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Hexen der Großstadt

28.05.2019

Gestern ist ein Buch erschienen, auf das ich schon seit langer Zeit gespannt warte. Und ich freue mich sehr darüber, dass es nun endlich erschienen ist und somit einem breiten Publikum zugänglich ist. Es geht um die Publikation „Hexen der Großstadt“ von Victoria Hegner.

Hexen in Berlin: Wo sind sie sichtbar? Wo unsichtbar? Aufnahme 2013

Als ich Dr. Victoria Hegner vor Jahr und Tag kennen lernte, war sie bereits mitten in ihrer intensiver Arbeit rund um Hexen in der Großstadt, genauer: rund um Hexen in Berlin. Und ich weiß noch genau, dass ich bei unserer ersten Begegnung recht zurückhaltend war, als sie ihr Projekt vor stellte. Sie plante Gespräche, Besuche und Interviews mit Menschen, die sich als Hexen bezeichnen. Langfristig gesehen hatte die Kulturanthropologin vor ein Buch über Hexen in der Großstadt zu verfassen. Dabei setzte sie ihren Fokus auf Berlin, da die Stadt als ‚Hochburg der Hexen‘ gilt. Hierfür suchte sie Möglichkeiten mit Hexen in Kontakt zu treten, an Ritualen Teil zu nehmen, Interviews zu führen und auch die Wohnungen und Kleidung von Hexen in Augenschein zu nehmen. Irgendwie landete sie dann auch bei mir. Dies ist nun so an die sieben Jahre her…

Obgleich zunächst zurückhaltend, so war ich doch zugleich sehr neugierig. Aus religionswissenschaftlicher Sicht war (und ist) Victorias Projekt für mich sehr spannend und nicht zuletzt durch ihre sympathische Art war ich bald von dem Projekt überzeugt. Ich sprang ins kalte Wasser, ließ mich auf Interviews und ausschweifende Berichte ein. Bald nutzte ich Victorias Forschungsprojekt schamlos dazu aus sie hemmungslos voll zu quatschen. Dies lies sie stoisch über sich ergehen und blieb stets am Ball. Dabei war sie bereit sich voll und ganz einzulassen, ohne dabei ihren Standpunkt zu verlieren. Sie nahm an Ritualen Teil, besuchte Hexenstammtische, investierte in Workshops und stellte nicht nur Fragen, sondern stellte sich auch selbst immer wieder in Frage.

Nun also liegt das Produkt jahrelanger Forschungsarbeit vor und ich freue mich sehr darüber. Victoria Hegner hat ihre jahrelange intensive Arbeit in einer Publikation zusammen gefasst, die ein neues und erhellendes Bild auf die Hexenszene werfen wird. Ich konnte bereits in das Manuskript rein lesen, es ist für mich sehr spannend und empfehlenswert und ich freue mich auf spannende Lesestunden. Ihr werdet sicherlich noch eine Rezension von mir zu lesen bekommen.

Vielen Dank, liebe Victoria, dass Du dieses Buch möglich gemacht hast!

Möge der Zauber wirken!
Foto: Victoria Hegner, Bildbearbeitung: Curtis Nike

 

 

Rückblick auf ein besonderes Konzert

Peti Songcatcher! Endlich haben wir uns mal wieder gesehen!

Peti Songcatcher!
Endlich haben wir uns mal wieder gesehen!

Schon lange habe ich mich auf das Konzert, welches Freitag Abend in der Martin-Luther-Kirche in Neukölln statt fand, gefreut. Es war die 30. Nacht der Spirituellen Lieder und das erste Mal würde Peti Songcatcher dabei sein. Zusammen mit Paula Noske. Und ich konnte es kaum erwarten Peti endlich einmal wieder zu sehen und einen Auftritt von ihr zusammen mit Paula zu genießen.

Wie sich herausstellte war der Konzertort für mich sehr schnell erreichbar, so dass ich wesentlich zu früh vor Ort war. Dachte ich zumindest. Doch zu meiner Überraschung war schon mehr als 40 Minuten vor dem Konzertereignis ein wahrer Menschenauflauf vor der Kirche zu sehen. Auch im Inneren des Gebäudes war schon viel Betrieb. Und als ich den Kirchraum betrat sah ich auch gleich Peti. Ihre Aura ist unverkennbar 🙂 Und wie Magneten strömten wir aufeinander zu und freuten uns darüber, dass wir uns endlich wieder in die Arme schließen konnten. Ich konnte es immer noch kaum glauben, wir hatten uns so lange nicht gesehen! Und endlich durfte ich auch Paula kennen lernen, deren Stimme ich schon so oft bei mir dabei genießen konnte, wenn ich eine von Petis CDs einlege.

30. Nacht der spirituellen Lieder! Der Altar

30. Nacht der spirituellen Lieder! Der Altar

Der Altarraum fiel mir gleich sehr positiv auf. Der Mittelpunkt des Altars in dieser protestantische Kirche war ein Bild, auf dem – an Stelle eines Kreuzes – ein Lebensbaum abgebildet war. Unter dem Baum saßen Menschen beisammen. Als Hexe und heidnisch orientierter Mensch ist mir dieses Motiv natürlich mehr als vertraut. Auch war ein kleiner Altar für das musikalische Ereignis errichtet worden. In seiner Struktur erinnerte er klassisch an die Altäre, die wir selbst in unseren Ritualen verwenden und dies vermittelte mir auch gleich ein sehr angenehmes, harmonisches Empfinden.

Der Kirchraum füllte sich bald und war – noch vor Konzertbeginn – voll. Insgesamt 600 Menschen mit unterschiedlichen religiösen Wurzeln wohnten dem Ereignis bei. Es waren Hexen vor Ort, ich sah Menschen mit offenkundig buddhistischem Hintergrund, Yoginis,  Christen, Menschen mit arababischen Wurzeln… Es war eine wundervolle, bunte Mischung. Eine ganz besondere Form von Ökumene fand hier statt. Dieses Konzert öffnete sich für alle religiösen Strömungen und das empfand ich persönlich als sehr öffnend und segnend.

Das Konzert selbst begann mit einer leicht nachzumachenden Erdung für alle, wie sie hex‘ schon kennt. Und dann folgte das gut durchmischte Konzertprogramm, welches sich zahlreichen spirituellen Richtungen öffnete. Neben Peti und Paula lernte ich auch die sehr schöne Stimme von Regine Steffens kennen und konnte in der wunderbaren Energie des Berliner Mantren Chors eintauchen.

Die Nacht der spirituellen Lieder darf man sich jedoch nicht wie ein klassisches Konzert vorstellen. Alle Besucher erhielten Texthefte mit den Liedern, die an diesem Abend gesungen werden würden und somit hatten alle die Möglichkeit mitzusingen. Und dies wurde auch getan!

Die Nacht der spirituellen Lieder! Mit Regine Steffes (linker Rand), Peti und Paula sowie dem Mantrenchor im Hintergrund.

Die Nacht der spirituellen Lieder! Mit Regine Steffes (linker Rand), Peti und Paula sowie dem Mantrenchor im Hintergrund.

In dem evangelischen Gotteshaus gab es zunächst eine angenehme, christlichen Eröffnung „Shalama, shalama bayta.“ (Lukas 10, 5: Friede diesem Haus), der dann die Liedernacht folgte. Und die war vielseitig. Es gab Lieder aus dem ‚New Age‘, buddhistische und hinduistische Mantren, afrikanische und syrische Musik und Songs aus dem Reclaiming und dem Hexenkult. Besonders berührend war für mich der Auftritt eines Flüchtlings aus Syrien, der nicht nur an dem Konzert Teil nahm, sondern auch ein Liebeslied aus Syrien mit brachte und uns beibrachte.

Das Konzert selbst war – schlicht und ergreifend – die Wucht. Alleine das „Om mani padme hum“ einmal in einem Gottestempel, gesungen mit sechshundert Menschen, zu erleben ist ein so segnendes und ergreifendes Erleben, das es herzöffnend wirkt. Doch für mich persönlich gab es einen Höhepunkt des Konzertes, der in dieser Form einzigartig war: Die Anrufung der Göttin in einer Kirche! Und dies gemeinsam mit Menschen aller Kulturen, die wie selbstverständlich mit machten und mit sangen. Es war wie eine Heilung, die hier ihren Anfang nimmt. Dieses Erlebnis werde ich so bald nicht vergessen.

Als ich nach dem Konzert nach Hause kam fiel ich in mein Bett und schlief ein mit dem Empfinden an einem segensreichen Ereignis Teil gehabt zu haben.

Danke für die 30. Nacht der spirituellen Lieder!

Danke an Peti Songcatcher und Paula Noske für ihre schönen Lieder!

Danke an Peti Songcatcher und Paula Noske für ihre schönen Lieder!