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Angst und Wut
22.05.2025 ev
Die Situation ist angespannt. Konflikte liegen in der Luft. Die Energien flimmern. Die Dinge geraten aus dem Ruder. Ich fühle Ohnmacht. Was geschieht nur?
Angst steigt in mir auf. Verlustangst. Angst meinen Halt zu verlieren. Angst meine ehrliche Meinung zu sagen. Angst davor, dass ich ins Abseits gedrängt werde. Angst meine Wurzeln zu verlieren. Ich fühle mich unterlegen.
Es steigt in mir auf. Unvermeidlich. Unabdingbar. Es brennt wie Feuer. Mein Herz rast. Der Blutdruck schnellt nach oben. Irgendwann platzt mir der Kragen. Ich bin wütend! Man hat mich verletzt! Man ist mir auf die Füße getreten! Ich fühle mich gedemütigt und geschlagen!
Und hier, genau an diesem Punkt – dann, wenn ich am schwächsten bin, am verletzlichsten – stehe ich vor einer Weggabelung.
Ich bin so wütend! Zorn steigt in mir auf. Ich möchten um mich schlagen, verletzen, zeigen wer ich bin. Mit mir kann man das nicht machen! Mein Zorn wallt auf und wird zu Haß.
Du hast mich verletzt!
Du hast mich bloß gestellt!
Du hast es verdient meinen Zorn zu spüren zu bekommen!
Ich hasse Dich für das, was Du mir angetan hast!
Wenn ich zurückschlage, dann hast Du es verdient!
Ich möchte schlagen!
Ich möchte beißen!
Ich will Dich mit meinen Worten verletzen!
STOP!
Wut führt zu Haß, Haß führt zu Leid. Und dieses Leid fügen wir nicht nur anderen zu. Die Kehle wird eng, das Herz versteinert, im Magen rumort es. Je mehr körperliche Beschwerden aufsteigen, umso mehr brodelt es. Entfesselte Wut zerstört blindlings und leider irreparabel.
Gehen wir also noch einmal ein paar Schritte zurück und sehen den Tatsachen ins Auge:
Wut ist ein intensives und schmerzhaftes Gefühl, es basiert darauf, dass meine Ängste getriggert werden. Und genau deshalb ist Wut so wichtig, denn sie zeigt mir auf, dass etwas um mich herum nicht stimmt. Sie zeigt mir unmissverständlich, dass es notwendig ist etwas zu verändern. Und dies zeigt sie mir durch Schmerz.
So sehr wir diesen Schmerz durch Reaktion und Aktion bekämpfen wollen, so wichtig ist es Inne zu halten. Zur Ruhe zu kommen. Einen klaren Kopf zu bekommen. Reaktionen in Wut führen zu Hass und zu Leid. Wir verletzen dabei nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Umgebung.
Es ist nicht leicht dem Zorn stand zu halten und ‚einen kühlen Kopf‘ zu bewahren. Es erfordert Selbstdisziplin und zugleich Erdulden des Schmerzes. Es erfordert das Bewahren von Ruhe und dennoch die Kraft aus dem Schmerz – hervorgerufen durch die Wut – zu lernen. Es erfordert den unabdingbaren Mut sich der Situation zu stellen und in die Transformation zu gehen. Dies bedeutet keineswegs Demütigungen von Außen zu ertragen, sondern die Konsequenzen daraus zu ziehen und die entsprechenden Veränderungen umzusetzen.
Danke, dass ich erkennen darf.
Danke, dass ich lernen darf.
Danke, dass ich mich entwickeln darf.

In Bearbeitung, Curtis Nike
Die Sieben inneren Begleiter
06.02.2023
Ich freue mich sehr, dass wir Martin von Earth Art Sky am Wochenende des 10. März bei uns in Berlin begrüßen dürfen. Er bringt uns den Wochenendworkshop ‚Die 7 inneren Begleiter‘ erstmalig in unsere Stadt. Ich selbst durfte diesen Workshop als Pfadarbeit bereits im Witchcamp 2022 kennen lernen und empfand die Arbeit als sehr intensiv und transformierend.
In diesem Workshop lernen wir, mit inneren Bildern zu arbeiten, während wir durch die sieben Chakren reisen. Wir besuchen unsere inneren Begleiter, verbinden und integrieren möglicherweise Teile von uns selbst, die wir verloren oder von denen wir uns entfremdet haben. Neugierig freue ich mich auf die anstehende Reise in die Seelentiefen.

Julstollen für Loki
15.07.2019
Heute Morgen erwache ich ausgeruht. Tief atme ich durch. Hinter mir liegt ein ereignisreiches und intensives Wochenende an dem Herausforderungen bewältigt werden sollten und Grenzen überschritten und neu gesteckt wurden. Es war ein Wochenende voller Lachen und Freude, voller Reflektionen und Konfrontationen, voller Tränen und tiefem Fühlen. Es war wieder einmal Loki-Zeit!

Welches Gesicht trägst Du heute?
Erstmalig fand der Loki-Workshop, den ich auf Grund einer Vereinbarung mit Loki im Jahr 2012 selbst konzipiert habe, im Frühjahr 2013 statt. seitdem haben immer wieder Hexen ihre Köfferchen gepackt und sind mutig los gezogen, um sich auf eine Reise zu machen in ein Abenteuer mit Loki Laufeyson. So auch in diesem Sommer: Dieses Wochenende hatte eine Hexengruppe den Workshop komplett gebucht und die Reise begann für mich persönlich mit einer großen Herausforderung: Nach meiner langen, ernsten Erkrankung war ich erst zwei Tage vor dem Wochenende wieder gesund geschrieben. Konnte ich es wagen die intensive Arbeit an dem Workshop aufzunehmen? Alles in mir sehnte sich danach wieder mit Loki zu reisen, wieder in das Abenteuer zu stürzen, wieder voll durch zu starten. Auch freute ich mich bereits auf die Hexengruppe, die kommen würde. Mit allen hatte ich schon einmal gearbeitet und ich wusste im Vorfeld, dass sich hier sehr viel bewegen würde!
Weg wagt gewinnt, also startete ich durch.
Die Reise war wieder einmal ein unglaublich intensiver und atemberaubender Trip. Immer wieder ist es erstaunlich wie komplett anders sich der Workshop mit jedem Male entwickelt und welche Themen aufkommen. Grenzüberschreitungen, die eigenen Grenzen kennen lernen und dabei das eigene Potential auszuschöpfen und zu neuen Kräften zu kommen, dies war ein Aspekt, der begleitend wirkte. Zugleich brachen wir gemeinsam Konventionen und stellten fest, dass ein saftiger, süßer Stollen im Juli fast noch köstlicher ist als zu seiner traditionellen Julzeit genossen.

Sonnenstrahlen fallen auf den Loki Altar des Workshops im Juli 2019
Nach der Loki-Begegnung ist man stets verändert: Ein anderer Mensch als zuvor und doch ganz der alte. Eben so wie Gott Loki selbst.
Danke für diese transformierende Reise, deren Auswirkungen sich diesmal auch in meinem Beruf zeigen werden! Danke Loki! Danke ihr mutigen Hexen, die ihr mitgereist seid!
Widersprüche
17.05.2019
Dieser Mai kommt mit einer Widersprüchlichkeit, die an und für sich dem April zugeprochen wird. Dies spiegelt sich repräsentativ in der Wetterlage. Heute scheint die Sonne und die Temperaturen steigen in frühlingshafte Bereiche. Gestern regnete es in einem Moment und Kälte kroch unter die Kleidung, dann brach die Sonne durch und machte Lust spazieren zu gehen. Kaum hatte ich jedoch die Schuhe an zog der Himmel sich zu und öffnete die Schleusen.

Gleich zwei Regenbögen übereinander zeigten sich am Horizont.
Doch was sind Widersprüche eigentlich? Sie sind doch nichts anderes, als Veränderungen, die nicht in unser gedankliches Konzept passen. Oft behagen sie uns nicht und verweisen uns aus unserer Komfortzone. Ich persönlich neige dann dazu knatschig und unleidig zu werden. Oft ziehe ich mich zurück und bin für niemanden zu sprechen. Der Widerspruch ist nicht ausserhalb von uns, er findet in uns statt. Nicht der Mai ist widersprüchlich, sondern meine Wahrnehmung des Monatsverlaufes. Dabei sind es Widersprüche, die Brücken bauen können. Nur wenn die Sonne bei Dauerregen durchbricht kann der Bifröst – jene Regenbogenbrücke, welche die Welten miteinander verbindet – sich öffnen.

Bifröst
Der Bifröst öffnet sich und verbindet unser Midgard, die Erde, mit Asgard, der Welt der Götter. Um diese Verbindung zuzulassen müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Die Begegnung mit den Göttern ist immer auch Konfrontation, aber auch Widersprüchlichkeit. Hier können wir das finden, das über das Menschliche hinaus geht. Die eigene Sterblichkeit und Verletzlichkeit tritt zurück vor der möglichen Erkenntnisfähigkeit.
Die Begegnung mit einem Gott ist stets auch eine Herausforderung. Sie erfordert Mut, sie erfordert Entschlossenheit und sie erfordert die Fähigkeit zur eigenen Transformation. Vor allem aber sollte Humor und Lachen mitgebracht werden.
Diesen Weg kann man alleine beschreiten, oder aber auch zusammen mit anderen.
Für den Juli habe ich bereits mein seelisches Köfferchen gepackt, denn ich werde wieder reisen, gemeinsam mit einer Gruppe neugieriger, mutiger, fröhlicher und entschlossener Hexen gehen wir los, um den widersprüchlichsten und zugleich närrischsten der nordischen Götter zu begegnen. Er lehrte mich eins: Widersprüchlichkeiten beginnt man am besten mit einem herzlichen Lachen aufzulösen.
Ich freue mich auf Dich, Loki!
Alles Neu macht der Mai
01.05.2019
Ich hoffe Ihr alle hattet eine zauberhafte, magische und schöne Hexennacht! Gestern Abend war ich mit meiner besten Freundin und Hexenkollegin aus und wir haben den Abend wie zwei Nerd-Hexen verbracht: Mit Nerd-Kino, Filmdebatten und Essen gehen. Die Arbeit des Alltags war vergessen. Diese Art des Feiern liegt mir im Moment mehr, als die üblichen Berliner Großveranstaltungen.

Loki-Altar des Loki Workshops Anfang März 2013.
Heute früh freue ich mich über einen angenehmen, sonnigen Tag, der mir angekündigt wurde. Ich werde bei angenehmer Wetterlage spazieren gehen und im Inneren planen. Denn Loki wirft seine Schatten voraus: Der nächste Loki Workshop steht vor der Tür, ein Wochenende im Juli wird es sein und an dieser Stelle werdet Ihr demnächst ein wenig mehr erfahren! Das eine oder andere verändert sich grundlegend, anderes bleibt. Magie wird auf wundervolle Art wirken und ich freue mich schon auf ein neues Abenteuer mit dem Trickster, ohne den ein Leben für mich nicht denkbar ist.
Einige von Euch haben es ja sicher schon gemerkt: Meine Aktivitäten haben sich ein wenig aus dem Internet weg verschoben. Privates und Arbeit nehmen mich stark ein und darüber hinaus sind die Zaunköniginnen ein Thema. Auch hier ist das Internet nur ein Hinweisgeber, während sich bei uns vieles tut. Neben dem Loki-Workshop kocht noch anderes im Kessel und bedarf intensiver Vorbereitungsarbeiten. Im Moment bin ich in Berlin auf der Suche nach Seminarräumlichkeiten, denn unser Raum platzt aus allen Nähten und wir brauchen etwas größeres, um auch mit etwas größeren Gruppen arbeiten zu können. Am kommenden Sonntag werde ich etwas besichtigen. Drückt mit die Daumen!
Diejenigen, die den Raum in Kreuzberg schon kennen: Keine Sorge, ich werde auf jeden Fall hier weiter arbeiten und auch hier das eine oder andere verändern.
Veränderung und Transformation – sie wirken schon seit fast einem Jahr besonders intensiv in meinem Leben. Verwundern kann es mich nicht, denn es gibt nur einen beständigen Faktor im Leben: Die Veränderung. Und so freue ich mich auf neue Abenteuer.
Bleibt mir gewogen!

Lokialtar unseres Workshops April 2018, Foto: Peti Songcatcher
