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Wintergedanken

22.12.2020 ev

Die längste Nacht vorüber zog,
es runden sich die Stunden,
in dieser Finsternis ich saß
und hab‘ ein Licht gefunden.

„Wotan“, rief ich in die Nacht,
„geh an zum wilden Jagen!
Nimm Ross und Meute mit Dir mit,
reite in dunklen Tagen.

Ich heb‘ mein Horn wohlan, 
und bitte Dich um Segen, 
auf das die Jagd erfolgreich sei
bei Schnee, bei Sturm, bei Regen!

Jag‘ Leid und Elend vor Dir her, 
jag Traurigkeit aus unserer Welt, 
vertreib das Virus weg von uns, 
sei uns Menschen Gott und Held.

In diesem schweren Jahr, 
so traurig und allein war ich, 
doch Du bist nun für uns da, 
mein Vertrauen fließt in Dich.“

Möge 2020 vorüber gehen, 
möge die wilde Jagd das Leid weg wehen, 
möge Wotan seinen Speer erheben,
mögen wir alle eine gesegnete Zeit erleben.

So sei es!

Curtis Nike

Die wilde Jagd beginnt!

Der Wind braust durch das blattlose Geäst. Es ist dunkel draußen. Kein Mond bescheint den Hof. Kälte steigt auf. Es ist soweit! Die Dunkelheit hat Überhand über das Licht gewonnen! Die dunkelste Nacht im Jahr steht vor der Tür. Und mit ihr beginnen die Zwölf Rauhen (in einigen Regionen beginnen diese erst mit der Mitrasnacht, dem heiligen Abend). Wenn ich hinaus lausche, so höre ich scharrende Hufe, ich spüre kalten Atem. Es sind die wilden Rosse, Hunde und Wölfe, die den Wode begleiten auf der wilden Jagd.

Mit dem Abenddämmern und dem Sinken der Sonne begann bei unseren Ahnen der ’neue‘ Tag und so ist nun Winteranfang, mit Beginn der längsten Nacht des Jahres. Ich habe diese Nacht mit Freunden zusammen bei einem wundervollen Konzert für die Weihnacht verbracht. Im Anschluss haben wir gemeinsam heiße oder alkoholische (oder beides zusammen) Getränke genossen und die Rauhnächte begrüßt. Morgen Nacht dann findet das Fest statt. Die Zeit der inneren Einkehr beginnt. Die rauhe Zeit beginnt, die Rauchzeit, die Zeit die Wohnung auszuräuchern und von allem Alten zu reinigen. Einige kennen diese Tradition vielleicht noch, kleine Rauchmännchen stehen in den Häusern und verströmen den Duft von entzündeten Räucherkegeln. Andere benutzen Räucherstäbchen. Oder Kräuterbündel, die entzündet werden. Der herbe Geruch mischt sich mit dem herrlichen Duft von Keksen, Mandeln, Äpfeln. Hmmmmm. Und dazu Kerzenschein. Was kann es schöneres geben?

Ich wünsche Euch allen besinnliche, entspannte und friedvolle Feiertage, egal wie Ihr sie begeht. Möget Ihr eine warme, kuschelige Zeit haben, mit gut gefüllten Kelchen und Tellern! Möget Ihr und all Eure Lieben zauberhafte Raunächte haben!

Schneekugel für Blog

Foto und Bearbeitung: LiBella
Model: Curtis Nike