Blog-Archive

Ein Zoo in Kreuzberg

23.10.2020 ev

Nanu? Wer schaut denn hier farbenfroh über die Schulter?

Während eines meiner Herbstspaziergänge in der Frühe konnte ich nicht meinen gewohnten Weg gehen – der führt mich nämlich in der Regel über die Friedhöfe am Hallischen Tor. Doch die öffnen morgens erst um 8.00 Uhr und da bin ich meistens schon wieder ganz woanders. Und so musste ich den Weg um den Friedhof wählen, durch die Straßen an den Rückseiten der Grüfte entlang. Diesen Pfad wähle ich eher selten, denn mich frustriert immer wieder die Art und Weise wie hier mit den alten Grüften umgegangen wird. Über und über sind sie beschmiert mit schlechten Graffiti, Tags die keinerlei künstlerischen Anspruch haben und meines Erachtens lediglich der archaischen Reviermarkierung dienen. Wie erstaunt und überrascht war ich, als ich feststellte, dass hier jemand sich die Mühe gemacht hat einen kleinen künstlerischen Zoo zu installieren und den Geschmiere der Banausen etwas schönes entgegen zu setzen. Farbenfroh und aufwändig gestaltet begegneten mir auf meinem Spaziergang zahlreiche Tiere, welche die Friedhofsmauern von nun an bewachen und schützen. Hierbei begegneten mir heimische Tiere ebenso wie Geschöpfe, die aus anderen Kontinenten zugewandert sind und sogar Nachzüchtungen ausgestorbener Spezies! Mein Spaziergang zog sich durch den unerwarteten Besuch in diesen künstlerischen Tiergarten etwas in die Länge, denn ich konnte es nicht lassen bei jedem Tier zu verweilen und es auch abzulichten. Glücklicherweise stellten sie sich alle auch gleich in Pose.

Ob er der König der Löwen ist? Zumindest der König der Tiere.

Wirkliche Street Art kann man suchen, aber meistens findet sie einen. Und dann auch noch an den überraschenden Orten, von denen man meint sie schon ewig zu kennen. Für mich ist der farbenfrohe Tiergarten, welcher in Kreuzberg eröffnet hat, eine wahre Freude. Von nun an wird es mir auch mehr Spaß bereiten in den ganz frühen Morgenstunden, wenn die Friedhöfe ihre Tore noch geschlossen haben, meinen Rundgang zu machen.

Der stolze Hahn hebt sich von den umgebenen Tags ab.

 Es lohnt sich immer mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Danke an @augustina.berlin für diese schönen Farbakzente!

Herbstspaziergang in Kreuzberg

20.10.2020 ev

Hier ist eine ganze Wand künstlerisch dem klassischen Comic gewidmet, eine Auftragsarbeit und meine Lieblings-Street Art im Bezirk.

„Kreuzberger Nächte sind lang“ heißt es ja. Nun, zur Zeit finden sie – bedingt durch Covid 19 – so gut wie gar nicht statt. Und so ist es in den Straßen sehr ruhig, vor allem in den frühen Morgenstunden.
Wie ich Euch bereits in meinem Beitrag im Juni verraten habe hat die sogenannte Coronakrise dazu geführt, dass ich viel mehr in meinem Kiez unterwegs bin. Vor allem in der Frühe gehe ich regelmäßig laufen und genieße die Herbstluft bei meinem Ausflug an den Landwehrkanal. 

Comickunst – hier als Street Art.

Am letzten Montag hatte ich sehr früh einen Termin im Bezirksamt und als ich um kurz nach 7.00 Uhr durch die Straßen in meinem Heimatkiez streifte, nahezu allein unterwegs, nutzte ich die Möglichkeit um endlich mal mein Lieblingskunstwerk aus der Welt der Street Art fotografisch fest zu halten.
Graffiti in Berlin hat ja leider keinen allzu guten Ruf. Dies liegt daran, dass in etwa 90 % der sogenannten ‚Graffiti‘ nichts weiter als schlechte Tags sind, die dazu dienen, dass irgendein Vollpfosten sein Revier durch Sachbeschädigung markiert. Solche Markierungen hatte ich leider zuweilen auch schon an meinem Wohnhaus gefunden, hier wurden sie glücklicherweise immer gleich überstrichen. Leider geht wirkliche Kunst unter dem Vandalismus zuweilen fast unter. Zudem stelle ich fest, dass die neue Generation der sogenannten Graffiti-Sprayer sich nicht einmal mehr daran hält Street Art nicht zu übersprühen. Schade, sehr schade. Und so läuft man heutzutage an manch einem echten Kunstwerk leider einfach vorbei, weil es zum Teil ‚zugemüllt‘ wurde. Meine Lieblingswand in Kreuzberg allerdings, die sich mit Thema ‚Comic‘ befasst zählt nach wie vor zu den Highlights in meinem Kiez.

Kreuzberger Spaziergang

04.06.2020 ev

In den Parks hängen Plakate aus und werden Flyer verteilt.

In meinem letzten Beitrag hatte ich Euch danach gefragt wie Ihr mit der Krise umgeht und was sich verändert. Bei mir hat sich vieles verändert und einiges davon möchte ich langfristig in meinem Leben integrieren. So habe ich zum Beispiel – zu meiner eigenen Überraschung – vor allem in der Zeit daheim sportliche Aktivität entwickelt, die ich gerne auch in Zukunft beibehalten möchte. Möge es gelingen.

Es grünt und blüht in Berlin.

Ein Aspekt, den die Krise mit sich brachte, war die Tatsache, dass es in Berlin keine Touristen mehr gab. Die kommen nun langsam wieder zurück. Doch in der Hauptzeit des allgemeinen Shutdown waren die Straßen zunächst wie leer gefegt. Dann kamen nach und nach die Berliner zurück in die Parks und Grünanlagen. Ich selbst ganz vorne mit dabei. Tatsächlich glaube ich, dass ich nie zuvor so viele Spaziergänge gemacht habe wie in den letzten Wochen. Dabei war es möglich die Parks aus einer ganz neuen Perspektive wahr zu nehmen, denn ich war allein unterwegs und oftmals begegnete ich sehr wenigen Menschen. 

Grossstadtwildnis

Eine Parkanlage, die im Herzen der Stadt liegt und die ich bei gutem Wetter eigentlich nur im überfüllten Zustand kenne, ist der Park am Gleisdreieck. Diese Anlage ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. Im Alltag – ohne Shutdown – findet man hier viele Menschen, die Sport treiben. So trainiert hier auch zuweilen eine der Berliner Quidditch Mannschaften. Zahlreiche Sportanlagen – von Einzeltrainigsgeräten bis hin zu Beachvolleyballplätzen – bieten Raum sich auszutoben.
Ich persönlich liebe an dem Park aber vor allem die verwunschenen, verwilderten Ecken, die man durchstöbern kann und in denen man Tiere und ein wahres Blumen- und Kräutermeer entdecken kann. Ein winziges Wäldchen und verwunschene Kleingärten lassen die Großstadt für einen Augenblick zurück treten. Nur um wenig später Raum zu öffnen für weitreichende kreuzberger Impressionen in Form von Street Art.

Mit seinen fast 30 ha gehört der kreuzberger Park am Gleisdreieck zu den großen – nicht aber den größten – Parks der Hauptstadt. Vor allem in den Morgenstunden ist es hier sehr schön. Begehbar ist die Anlage von zahlreichen Eingängen aus, es gibt Radwege, es gibt Skaterareale und sowohl Kinder als auch Hunde finden viel Raum zum spielen. Mir persönlich gefallen die Schaukeln, die man immer mal wieder findet und die in ihrer Höhe auch für Erwachsene geeignet sind. Manchmal findet man mich hier vor mich hin schaukeln. 

Auch städtische Elemente sind am Gleisdreieck integriert.

Dieses Jahr werde ich nicht groß verreisen.  Für mich ist es an der Zeit die Berliner Parklandschaften und Kieze nicht nur zu begehen, sondern ihre Besonderheiten und Schönheiten auch einmal fest zu halten. Darauf freue ich mich schon!

Blütenmeer mitten in der Großstadt

Was plant Ihr in diesem Sommer?