Jahresrückblick 2018 – Vorschau 2019

01.01.2019

Ich hoffe Ihr alle hattet einen guten Start in ein gesundes, neues Jahr! Möge es ein Jahr voller Freude, schöner Ereignisse und Harmonie werden. Ein besonderer Wunsch von mir für 2019 ist Frieden! Mögen die Menschen überall auf der Welt in Ruhe und ohne Bedrohung ihr Leben führen können. Auch wenn dieser Wunsch wie eine Utopie klingen mag – was irgendwie traurig ist – möchte ich ihn hier teilen.

Ja, wie war 2018 so für mich? Wie stets beginne ich mit den nackten Fakten, nämlich mit meinem ‚Fenster zur Welt‘, welches mein Blog ist. 8180 mal haben Menschen sich auf meine Internetpräsenz begeben, um dort zu stöbern, dabei habe ich 38 Beitäge publiziert und 107 Menschen folgen mir.
Ich danke Euch herzlich dafür, dass ihr mir Eure Aufmerksamkeit schenkt und werde mein bestes tun, damit es sich auch 2019 lohnt am Ball zu bleiben.

Seit Juni ging fast die gesamte Freizeit in das Projekt ‚Renovierung‘

Im Vergleich zum Vorjahr gab es 11 Arktikel weniger zu lesen. Und nicht nur der Juli, sondern auch der Oktober blieb komplett „beitragsfrei“. Zu sehr war ich mit etwas anderem befasst, was meine Energie extrem gebunden hat: Alles begann damit, dass ich meine Küche ausräumte, neu gestrichen habe und entrümpelt habe. Da hat es mich gepackt und schlagartig räumte ich mein gesamtes Schlafzimmer aus, sortierte Kram aus, spendete ihn und baute dann das gesamte Zimmer ab. Alles kam rüber in mein Wohnzimmer – es wurde sehr eng – und dann riss ich im Schlafzimmer die Tapeten von den Wänden und den Boden raus. Kurzum: Ich renovierte meine Wohnung. Nach dem Schlafzimmer kam das Wohnzimmer dran und ich besorgte mir auch komplett neue Möbel. Als alleinstehendes und selbständig arbeitendes Individuum war dies ein enormer Kraftakt. Zwar hatte ich beim Möbelkauf und beim Verkleben von Fototapete die Unterstützung meines Vaters (der gerne noch viel mehr gemacht hätte, wenn ich ihn gelassen hätte), aber das Meiste habe ich ganz alleine gemacht. Das war mir auch ein echtes Bedürfnis, meinen Raum komplett neu zu gestalten. Wer im Aussen neu gestaltet sortiert sich oft auch im innen neu. Und so mag es kaum verwundern, dass 2018 für mich ein Jahr enormer innerer Umbrüche war. Es hat sich viel in meiner Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmungen dessen, was mir gut tut, verändert. Dadurch habe ich meine Einstellung zu einigen Dingen grundlegend verändert.

Bodypainting ist ein Thema, welches ich 2019 gerne weiter ausprobieren möchte.

Neben Renovieren war auch das Reisen glücklicherweise wieder ein Thema in meinem Leben. Nicht nur kam ich 2018 wieder in mein geliebtes Irland, sondern ich zog in diesem Jahr auch einen wirklich dicken Fisch an Land – und ließ ihn bzw. sie auch gleich wieder schwimmen. Die Tage in Irland gehören für mich zu den entspannenden des Jahres und sind mir von daher sehr wichtig. Doch auch Hexentreffen riefen mich in diesem Jahr wieder. Einmal mußte ich mich dafür auf den Hexenbesen schwingen und in den Harz zum Löwenzahntreffen zu reisen. Hier verbrachte ich ein paar wunderbare Tage voller Magie und voller zauberhafter Menschen, Werwölfe und sonstiger Kreaturen. Vor allem durften wir alle sehr viel Lachen.
Und ein weiteres Hexen- und Heidentreffen gab es dann in der zweiten Jahreshälfte. Dies fand hier in Berlin statt: Erstmalig war ich mit meiner spirituellen Gruppe, den Zaunköniginnen mit bei der Langen Nacht der Religionen dabei! Zu diesem Ereignis reisten auch viele Hexenfreunde aus ganz Deutschland – und sogar der Schweiz – an. Es war einfach zauberhaft! Wohl dem, der so wunderbare Menschen kennt!

Immer mit dabei: Alter Hexenkater Iggy

Im Beruf lief es 2018 für mich zufriedenstellend. Endlich habe ich allerdings ein Projekt in Angriff genommen, welches ich schon lange vor mir her schiebe: Im Januar beginnt mein Einsteigerkurs für die spirituelle und magische Praxis. Ich freue mich schon sehr auf die erste Stunde und bin auch ein bisschen aufgeregt und gespannt. Im Bereich der Schreiberei habe ich mich 2018 – mit Ausnahme von einem kleinen Artikel für eine Apothekenzeitschrift – zurück genommen. Ob es 2019 wieder etwas mehr wird? Wir werden sehen. Und wie es mit der Zusammenarbeit mit der Filmhochschule Babelsberg weiter geht, auch dies wird sich 2019 hier zu lesen sein.

Im Bereich der Familie war viel los 2018, nicht zuletzt hatte meine Nichte einen komplizierten Knochenbruch und war eine Weile an den Rollstuhl gefesselt, was für ein so bewegungsaktives Geschöpf wie sie ein herber Schlag war. Inzwischen humpelt sie wieder durch die Gegend, Eir sei Dank!
Sylvester war ich bei meinen Eltern zum Käsefondue und vor Mitternacht bin ich Heim zum Hexenkater, damit er nicht alleine beim Höhepunkt der Knallerei ist. Der alte Kerl nahm die Knallerei gelassen, war aber sehr froh, dass ich bei ihm saß. Ich freue mich auf 2019, in dem hoffentlich alle gesund bleiben! Ihr wisst ja: Vorsätze mache ich keine mehr, wenn ihr mir gewogen bleibt bekommt ihr schon mit, was ich im Laufe des Jahres alles so treibe. 

 

Frohe Festtage!

21.12.2018

„Nur wer an Wunder glaubt ist ein Realist!“

(David Ben Gurion)

Die längste Nacht des Jahres liegt hinter uns, der Vollmond steigt auf und die Rauhnächte beginnen mit einem milden Wind und leichtem Regen, der an das Fenster klopft. Traditionell beginne ich diese Zeit mit einem alten Geldzauber, den ich von meiner Familie übernommen habe: Linsensuppe stellt sicher, dass die Taschen nicht leer werden und immer genug Speise auf dem Tisch stehen. Möge die Kraft des Zaubers auch für Euch wirken!
Ich wünsche Euch allen besinnliche Rauhnächte voller Magie und Wunder sowie zauberhafte Festtage im Kreise der Menschen und Geschöpfe, die Euch lieb und teuer sind. Möget Ihr stets geborgen sein und gut in ein glückliches, gesundes neues Jahr 2019 kommen!

Dies wünscht Euch
Curtis Nike

Solvitur quaestio?

19.12.2018

Es klingelt an der Tür. Ich stürze hin, denn wir erwarten unser Abendessen, welches wir uns bestellt haben. Ihr erinnert Euch: Wir befinden uns mitten in den Dreharbeiten zu einem magischen Filmprojekt. Vor Aufregung habe ich an diesem Tag nichts gegessen, wobei Thanis mich immer wieder mit Fudge versucht anzufüttern. Inzwischen ist es nach 21.00 Uhr, wir arbeiten also schon seit mehr als fünf Stunden und inzwischen verspüre sogar ich so etwas wie ‚Appetit‘. Ich öffne die Tür, lächelnd, doch der Sushi-Zusteller schreckt regelrecht zurück, erblassend. Scheu reicht er mir die Verpackungen und will fast gehen, ohne dass ich ihn bezahlt habe. Doch ich drücke ihm sein Geld in die Hand und er flüchtet ehe ich noch etwas Trinkgeld geben kann. Ich bin irritiert. Ich bin voll in meinem Element und vergesse dabei zuweilen, dass es Menschen gibt, die Angst vor den Energien haben, mit denen wir arbeiten. Für manch einen sind Hexen noch immer furchteinflößend.

Kunst oder Ritual? Am Ende wird dies der Betrachter selbst entscheiden müssen.

Energien… sie werden in Bewegung gesetzt und in der Magie durch Inszenierungen nutzbar gemacht. In einem Ritual übernehmen die Teilnehmer bestimmte Rollen, die sie ausfüllen. Je nachdem, welche Rolle sie gestalten lenken sie unterschiedliche Energien. Beim Ziehen des Kreises beispielsweise geht es darum durch den magischen Akt einen geschützten Raum zu schaffen. Doch nicht nur in der Magie werden Energien bewegt, auch im Alltag geschieht dies immer wieder. Ihr könnt das mal überprüfen: Sichtbar wird es besonders in der Küche, die nicht genutzte Küche hat eine komplett andere Energie, als eine Küche in der gekocht oder gebacken wird. Fühlbar wird es beim Tanzen: Fühle einmal in Dein eigenes Zimmer hinein und dann nimm Dir die Zeit, um zu Deiner Lieblingsmusik zu tanzen. Wie verändern sich Deine Schwingungen, wie verändern sich die Schwingungen des Raumes? 

Ein leuchtendes Pentagramm

Es geht auf Mitternacht zu, als die letzte Szene mit uns Hexen als Darstellerinnen im Kasten ist. Ein sehr inspirierender, lehrreicher aber auch anstrengender Tag neigt sich dem Ende entgegen. Erschöpfung macht sich in mir breit. Ich wechsel mein Ritualgewand gegen meine Hauskleidung ein und transformiere mich wieder in mein weltliches Leben hinein.
Was für ein unvergesslicher Tag! Am Ende bleibt nur eine letzte Frage im Raum: 
Aufgabenstellung gelöst? Ist es gelungen ein Ritual filmisch künstlerisch in Szene zu setzten? Und diese Frage können wir noch nicht beantworten. Denn erst im nächsten Jahr wird der Film sichtbar gemacht. Gegen Ende Januar könnte es diesbezüglich schon Neuigkeiten geben. Darauf bin ich schon sehr neugierig!

Magische Dreharbeiten

17.12.2018

Letzten Donnerstag war es soweit, die Dreharbeiten zum Projekt ‚Rituelle Kunst – künstliche Rituale‘ (so mein persönlicher Arbeitstitel) sollten beginnen. Selten war ich vor einem Projekt so aufgeregt wie vor diesem. Dabei gab es für mich im Großen und Ganzen gar nichts zu verlieren. Wenn der Film gut würde, so könnten Thanis, die ich als Unterstützung mit ins Boot geholt hatte, und ich uns freuen. Wenn nicht, so müßten wir uns auch keine Gedanken machen. Denn der Film würde erst einmal ein reines Kunstprojekt sein und es war und ist zunächst nicht vorgesehen ihn abzustrahlen. Und es würde auch keine Benotungen oder negativen Konsequenzen für das Filmteam geben. Es war einfach eine Übung. Dennoch schwitzte ich Blut und Wasser und konnte den ganzen Tag nichts essen. Denn: Ich wollte es für mich so gut wie möglich machen!
Um 16.00 Uhr erwarteten wir das Filmteam, bereits um 15.00 Uhr schlug meine Freundin Thanis bei mir auf und wir begannen im Vorfeld das Filmstudio aufzubauen. 

Spieglein, Spieglein auf dem Tisch, siehst Du mich oder siehst Du mich nicht?

Pünktlich um 16.00 Uhr dann kam das Filmteam dazu: Regisseurin Alison, Kamerafrau Laura und Kameraassistent Lukas. Es konnte los gehen! Und das tat es dann auch: Mit dem Drehbuch.
Ich habe noch nie mit einem Drehbuch gearbeitet und mit Drehvorgaben, dies war für mich eine komplett neue und spannende Erfahrung. Das Filmteam hatte nur eine begrenzte Filmrolle zur Verfügung und diese Rolle war in Szenen unterteilt worden, die in etwa zwischen 20 Sekunden und 2 Minuten lang waren. Jede Szene mußte sitzen, das heißt wir durften uns keine Fehler leisten, da jede Szene, die neu gedreht werden mußte, vom Endfilm ab gehen würde. Sprich: An und für sich gab es höchstens eineinhalb Minuten Material ‚Spielraum‘ für Patzer, um einen Kurzfilm zu drehen. Jeder Stolperer, ein Nieser, ein Zittern der Hand, ein Streichholz, welches nicht zündet könnte Auswirkungen auf das Resultat des Filmes haben. Das Entzünden einer Kerze wurde mit einem Male schon bei den Dreharbeiten ähnlich bedeutend wie in einem Ritual selbst. Die Dreharbeiten selbst wurden zu einer rituellen Szenerie, in der alles im Vorfeld geübt und geplant wurde.

Egal welcher Zauber kommt: Immer schön einen klaren Kopf bewahren! Thanis und Curtis Nike

Im Film geht es darum unsichtbares sichtbar zu machen und durch künstlerische Mittel die Zuschauerschaft einzufangen und Teil haben zu lassen an der Energie eines magischen Rituals. Hierzu wurden einige spannende Elemente genutzt, die ich selbst sehr inspirierend finde. Mein Respekt vor der Arbeit vor und hinter der Kamera ist durch die Dreharbeiten noch einmal gestiegen. Auf kleinstem Raum wurde inszeniert und gedreht. Die Kamera und das Equipment sollten nur an diesem einen Tag zur Verfügung stehen, dies hieß, dass nur das Material, welches an diesem Tag abgedreht wurde auch in den Film kommen würde. Einen Nachdreh würde es nicht geben. Einen Ersatztermin auch nicht. Der Film musste an einem Tag im Kasten sein. Was für eine Herausforderung! Sie verlangte von allen Anwesenden höchste Konzentration. Das Filmteam drehte in einer Umgebung und zu einem Thema, welches ihm vorher komplett unbekannt war. Die Darstellerinnen, nämlich wir zwei Hexen, waren zwar absolut firm im Thema, aber wir waren dafür komplett unerfahren in der Schauspielerei. Das wir beide schon einmal vor einer Filmkamera gestanden hatten war nicht von Belang, denn es sollte sich herausstellen, dass das Arbeiten mit Drehbuch und analogen Film noch einmal etwas ganz anderes war. Und so begegneten sich hier auch zwei Welten, die miteinander verbunden werden wollten.

Ob wir es wohl geschafft haben? Ihr sollt es demnächst in meinem letzten Beitrag zum Thema erfahren. Bleibt mir gewogen!

Rituelle Kunst – künstliche Rituale

15.12.2018

Rituale spielen in spirituellen und religiösen Kulten eine ausschlaggebende Rolle. Aber auch aus der Magie sowie dem Hexenwesen sind sie kaum weg zu denken. Doch was ist ein Ritual eigentlich? Unter ‚Ritual‘ versteht man eine nach vorgegebenen Strukturen aufbauende spezifische Handlung. Diese Handlung kann feierliche Formen haben. Oftmals haben rituelle Handlungen und Gesten eine besondere Symbolik. Ein Ritual kann Wortformen, Gesten und Bewegungen umfassen. Auch der Raum, in den rituelle Handlungen stattfinden, kann bestimmten Regeln oder Strukturen unterworfen sein. Insofern ist ein Ritual immer auch künstlich, Ritual kann somit also auch eine Form von Kunst sein.

Der Aufbau beginnt

Immer mal wieder erhalte ich Anfragen von Medien, die Projekte zum Thema ‚Hexen‘ vor haben. Meistens geht es darum ‚gleich morgen‘ für einen Film, eine Sendung oder einen Clip zur Verfügung zu stehen und am besten auch noch irgendwas mit ‚Ritualen‘ zu machen. Die meisten der Emails sind uninteressant für mich und erwecken zudem den Verdacht, dass es nicht darum geht ein Thema einfühlsam und kompetent zu bearbeiten. Meistens soll in erster Linie unterhalten werden, dies bedeutet dann leider magische Elemente reißerisch und medienwirksam in Szene zu setzen. Auch wenn ich Inszenierungen zuweilen liebe und gerne mal mit dem Zauberstab rumwedel, für so etwas stehe ich nicht zur Verfügung! Leider wird dem Thema ‚Hexen‘ in unserer Gesellschaft zuweilen immer noch mit Ressentiments begegnet. Ausdruck fand dies zum Beispiel in einer Email, die ich im Frühjahr erhielt. Hier hieß es, ‚ob ich nicht mal für eine Sendung irgendwas mit schwarzer Magie machen könne.‘ Ja, da fühlt man sich gleich ernst genommen…

Schrittweise entstehen Elemente des Altars.

Wie erfrischend anders war da eine Anfrage, die mich am Nikolausmorgen erreichte. Die Email stammte von der Regiestudentin Alison der Filmuniversität Babelsberg. Sie war nicht nur sehr freundlich formuliert, sondern es wurde gleich klar, dass es hier nicht um ‚Sensationsjournalismus‘ gehen würde, sondern um ein herausforderndes und spannendes Filmprojekt. Der für mich elektrisierende Satz lautete: „Gerne würde ich ein magisches Ritual auf künstlerische Weise filmen.“ – die Verbindung zwischen Kunst und Magie hat mich schon immer fasziniert und so überlegte ich nicht lange, sondern schlug Alison gleich ein Treffen vor. 

In der folgenden Woche traf ich mich mit Alison und ihrer Kamerafrau Laura. Schon nach wenigen Momenten war klar: Es passt! Je mehr ich von dem Projekt erfuhr, desto gespannter war ich auf die Herausforderung. Diesmal würde es nicht darum gehen eine für die Medien relevante Inszenierung für breites Publikum zu gestalten, im Gegenteil! Es würde vorderhand um das Lösen einer – meines Erachtens – ziemlich kniffligen Aufgabe gehen: Auf nur einer begrenzten Menge analoge Filmspule (etwa 11 Minuten) sollten Szenen eines Rituals künstlerisch miteinander verwoben werden. Und die Dreharbeiten konnten nicht länger als einen Tag dauern, dann müssten alle Szenen im Kasten sein. Aus dem so entstandenen Material würde dann am Ende ein Gesamtwerk werden.
Das war etwas ganz nach meinem Geschmack!
1. Etwas, was ich noch nie gemacht hatte.
2. Etwas von dem ich überhaupt keine Ahnung hatte.

3. Eine spannende Herausforderung, bei der ich etwas lernen konnte.

Keine Frage, da bin ich dabei! Und wie dieses Abenteuer verlief, dazu nächstes Mal.

Bleibt mir gewogen!