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Finite Incantatem
14.12.2018
Ich lasse meinen Kopf auf das Kopfkissen sinken, schließe die Augen und schlafe fast augenblicklich ein. Die Erschöpfung und Aufregung der letzten Tage fordert ihren Tribut. Mein Herz ist aufgeregt, glücklich, begeistert und müde zugleich als ich heute in den frühen Morgenstunden in mein Bett krieche. Mein Tag gestern bzw. heute früh endete mit dem Schlenker des Zauberstabes und einem – zugegebenermaßen – sehr müden ‚Finite incantatem!‘. Der Zauber ist beendet.

Finite Incantatem. Der Zauber ist vorbei.
Hinter mir liegt ein spannender, aufregender und sehr langer Tag. Es war ein besonderer Tag, an dem ich viel lernen und erleben durfte. Es war ein abenteuerlicher Tag, an dem ich ins kalte Wasser sprang. Und es war ein arbeitsintensiver und anstrengender Tag. Es war ein Tag voller Zauber und Magie. Und das Besondere: Die Magie wurde sichtbar gemacht und auf Filmband fest gehalten. Denn ein Team der Filmhochschule Babelsberg war vor Ort, um einen Dreh zu machen. Wie es dazu gekommen ist und worum es eigentlich geht, dies werde ich hier im Blog in den nächsten Tagen ausführlich berichten.
Ich danke an dieser Stelle meiner Freundin Thanis, dass sie mit mir zusammen ins kalte Wasser gesprungen ist, mich unterstützt hat und das Abenteuer mit mir geteilt hat.
Und ich danke Alison, Laura und Lukas, dem Filmteam aus Babelsberg, die dieses Abenteuer erst möglich gemacht haben.
Bleibt neugierig und freut Euch auf spannende Eindrücke aus der Welt des Films und der Magie!
Was mich glücklich macht…
26.11.2018
Vor einiger Zeit telefonierte ich mit meiner Schwester und wir sprachen über das Thema ‚Glück‘. Dabei erzählte ich ihr, dass ich beinahe jeden Abend (ausser ich bin wirklich ziemlich krank oder hatte einen schicksalhaft schlimmen Tag) mit einem tiefen Glücksgefühl in mein Bett gehe. Dieses Gefühl ist mir absolut bewußt, ich kuschel mich in meine Decke und freue mich darüber so ein schönes Bett zu haben, es warm zu haben und mich geborgen zu fühlen. Meine Schwester wußte sofort ganz genau wovon ich spreche und bestätigte mir, dass es ihr genauso ginge. Wie schön!

Sorgt seit 14 Jahren und 4 Monaten für Glücksmomente: Kater Iggy
Glück und das Empfinden von Glück ist eine Sache der Perspektive. Und so mag es sein, dass manch ein diesen Text lesender Mensch nur verständnislos den Kopf schüttelt über mein persönliches Glücksempfinden. Ich selbst schätze mich als einen sehr glücklichen Menschen ein. Alleine die Tatsache in Sicherheit zu leben, keinen Krieg erlebt zu haben, ein Dach über den Kopf zu haben und einen stets gedeckten Tisch genießen zu können macht mich zu einem sehr zufriedenen und glücklichen Menschen. Zudem habe ich viele zuverlässige Freunde und stehe so sehr auf der ‚Sonnenseite des Lebens‘, dass vor allem meine Familie gerne über meine oft getragene Sonnenbrille schmunzelt.

Das ist nicht nur Luxus, sondern Glücks-Materie: Ein reich gedeckter Tisch.
Glücklich sein heißt für mich vor allem mich gesund und wohl zu fühlen, mich daran zu erfreuen, dass mein Hexenkater Iggy mich schon im fünfzehnten Jahr begleitet, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, kreativ zu sein.
Letztes Wochenende war für mich besonders schön, wir hatten Freitag einen gemütlichen, äusserst kommunikativen Hexenstammtisch, ich hatte Übernachtungsbesuch von Shira und Peti Songcatcher und am nächsten Tag hatten wir ein Sektfrühstück und einen Star Wars-Filmabend mit gutem Wein. So einen Luxus kann ich genießen und ich bin sehr dankbar dafür. Wir lachen zusammen, reden viel und freuen uns an unserer Gegenwart. Ich darf mich glücklich schätzen!
Was ist Glück für Dich? Wann hast Du Dich das letzte Mal glücklich gefühlt? Wofür in Deinem Leben bist Du dankbar?

Glückliche Menschen: Peti Songcatcher und Curtis Nike
Darf ich die Kerzen anzünden?
15.09.2018
Hatte ich nicht angekündigt im ‚Laufe der Woche‘ meinen Artikel zu posten? Und nun wurde es Wochenende? Die geneigte Leserschaft mag es mir bitte nachsehen, ich war in dieser Woche damit beschäftigt im Bett zu liegen und eine zähe Sommergrippe zu bekämpfen. Das Fieber machte es mir leider nicht einmal möglich meinen Email-Wust auch nur zu sichten. Doch nun lasse ich es mir nicht nehmen Euch noch einmal einen Einblick hinter die Kulissen der ‚Langen Nacht der Religionen‘ zu geben.
Zurück zum 08.09.2018…
Es ist Samstag früh, 9.00 Uhr und hinter mir liegen bereits mehrere Stunden Arbeit. Heute sind die Zaunköniginnen erstmalig aktiv mit bei der Langen Nacht der Religionen dabei und ich habe mein winziges Hexenmobil bis unter das Dach voll gepackt mit Material, welches wir später für unseren Stand brauchen werden. Dann fahre ich rüber zum Event-Gelände. Einige Leute aus den unterschiedlichsten heidnischen Gemeinschaften sind bereits da, andere, wie auch eine erste Mitzaunkönigin, trudeln wenig später oder nach und nach ein. Es geht darum die Stände aufzubauen und zu dekorieren… dies zumindest dachte ich bei meiner Ankunft. Doch als ich das Gelände erreiche sehe ich einen Kinderspielplatz, Sitztische und Bänke aus Paletten und sehr viel unaufgeräumtes Chaos. Für einen Sekundenbruchteil frage ich mich wie wir das alles weg räumen sollen, Stände aufbauen sollen und um 13.30 Uhr fertig für die Öffentlichkeit sein sollen. Nur soviel: WIE das Ganze gemanagt wurde weiß ich gar nicht genau. Ich weiß nur, dass es ein hervorragendes Management gab und ich mir einfach so lange ‚Jobs‘ geben ließ, bis wir unseren Stand aufbauen konnten. Und diese Jobs waren ganz andere als erwartet: WC Papier und Küchenrollen aus der Anlieferung holen, zählen und an die jeweiligen Orte bringen und verteilen. Kaffee, Milch, Zucker, vegane Eratzmilch etc. aus der Anlieferung in die Küche bringen, zählen und eintragen usw.
Wenn es mir nicht im Vornherein absolut klar gewesen wäre, spätestens jetzt zeigte sich was für eine enorme Arbeit hinter diesem Event wirklich steckt. Und ich hatte ernsthaft geglaubt ICH hätte stressintensive Vorbereitungen gehabt. Was die Organisatoren der Paganen Wege und Gemeinschaften hier im Vorfeld gestemmt haben war enorm, Hut ab! Spätestens als ganz nebenbei eine Tempelsäule (!) an mir vorbei getragen wurde, da der O.T.O. seinen Tempel für einige Stunden an den Veranstaltungsort verlegen mußte, dämmerte mir, dass ich mit meinen Zaunköniginnen wirklich entspannt in den Tag starten darf 🙂
Tatsächlich schafften es die fleißigen Hexen und Helfer nicht nur den Reclaiming-Pavillion und unseren Stand aufzubauen, sondern vor der Eröffnung um 13.30 Uhr konnte es noch ein gemeinsames Mittagessen am mitgebrachten Picknicktisch geben. Und dann ging es schon los. Die Öffentlichkeit kam nach und nach neugierig durch die Pforte.
Schnell passte ich noch Sinmara von den „Paganen Wegen und Gemeinschaften“ ab und fragte sie: „An unserem Stand haben wir auch Kerzen. Darf ich die Kerzen anzünden?“ Ihr absolut verdutzter Blick war göttinnenlich, „natürlich! Was tut man denn sonst mit Kerzen?“ und dann, nach einer Pause: „Komisch, Du bist heute schon die zweite Person die mich danach fragt.“ Ich grinse und nicke, „naja, ich frage, weil ich eben schon in Seminarhäusern war, in denen angezündete Kerzen und Räuchern nicht gestattet war.“ Mit ihrem Blick sagte sie mir: „Kerzenlicher frei! Räuchern frei! Mögen die Gottheiten mit uns feiern!“ Und… das taten sie dann auch.

Diesen schönen Altar brachte die Reclaiming Gruppe Berlin-Brandenburg mit.
https://reclaiming.de/reclaiming-in-deutschland/gruppen-in-deutschland/berlin-brandenburg/
Impressionen von der siebten langen Nacht der Religionen.
09.09.2018
Ich lehne mich zurück und lege die Beine hoch. Körper und Seele sind zu Recht erschöpft, zugleich fühle ich mich bereichert und beschenkt. Gestern war für mich und meine spirituelle Gruppe ‚Die Zaunköniginnen‚ das Event des Jahres. Denn erstmalig nahmen wir aktiv an der Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften zur Langen Nacht der Religionen Teil. Und diese Veranstaltung hatte es in sich! Die quirligen Zaunköniginnen gehören nämlich eher zu den Machertypen, als zu denen, die sich auf einer Veranstaltung vor allem dadurch auszeichnen, dass sie lediglich einen Flyer vor Ort auslegen. Und so wurde nicht nur ein Stand, sondern zusätzlich ein Vortrag sowie ein Ritual aus unserer Mitte heraus geplant und angeboten. Das dann auch noch eine Buchvorstellung und Lesung von einer Freundin der Zaunköniginnen heraus geboten wurde machte die Sache perfekt.
Um das Ganze wirklich so rund und schön zu gestalten, wie es am Ende wurde, bedurfte es jedoch monatelanger Vorbereitungsarbeit und sehr viel Stress und Aufruhr. Als recht überschaubare Gruppe scheuten wir uns nicht unsere Reclaiming-Gemeinschaft aus ganz Deutschland – und sogar aus der Schweiz – zu aktivieren und einzuladen mitzuwirken. Und was das zauberhafte an dieser wundervollen Gemeinschaft ist, ist die Tatsache, dass unsere Freunde nicht nur ohne zu zögern anreisten, sondern auch mitmachten. Tatkräftige Unterstützung beim Vortrag, bei der Ritualplanung und beim Ritual und auch am Stand war ebenso selbstverständlich, wie das gemeinschaftliche Essen nach getaner Arbeit und das wohlverdiente Frühstück am Folgetag.
In den vergangenen Jahren habe ich einen Blick als außenstehender Besucher auf die Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften werfen können. Diesmal war ich aktiv mit dabei und konnte somit auch einen Blick hinter die Kulissen und in den Aufbau werfen. Ich werde Euch an den Ereignissen Teil haben lassen, aber nun habe ich erst einmal meinen wohlverdienten Feierabend und freue mich darauf Euch im Laufe der kommenden Woche zu berichten. 🙂
Ein Mensch und ein Werwolf bitte!
28.08.2018
Der heiße Sommer lud dazu ein die Tage etwas lockerer zu gestalten. Erfrischung findet man in Berlin unter anderem am Wannsee oder im Grunewald. Das fand auch mein Neffe, der samt Familie die Ferien hier bei mir in der Stadt verbrachte. Und wie stets, wenn er hier ist, besuche ich mit ihm magische und verzauberte Orte, die irgendwo in Berlin verborgen sind. In diesem Jahr führte uns unser Weg in das kleine, aber feine Magicum, in der Nähe der S-Bahn Station Hackescher Markt. Eine kleine Pforte muß durchschritten werden und schon befindet man sich in einer anderen Welt. Hinter dem Tresen steht ein freundlicher Zauberer und ich zücke meine Geldbörse, „ein Mensch und ein Werwolf bitte!“. Der Zauberer lächelt und nickt, „einen Moment, ich muß in die Liste schauen“, antwortet er mit einem orientalischen Akzent, dann holt er zwei Tickets hervor, „wir machen es für einen kleinen und für einen großen Menschen, kommt auf das Gleiche hinaus.“ Ich zahle die Tickets und es geht los…
Wir werden gebeten uns hin zu setzen, damit wir eine Prüfung machen können, in der sich herausstellt, ob wir ‚magische Hände‘ haben. Vor allem für meinen Neffen ist dies wichtig, da durch die Prüfung herausgefunden wird, ob er seine magische Ausbildung beginnen kann. Ich kann soviel sagen: Die Herausforderung, die aus der Lösung eines Zaubertricks bestand, hatte es in sich! Ich benötigte viel Zeit und Konzentration, um sie zu meistern. Doch dadurch wurde meine Vorfreude auf das, was uns noch erwarten würde, nur umso größer! Wir erhielten – nach der Meisterung der Eingangsaufgabe – ein kleines Heft mit Aufgaben, die uns durch das Magicum leiten sollte. Darin befanden sich Aufgaben, die man im Laufe des Besuches des Magicums lösen konnte.
Das Magicum ist ein rundum interaktives kleines, aber feines Museum. Man geht einige Treppen hinab in die Tiefe und taucht gleich ein in die Welt der Alchemie. Dabei ist es wichtig die Augen offen zu halten, zu leicht übersieht man eines der Highlights, die alchemistische Küche von Nicholas Flamel, die sich in eine Nische schmiegt und sehr an das erinnert, was ich mir unter einer echten ‚Hexenküche‘ vorstelle.
Das Magicum lädt überall ein inne zu halten und magische Gegenstände selbst auszuprobieren. Dies ist an Tischen mit bequemen Stühlen möglich, auch stehen überall Bleistifte bereit, die es ermöglichen sich Notizen zu machen. So kann man einiges über das eigene Sternzeichen, sein chinesisches Horoskop oder die Bedeutung der Elemente in den Sternbildern erfahren. Anderswo können Karten gezogen werden, so kann man Krafttierkarten, Götterkarten oder Feenkarten ziehen und auch sogleich etwas über die Bedeutung erfahren. An anderer Stelle kann man mit chinesischen Wasserschalen meditative Klänge erzeugen oder sich mit dem Pendel beschäftigen. Das Magicum ist voller Rätsel und Aufgaben, die einen magischen, illusionistischen oder spirituellen Hintergrund besitzen. Zugleich erfährt man etwas über Alchemie, die Weltreligionen, Hexen, Illusionskunst und ähnliches.
Die Ausstellung richtet sich vor allem an Neugierige und ist so konzipiert, dass man sie komplett ohne Vorwissen besuchen kann. Insofern bot das Informationsmaterial mir nicht wirklich neue Impulse. Dennoch hatte ich beim Besuch des Magicums sehr viel Spaß und mein Neffe und ich mussten uns – obgleich die reine Ausstellung recht überschaubar ist und schnell zu durchlaufen ist – nach über zwei Stunden nahezu gewaltsam los eisen, um pünktlich zum Familienessen nach Hause zu kommen. Die zahlreichen Rätsel und Aufgaben – einige davon kannte ich tatsächlich noch aus meiner eigenen magischen Anfangszeit – machten uns so viel Spaß und nahmen uns regelrecht gefangen, dass wir Zeit und Raum vergaßen.
Das Magicum befindet sich in der Großen Hamburger Straße 17 in 10115 Berlin, es ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die Tickets kosten für ausgewachsene Menschen 9,50 € und für kleine Menschen und alle anderen Kreaturen 7,50 €. Miniaturmenschen bis 6 Jahre haben freien Eintritt.
Meines Erachtens ist das Magicum einen Ausflug wert und auch Muggel können hier Magie einmal von einer ganz neuen Warte aus erfahren.




