Ein Stück Winkelgasse in Berlin
09.11.2017

Hochwertige, handgefertigte Zauberstäbe – jeder ein Einzelstück – gibt es in der Hexenstube.
Kalt ist es geworden. Nachts sind die Temperaturen hier in Berlin zuweilen nahe am Gefrierpunkt. Der Winter naht in großen Schritten. Und mit dem nahenden Winter kommt auch die Zeit, in der man sich zum einen gemütlich zu Hause einmummeln möchte und man zum anderen schon an die bevorstehende Julzeit, die Rauhnächte und Weihnachten denkt. Für mich gehört zu dieser Jahreszeit auch Elfenwein, heißer Met, Kerzenschein, Räucherungen, Kreativität und magisches Wirken. Und um sich entsprechend einzudecken lohnt sich ein Ausflug nach Berlin-Spandau, denn hier findet sich in der Falkenhagener Straße 53 – neben dem einschlägigen Pub ‚Hexenkessel‘ – Phoebes Hexenstube, die Anschrift für Met, Ritualbedarf, Zauberstäbe und einfach alles, was das Hexenherz begehrt. Ausserdem trifft man hier in der Regel immer Menschen an, die sich Zeit und Muse für einen Plausch nehmen.

Niffler hinter Sicherheitsscheibe, mitten in seinem Raubzug geschockzaubert. Keine Sorge! Es bleibt nicht in diesem Zustand, sondern verbringt die meiste Zeit in seiner natürlichen Umgebung in artgerechter Haltung! Davon habe ich mich persönlich überzeugt!
Um sicher zu gehen, dass der hauseigene Niffler auch garantiert unter einem effektiven Lähmungszauber steckte (schließlich hatte ich keine Lust Geld- und Schmucklos nach Hause zu kommen), meldete ich mich und meinen Neffen im Vorfeld an. Und so wurden wir nicht nur erwartet, sondern auch noch mit frischen Kaffee und einem Halloween-Naschkorb begrüßt. Allein dieser freundliche Empfang und die anschließenden Gespräche waren die Reise schon wert!
Phoebes Hexenstube ist ein kleiner, aber feiner Laden, der in keiner Weise mit den gängigen Muggel-Esoterikläden zu vergleichen ist. Fast alle angebotenen Waren sind handgefertigt von Hexen und Magiern, von den Zauberstäben, über rituellen Kopfschmuck hin zu Göttinnenfiguren und Altarzubehör. Ja, es gibt hier sogar für die moderne Hexe von heute Hüllen für das Mobiltelefon, welche handgehäckelt sind, hergestellt von einer weisen Frau. Diese Stube ist so besonders wie jedes einzelne Stück, welches hier angeboten wird.
Während ich meinen Kaffee genieße und mein Neffe Zauberstäbe ausprobiert, erfahre ich, dass es diesen kleinen, aber feinen Laden bereits seit 2014 gibt. Zuvor war die Hexenstube ein reiner Online-Laden. Ursprünglich war Bianca, die Eigentümerin, mit einem kleinen Designlabel selbständig tätig. Unter anderem nähte sie Taschen. Doch es schlichen sich immer mehr keltische Muster in ihre Arbeit und nach und nach wurde klar: Da bahnte sich etwas neues an! Und so entstand die Hexenstube, die heute Anlaufstelle für Hexen, Magier und magische Kreaturen im weiteren Umfeld sind. Unvoreingenommen alle Besucher, die im Stande sind sich an die Umgangsformen zu halten, sind willkommen: Schamanen, Freifliegende, Lernende ebenso wie Fortgeschrittene, Todesser ebenso wie Muggelstämmige und auch für Werwölfe gibt es immer ein Plätzchen (bei Vollmond allerdings aus nachvollziehbaren Gründen nur bei vorheriger Einnahme des Wolfsbanntranks!).

Ob Zauberflaschen, Beutel oder Handhüllen – die meisten Artikel hier sind in liebevoller Handarbeit von Hexen hergestellt worden.
Phoebes Hexenstube ist immer einen Besuch wert. Jedes Stück, welches hier erworben werden kann, hat eine eigene Geschichte, welche Bianca auch gerne teilt. Wer also wissen möchte, was es mit Ratatösks Kumpel Hansi auf sich hat oder wie es Atos dem Widder ergangen ist und wieso er nun im Hexenladen rumhängt, der mag Bianca doch einfach einmal besuchen und ihren Ausführungen lauschen. Ich empfehle beim Besuch das GoldenDark Bier zu probieren. Dieses Schwarzbier mit Honig kostet 2,50 € und in der Regel kann man es vor Ort auch gekühlt erwerben. Natürlich ist es auch möglich bei einer Flasche Met den Geschichten zu lauschen oder sich auf Entdeckungstour durch die Regale zu begeben.
Phoebes Hexenstube ist Dienstags und Freitags von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
Es ist auch möglich ausserhalb dieser Zeiten einen Termin zu vereinbaren, eine Email an Bianca genügt:
bianca.wertheimer(at)phoebes-hexenstube.net
Schön, dass es so zauberhafte Orte in Berlin gibt ❤

Zauberhafte Kerzen für den Altar.
Curtis‘ kleines Kochbuch
01.11.2017
Ich sitze hier und genieße eine Scheibe frisch gebackenes Brot, es ist noch warm, bestrichen mit Butter. Mehr braucht es nicht. Mal wieder habe ich mich an einem neuen Rezept versucht – wie in letzter Zeit des öfteren. Und so beginne ich das neue Hexenjahr mit einer kleinen Überraschung für Euch: Ab sofort gibt es mein kleines Rezeptbuch, welches stetig erweitert wird, auch online!
Besucht mich einfach auf meiner Site Curtis‘ kleines Kochbuch. Viel Spaß und guten Hunger!

Samhain – Zeit des Abschieds
27.10.2017
Der Sommer ist vorbei. Die Herbststürme brausen um das Haus. In den Häusern brennen warme Lichter, wohl dem, der ein Dach über dem Kopf hat. Wohl dem, der eine warme Mahlzeit hat. Wohl dem, der wärmende Kleidung hat. All dies ist nicht selbstverständlich – auch nicht in einer Stadt wie Berlin des Jahres 2017. Nie zuvor gab es so viele Menschen ohne Obdach hier bei uns. Mir wird kalt, wenn ich mir die Menschen vorstelle, die nun die Nächte auf Bänken oder unter Brücken verbringen. Seit einiger Zeit bringen meine Eltern ihre getragenen Kleider, Tischdecken und Gardinen nicht mehr in die Altkleidersammlung, sondern zu einem Obdachlosenkaufhaus. Hier werden Obdachlose gratis eingekleidet und alle anderen können Waren zu günstigen Konditionen erwerben. Das Geld fließt in Obdachlosenprojekte. Auch ich sammel nun mit, denn die Idee spricht mich an.
Der Kater hat sich wohlig zusammen gerollt. Morgen Abend findet unser Samhain-Ritual statt. Es ist Sturm und Regen angesagt, wir werden daher im Haus feiern. Mit Kerzenschein, Wärme und Geborgenheit. Wir stellen uns den Verlusten des Jahres: Wer hat uns verlassen im letzten Jahr? Wer wird nicht mehr zurück kehren? Wovon mussten wir uns verabschieden? Wer hat eine Lücke in unserem Leben hinterlassen? Wo tut es noch weh?
Zugleich aber frage ich mich: Wer ist neu in mein Leben gekommen? Wer bereichert und erfreut mich? Wo habe ich Wachstum erfahren und neue Impulse bekommen? Worüber durfte ich mich freuen?
Mit einem nachdenklichen Bild aus einem meiner vergangenen Fotoshootings möchte ich Euch eine besinnliche, ruhige und klare Samhain-Zeit wünschen. Mögen die Götter Dich und die Deinen unterstützen, wenn Du etwas verabschieden möchtest. Mögen die Götter Dir und den Deinen zauberhafte, neue Impulse schenken!

Odins Rat

Von Loki geboren, von Odin geritten: Sleipnir. Die Postkarte Sleipnir‘ ist für 1,70 €/Stück bei mir erhältlich. Weitere Motive werde ich demnächst vorstellen.
22.10.2017
Eine kleine Lampe brennt, taucht den Raum in dezentes Licht. Draussen ist es bereits dunkel geworden. Die Tage werden jetzt sehr schnell und spürbar kürzer. Die erste Kürbiscremesuppe wurde heute serviert und läutet damit unweigerlich das Ende dieses Sommers ein. Sie war köstlich und erdend. Beim Essen haben wir viel geredet, zugehört, uns ausgetauscht, Hexenfrauen unter sich. Es ist eine kleine, private Runde, Katzen streifen um unsere Beine, suchen sich einen gemütlichen Platz. Wir sind entspannt, trinken Tee, lachen. Und dann wird uns mitgeteilt, dass Odin bereit ist sich zu uns zu gesellen, sich unseren Fragen zu stellen.
Es geht ganz schnell: Der heilige Raum ist schon da, Kerzen werden entzündet, Schatten schweben durch die Luft. Vier Frauen sitzen im Halbkreis. Die Katzen ruhen nebenan, die Luft wabert. Magie wirkt. Die Schleier werden dünn. Die Übergänge öffnen sich. Ein Lachen. Mit dem Methorn stimmt etwas nicht. Eine springt rasch auf, füllt es mit süßem Wein. Wieder ein Lachen. Odin ist da! Direkt vor uns sitzt er, die Krempe seines Hutes taucht Teile seines Gesichtes in Schatten. Sein linkes Auge ist unter einer Augenklappe verborgen, er sitzt locker und entspannt, lacht. Er mag es unter Hexen zu sein. Er ist gut drauf. Und wir – wir stellen unsere Fragen. Ich stelle meine Fragen. Und er antwortet uns, klar und deutlich. Er gibt uns Hilfestellung, er gibt uns Wegweiser, er gibt uns Runen.
„Was willst Du das ich tue?“ so lautet – stark vereinfacht – eine meiner Fragen. Und seine Antwort verblüfft mich. Alles ist mit einem Male so klar, so verständlich. Eigentlich hätte ich doch auch selbst darauf kommen können… doch geht er über die Frage hinaus. Da kommt noch etwas. Ich ahne was es sein kann. Ich lausche. Er rät mir. Ich weiß was zu tun ist.
Hier schließt sich der Kreis zu meinem ersten Beitrag über die Ereignisse der letzten Tage, in denen Diana Paxon hier bei mit in Berlin zu Besuch war. Vieles wurde in Bewegung gebracht, vieles angeregt, vieles will nun gewirkt werden. Es war eine wundervolle, intensive Zeit voller Magie, Lachen, Freude und Herausforderungen. Und ich merke immer wieder wie gut es mir tut mir Gleichgesinnten zu arbeiten, in einem Umfeld, in dem ich mich nicht erklären muß. Dann können wir uns entfalten und über uns hinaus wachsen! Und wenn die Dinge laufen, wie sie sollen, dann wird es nicht der letzte Besuch von Diana in Berlin sein. Hier bei mir im Blog werdet ihr auf dem Laufenden bleiben 😉
Danke an alle Beteiligten für eine tolle Zeit!

Skól!
Curtis Nike – Diana Paxon – Patricia Asunja
Herbst in Midgard
20.10.2017

Ein Herbstspaziergang mit Patrizia und Diana
Die Nacht zum Montag konnte ich wieder schlafen und so erfreute ich mich am Montag früh an einem Frühstück, gemeinsam mit meinen Gästen. Der Tag würde sonnig werden und das Esszimmer war sonnendurchflutet. Letzteres war jetzt nicht so optimal für mich, aber eine Sonnenbrille hilft da ja bekanntlich. Heute Abend würden wir ein kleines Meeting mit Freunden haben und magisch im Kessel rühren, so sollte dieser Vormittag und Mittag sehr entspannt verlaufen, mit Gesprächen und Spaziergängen am Landwehrkanal. Eben alles ganz gelassen.
Inzwischen in Asgard…
„Hat ja alles prima geklappt!“ freut Loki sich und schaut zufrieden rüber nach Midgard.
„Mehr Met!“ brummt Odin nur. Diese kleinen Hörner sind einfach stets zu früh leer.
„Was Du so unter ‚prima geklappt‘ verstehst. Nächtliche Lärmattacken und wackelnde Wände. Das ist mal wieder typisch für Dich.“ Thor schaut in sein Horn. Es ist auch schon wieder leer. Na, immerhin ist der Metkrug noch gut gefüllt.
„Musst Du gerade sagen, bei Deinem Gedonnere!“
„Mehr Met!“ verlangt Odin erneut.
„Ich nenne ihn ja nicht bei seinem Namen, ich nenne ihn höchstens Laufeyson“, klingt eine Stimme aus Midgard rüber.
Loki sitzt mit einem Mal kerzengrade. „Was soll das denn?“ er spitzt die Ohren, lauscht konzentriert, „ohoh. Muß mal eben weg, PR machen“, und der Herr Laufeyson springt auf und verschwindet.
„Hmmm“, Odin streckt sich und erhebt sich gemächlich von seinem Platz, „da gehe ich besser mit. Den lasse ich heute sicher nicht alleine los ziehen. Ich bin schließlich heute im Einsatz.“
Thor öffnet den Mund, schließt ihn wieder. Ehe er sich versieht ist er allein. Mit dem Metkrug. Immerhin. Den hat er jetzt für sich allein. Er füllt sein Horn, lehnt sich zurück und trinkt genüsslich. Entspannt streckt er die Beine aus. Die Sonne scheint angenehm auf seinen Bauch. Es könnte so schön sein, so entspannt, wenn nicht… Stimmen dringen an sein Ohr, sie kommen aus Midgard rüber. Er hört Odin, er hört Loki. Loki referiert. Es geht um Unfug, wie immer. Er sollte lieber trinken statt quatschen.
„Schwätzer“, knurrt Thor, leert sein Horn und erhebt sich, „den kann man nicht eine Minute quatschen lassen, ohne dass er Unsinn redet.“
Odin lacht. Loki lacht. Thor gesellt sich dazu. Sicher ist sicher.
Wir gehen am Kanal spazieren, genießen die frische Luft. Das Sonnenlicht bricht sich auf dem Wasser. Wir wandern zwischen den Welten. Und wir wandern nicht allein. Wir reden viel, die Worte fließen und wenn ein Muggel zufällig vorbei kommt und etwas aufschnappt, dann wird er vielleicht meinen er habe sich verhört. An einer Eisdiele bleiben wir hängen, setzen uns in die Sonne, genießen Eiscreme, und sind irgendwie nur halb hier und halb ganz woanders. Wenn Hexen zusammen kommen, dann wirkt Magie. Wenn die Götter mitmischen, dann wirkt schicksalhafte Transformation. Und am Ende haben alle sehr viel Spaß zusammen: Menschen wie Götter.

Ein Botschafter Odins.
