenbei kam – auch typisch für Loki – dann der Hammer: Er machte mir ein Angebot (magischer Natur, völlig unsexuell!), das zunächst dazu führte, dass ich ihn erst mal auf Abstand kickte. Das mußte sein, denn im ersten Moment hielt ich es für einen der typischen Loki-Scherze: „Hey komm, lass uns los ziehen und einen Schatz suchen!“ – wo man dann schon ahnt, dass man in der nächsten Dorfschänke hängen bleibt und drei Tage durch säuft.

Doch wenn es etwas gibt, womit Laufeyson gut umgehen kann, so ist es klares Handeln. Und so ließ er seinen Worten sehr zeitnah Taten folgen, die meine Sichtweise auf ihn und sein Wesen noch einmal enorm vertieften und klärten.

Sexuelle Energie ist Lebenskraft. Eine Lebenskraft, die Loki Laufeyson beinahe mehr benötigt als alles andere. Er schwimmt darin, er lebt darin, er möchte gerne geliebt werden. Und wenn sich diese Liebe auf einer sexuellen Ebene äußert, so schwimmt er auf diesen Wogen mit. Mir ist nun klar geworden, weshalb das ‚Loki-Fieber‘ so um sich gegriffen hat, weshalb viele sich in ihn verlieben, weshalb andere ihn aber eben auch fürchten:

Loki Laufeyson liebt die Menschen, er bewundert sie, er taucht ab in ihre wundervolle ‚Fehlerhaftigkeit‘ und ‚Kurzlebigkeit‘. Er sehnt sich nach den Lebenszyklen, die bei ihm so lange dauern, dass er sich selbst immer wieder an sie erinnern muß.

Loki ist verliebt in die Menschen. Und diese Liebe reflektiert sich in einer enormen Lebensfreude, Kraft und einem tiefen, brennendem Feuer.

Und manchmal ist Lokis Liebe schwer zu ertragen. Denn sie ist bedingungslos, klar und sie wird Dich, wenn Du sie zulässt, zu Deinen göttlichen Wurzeln führen.

Möge die Reise weiter gehen!

Lachen