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Loki – Dein Gesicht hinter der Maske

Tom Hiddleston (http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Hiddleston) als Loki in den Marvel-Verfilmungen rund um Thor und die Avengers. Äusserlich durchaus ein Loki-Typ, dennoch entsprechen die im Film dargestellten 'Allmachtsfantasien' in keinster Weise der Loki-Energie!

Tom Hiddleston (http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Hiddleston) als Loki in den Marvel-Verfilmungen rund um Thor und die Avengers.
Äusserlich durchaus ein Loki-Typ, dennoch entsprechen die im Film dargestellten ‚Allmachtsfantasien‘ in keinster Weise der Loki-Energie!

Bis hierhin gab es Impressionen, Eindrücke, schöne Fotos und wunderbare Erlebnisse. Doch was hat es eigentlich wirklich auf sich mit diesem Loki, welche Energie trägt er? Was bewirkt er? Und weshalb begegnet man immer wieder Menschen – Hexen und Asatruar – die so extrem vor ihm zurückschrecken, ja abwehrend auf die Arbeit mit ihm reagieren, während andere sich Hals über Kopf in ihn verlieben?

Seit über einem Jahr arbeite ich intensiv am Thema ‚Loki‘, mit Loki-Energie und mit Loki persönlich. Diese Arbeit umfasst drei Gebiete, die sich miteinander überschneiden: Die Wissenschaft (Religionswissenschaft und Geschichtswissenschaft), die Psychologie und die magische Arbeit. Mit der Runenarbeit habe ich 1992 intensiv begonnen. Die nordische Mythologie kenne ich in ersten Zügen bereits aus meiner Kindheit. Das heißt, dass der Start der Arbeit für mich ein verhältnismäßig lockerer Einstieg gewesen ist.

Die hier im weiteren ausgeführten Gedanken, Wahrnehmungen und Empfindungen basieren ausschließlich auf meinen persönlichen Wahrnehmungen, fussend auf individuellen Erfahrungen, geprägt durch in der Vergangenheit von mir verfasste Schriften und Impressionen. Göttliche Energien können sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, denn wir Menschen sind ja bekanntlich sehr unterschiedlich. Und so kann es sein, dass wir mit einem Gott, einer Göttin sehr gut können, die nächste Gottheit uns jedoch kaum berührt. Insofern haben die weiteren Ausführungen keinen Anspruch auf ‚Richtigkeit‘ oder gar irgendeine allgemeine ‚Wahrheit‘.

„Loki ist schmuck und schön von Gestalt (…).“ (aus der jüngeren Edda)

Loki bringt zunächst eine enorme Leichtigkeit, Lockerheit und sehr viel Humor mit sich. Mit kaum jemanden lässt es sich so gut lachen, feiern und Spaß haben (obgleich der gute Thor beim Feiern locker mit hält). Zudem ist er ein Charmeur, nett anzusehen und hat immer und zu jeder Lebenslage einen Spruch auf den Lippen. Er ist schlagfertig und geschickt mit der Zunge, weiß aber zuweilen nicht, wann er den Mund halten sollte. Seine schnelle Zunge bringt ihn das eine oder andere Mal in Schwierigkeiten, aus denen er sich geschickt – und meistens mit Gewinn – herauswindet. Laufeyson ist in seiner Art unverblümt und absolut direkt. Dies kann von Geschöpfen, die gerne mal die Ohren zuklappen oder in bestimmte Situationen nicht rein schauen wollen, als verletzend, stichelnd oder gar bösartig empfunden werden.

Idun reicht Loki einen Apfel, Darstellung von Foster, Mary H. 1901.

Idun reicht Loki einen Apfel, Darstellung von Foster, Mary H. 1901.

Eine der ersten Grundregeln in der Arbeit mit Loki lautet: Loki müssen klare Grenzen gesetzt werden! Er ist einer, der klare Worte schätzt! Ein: ‚Ach, Loki, könntest Du mal bitte dies oder das tun oder lassen‘ kommt bei ihm nicht an. „Hör auf meinen Met zu leer saufen!“ „Laß die Katze in Ruhe!“ „Ich will jetzt schlafen, verziehe Dich und komme frühestens in X Stunden wieder!“ „Finger weg von den Ohrringen!“ Das sind Sätze, die er versteht, aber oft begründet haben will. Handfeste Gründe akzeptiert er sofort. So wird er Dich schlafen lassen (kann er nachvollziehen, er ist selbst ein Langschläfer), aber durchaus den Met austrinken. Wenn Du ihn dann anmeckerst, das der Met weg ist, wundere Dich nicht, wenn er gut drauf ist, kann es sein, dass plötzlich in Deiner Manteltasche ein nie vermisster Geldschein auftaucht, um Nachschub zu besorgen.

Mit Loki kommt eine enorme Elementarenergie. Er ist verbunden mit dem Feuer, welches ihm zugeordnet ist, aber auch mit Luft und Erde. Das Wasser scheut er etwas in meiner Wahrnehmung. Dies scheint damit im Zusammenhang zu stehen, das unter der Lockerheit, der Leichtigkeit und dem spaßigen Wesen Loki Laufeysons ein immenser Schmerz ruht, der ihn umtreibt. Früh erkennt sein scharfer Geist die Leichtfertigkeiten der Asen. Er erkennt, dass sie beginnen dekadente Strukturen entwickeln. Odin fixiert sich seines Erachtens immer mehr auf Walhalla und Ragnarök. Die Götter nehmen ihre Kräfte und die Gaben, welche die Natur (in Form von Idun, die die Äpfel der Jugend reicht) und die Zwerge, ihnen reichen als selbstverständlich an. Achtsamkeit vor Natur und Leben schwinden. Dankbarkeit gegenüber den Mitgeschöpfen gibt es kaum. Tiere werden geschlachtet und wieder zum Leben erweckt. Es gibt kein Gefühl mehr für den Strom allen Seins.

Loki liebt Odin von ganzem Herzen und erträgt es kaum, wie dieser sich immer mehr auf den Ragnarök fixiert und nur noch Kämpfer für Wallhall ansammelt. Er mag Thor sehr, sehr gerne, weil Thor authentisch ist, klar an Struktur und ein Herz für die Menschen hat. Er verehrt Freya. Und er arbeitet viel öfter mit ihr Hand im Hand, als mir vor der Campwoche bewußt gewesen ist.

Überhaupt nicht klar kommt er mit Heimdall, dem Wächter des Bifröst. Laufeyson ist der Meinung, dass die Übergänge zwischen den Welten für alle Geschöpfe offen sein sollten. Menschen sollten ungehindert nach Asgard gelangen können, um an den Kräften und Freuden der Götter Teil haben zu können. Loki differenziert nicht zwischen Menschen, Göttern, Riesen, Trollen, Elben… Er selbst ist Teil verschiedener Welten. Niemand sollte einem anderen den Zugang zum ‚Himmel‘ verwehren!

Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.“ (Old Crow)

Loki mag die Menschen, die zu sich stehen. Authentizismus liebt er, Perfektionismus mag er nicht. Er selbst ist bereit Fehler zu machen und zu ihnen zu stehen. Ein Lehrer und ein Lernender ist er, der an seinen Erfahrungen wächst. Er liebt die Menschlichkeit, die ‚Fehlerhaftigkeit‘ und dadurch die Schönheit im Handeln. Ohne Fehler können wir uns nicht entwickeln, ohne Fehler können wir nicht lernen, ohne Fehler bleiben wir dumm. Und so gibt es den ein oder anderen Menschenschlag, den Loki überhaupt nicht leiden kann: Besserwisser, Alles-Richtig-Macher, Fehlervermeider, Angsthasen, Selbstbemitleider, Zum-Perfektionismus-Erzieher, genormte Menschen, Erfahrungsvermeider… die Liste lässt sich lang fortsetzen.

Loki und Iduna, Darstellung von John Bauer.

Loki und Iduna, Darstellung von John Bauer.

Gott zu sein bedeutet in der Regel verehrt zu werden. Doch Anbetung und Verehrung, dies sind Dinge, denen Loki Laufeyson zuweilen sehr skeptisch gegenüber steht. Gerne trinkt er Met und Bier (und besonders gerne isst er – dies weiß ich aus erster Hand – frisches, noch warmes Brot, dass er fett mit Butter bestreicht) und freut sich über ein Festmahl, an dem er Teil nehmen kann. Er erfreut sich an Liedern und war in Anbetracht eines Witchcamps in seinem Zeichen ganz aus dem Häuschen. Offenkundig tanzt er auch sehr gerne (allerdings vermag ich nicht zu beurteilen ob gut) und wünscht sich viel Lachen von den Menschen. Er ist selbstverliebt und liebt es sich für ein Ritual ‚chic‘ zu machen… jedenfalls das was er darunter versteht… Wenn er offenen Herzens eingeladen wird, dann freut er sich zu kommen und sein Erscheinen bringt eine hohe Spaßgarantie. Natürlich liebäugelt er auch sehr mit einem schönen, krafvollen, bunten und nach Möglichkeit chaotischen Altar. Selbstgemachte ‚Loki-Devotionalien‘ findet er phantastisch. Egal ob selbst gemalte Bilder, Skulpturen oder Brennereien. Hauptsache sie sind so groß wie möglich.

Auf der anderen Seite gibt es einiges, was er ganz und gar nicht mag. Und dies sind unter anderem Demut, Unterwürfigkeit, ganz zu Schweigen von Heuchelei. Und: Komme keiner auf die Idee so absurde Dinge zu tun, wie zu Loki zu beten, ihn anzuflehen oder ihn vollzuheulen! Letzteres ist unter seltenen Umständen toleriert, wenn er selbst Verursacher der Heulerei ist und jemanden wirklich, wirklich auf die Füße getreten ist. Als Auswirkungen seiner eigenen Fehlerhaftigkeit erträgt er so gut wie alles. Loki Laufeyson ist ebenso Jötun wie Gott. Wir Menschen sind in seinen Augen Geschöpfe, die göttlich sind. Er trennt nicht zwischen sich und dem Menschen. Aber sehr gerne nimmt er wahr, dass die Menschen ’noch viel zu lernen haben‘ und ’noch klein sind‘ und so stellt er sich dann bereitwillig als Zuhörer, Lehrer und Ratgeber zur Verfügung. Doch Vorsicht: Er ist und bleibt Loki! Alles was er sagt und tut, sollte man mit einem zwinkernden Auge und Humor betrachten. Menschen ohne Humor empfehle ich dringendst einen großen Bogen um Loki zu machen!11366-2

Und dann wäre da noch… Sex. Es gibt da eine Besonderheit, die Loki umgibt, die offenkundig dazu führt, dass Männer wie Frauen sich auf einer tiefen, sinnlichen und sexuellen Ebene zu ihm hingezogen fühlen. Eine enorme Feuerkraft, eine enorme Lebensenergie geht von ihm aus. Seine Präsenz ist absolut unleugbar. Diese sexuelle Energie ist so stark, dass der Zeitpunkt kam, an dem ich mich immer noch in keiner Weise auch nur annähernd in Loki verliebt hatte, ich mich fragen mußte, ob mir eine entscheidende Grundenergie Lokis verschlossen ist. Nahm ich vielleicht doch gar nicht so viel von ihm auf, wie ich glaubte? War ich möglicherweise total auf dem Holzpfad? Er war ständig um mich herum, suchte permanent körperlichen Kontakt, aber ausschließlich auf eine tiefe, respektvolle und herzliche Ebene. Wir lachten miteinander, wir unterhielten uns, wir gingen in tiefe Tiefen. Wir waren mit Themen befasst, die ausschließlich uns beide betreffen. Und ganz nebenbei kam – auch typisch für Loki – dann der Hammer: Er machte mir ein Angebot (magischer Natur, völlig unsexuell!), das zunächst dazu führte, dass ich ihn erst mal auf Abstand kickte. Das mußte sein, denn im ersten Moment hielt ich es für einen der typischen Loki-Scherze: „Hey komm, lass uns los ziehen und einen Schatz suchen!“ – wo man dann schon ahnt, dass man in der nächsten Dorfschänke hängen bleibt und drei Tage durch säuft.

Doch wenn es etwas gibt, womit Laufeyson gut umgehen kann, so ist es klares Handeln. Und so ließ er seinen Worten sehr zeitnah Taten folgen, die meine Sichtweise auf ihn und sein Wesen noch einmal enorm vertieften und klärten.

Sexuelle Energie ist Lebenskraft. Eine Lebenskraft, die Loki Laufeyson beinahe mehr benötigt als alles andere. Er schwimmt darin, er lebt darin, er möchte gerne geliebt werden. Und wenn sich diese Liebe auf einer sexuellen Ebene äußert, so schwimmt er auf diesen Wogen mit. Mir ist nun klar geworden, weshalb das ‚Loki-Fieber‘ so um sich gegriffen hat, weshalb viele sich in ihn verlieben, weshalb andere ihn aber eben auch fürchten:

Loki Laufeyson liebt die Menschen, er bewundert sie, er taucht ab in ihre wundervolle ‚Fehlerhaftigkeit‘ und ‚Kurzlebigkeit‘. Er sehnt sich nach den Lebenszyklen, die bei ihm so lange dauern, dass er sich selbst immer wieder an sie erinnern muß.

Loki ist verliebt in die Menschen. Und diese Liebe reflektiert sich in einer enormen Lebensfreude, Kraft und einem tiefen, brennendem Feuer.

Und manchmal ist Lokis Liebe schwer zu ertragen. Denn sie ist bedingungslos, klar und sie wird Dich, wenn Du sie zulässt, zu Deinen göttlichen Wurzeln führen.

Möge die Reise weiter gehen!

Lachen

Hexeninvasion und Thing

Die Regenbogenbrücke strahlt zwischen den Welten.

Die Regenbogenbrücke strahlt zwischen den Welten.

Der Bifröst, die Regenbogenbrücke, welche die Welten verbindet, leuchtete wunderschön, in den herrlichsten Farben. Am besten zu sehen war er übrigens am Thorstag, doch dazu später.

Mein Laden in Asgard

Mein Laden in Asgard

Zunächst waren wir – nach unserem kurzen Midgard-Ausflug, im Haus beschäftigt. Ich baute meinen kleinen, magischen Laden auf. Im Angebot waren Handgegossene Kerzen für Rituale, Ritualbretter und Runenbretter, meine berühmten Pins und Buttons, sowie allerlei Artikel für Massage, Wohlbefinden und wundervolle, heiße Bäder. Ausserdem hatte ich noch andere Überraschungen im Angebot.

Wer einen genaueren Blick riskierte fand sicher bald etwas für sich.

Wer einen genaueren Blick riskierte fand sicher bald etwas für sich.

Nach und nach kam dann auch die Hexeninvasion in die Sternschnuppe. Aus Berlin stieß Britta zu uns und auch aus der Schweiz kam hexischer Besuch ins Haus geweht, in Form von der guten Nephtis. Zudem schlug auch – passend zu Britta und Brigitta – eine weitere Britta auf. Man hatte das Gefühl, dass die Göttin Brigitt irgendwie immer präsent zu sein schien. Eine ihrer Priesterinnen war auch bereits vor Ort. Und dann kamen auch noch Mara und Peti Song Catcher und damit waren wir komplett.

Nun begann – nach dem Abendessen und einem allgemeinen Kennenlernen – für uns die Ritualwoche, die uns durch die Geschichte von Loki und Idun führen sollte. Über die Rituale selbst werde ich mich nicht im besonderen äußern. Über Loki persönlich wird es morgen einen ausführlichen Beitrag geben.

Das erste Abendritual konnte – dank der wunderbaren Wetterlage – im Freien am Lagerfeuer gemacht werden. Schon beim Kreis ziehen und den Anrufungen entwickelte sich ein sehr hohes Energielevel, welches darauf hinwies, dass es in spannende Zeiten gehen sollte. Alle anwesenden Hexen hatten rituelle Aufgaben, sei es die Invokation des Runenkreises, die einzelne Elementeanrufungen, die Anrufung der Götter. Da ich selbst für die Lokianrufung und die Runendeutung (es wurden Runen für das Camp gezogen) zuständig war, kann ich sagen, dass ich den Campkreis – der von nun an eine Woche lang stehen würde – als sehr kraftvoll, haltend und intensiv empfunden habe. Das machte das weitere magische Arbeiten zu einer großen Freude und Leichtigkeit.

Peti Song Catcher, eine kraftvolle Hexe mit wundervoller Stimme! Lauscht ihren Liedern unter http://schoepferin.eu/

Peti Song Catcher, eine kraftvolle Hexe mit wundervoller Stimme! Lauscht ihren Liedern unter http://schoepferin.eu/

Leichtigkeit. Auch dies ein großes Campthema. Für mich war der Verlauf des Camps so heiter, so leicht, ja zuweilen entspannt, dass es eine noch größere Freude und ein Vergnügen war hier Magie zu weben. Dinge, die einen (zumindest mir) ansonsten nicht unbedingt leicht von der Hand gehen, geschahen hier fast wie von selbst. Wobei die Loki-Energie überall spürbar war… ich denke da nur an verknotete Spiraltänze, sehr viel Lachen, sehr viele Streiche und enorme Entspanntheit.
Die Rituale hatten alle eine starke, aber vor allem auch befreiende Energie. Alles war recht entspannt für mich. Loki-Energie gibt uns die Gewissheit, dass wir an unseren Fehlern wachsen.

Alle Rituale hatten ihre enorme, ihnen inne wohnende Kraft. Mir selbst machte vor allem das Shapeshifting – naturgemäß – enorm viel Spaß und ging so leicht und locker von sich, wie selten. Ein Sprung von der einen Gestalt in die nächste verlief glatt und es war wirklich, wirklich sehr spaßig… und enorm kraftvoll und inspirierend.

Am Donnerstag leuchtete der Bifröst besonders stark. Es war der Tag des Götterthing!

Am Donnerstag leuchtete der Bifröst besonders stark. Es war der Tag des Götterthing!

Im Laufe der Woche geschah so viel, dass es fast wie drei Monate waren. Wir nahmen am Thing der Götter Teil, wofür der Bifröst am Thorstag noch einmal besonders kraftvoll und funkelnd leuchtete. Wir lauschten den Worten der Götter. Wir spürten Thors Kraft und Energie. Einige erlebten Odin, der unter anderem seinen Adler schickte. Wir trauerten mit Bragi.Wir tanzten mit Freya und Frey, wir lachten und sangen viel, wie erlebten Iduna und Loki und erhielten von ihnen Hinweise für unsere Erde, unser Leben und sehr viel Lachen.

Es gab Hexentänze, Runenreisen, kreative Arbeit, es gab viele, viele Äpfel, gutes Essen, Massagen, Austausch, wundervolle Lieder. Es gab neue Freundschaften und inspirierende Gespräche, es gab Runenarbeit und Runenhinweise. Es gab einen Abschied von wunderbaren Hexen mit einem traurigen und einem lachenden Auge. Es gab einen sehr wundersamen Ausflug in einen Supermarkt in der Muggelwelt. Aber vor allem gab es wunderbare, machtvolle, transformierende, zum Teil fröhliche, zum Teil erschreckende Loki-Energie. Und es gab Jörmungandr in der Lampe…

Die Midgardschlange war mit uns und hing gerne im Kronleuchter rum. Danke an Peti für das Foto.

Die Midgardschlange war mit uns und hing gerne im Kronleuchter rum. Danke an Peti für das Foto.

Morgen mehr…

Die glückliche Stadthexe

Vor einigen Wochen hatte ich einen Interviewtermin. Unter anderem hatten wir ein Gespräch zum Thema ‚Stadthexen-Landhexen‘. Dieser Gedanke hat mich heute beim Aufwachen beschäftigt.

Ich bin eine klassische Stadthexe. Geboren in einer Großstadt, aufgewachsen in einer Stadt, lebe ich heute in Berlin, mitten in Kreuzberg. Und wenn ich Menschen begegne, die Kreuzberg nicht kennen, so ernte ich oft mitleidige Blicke. Und Bemerkungen in der Art wie: „WAS? Da lebst Du, in den Slums?“ Wer einmal hier war, mag staunen über das, was die Stadt zu bieten hat…

Eichel

Eichel

Mein Schlafzimmer liegt zum Hof hinaus. Es ist Anfang Januar. Mein Fenster steht offen. Von draußen höre ich, mit der Dämmerung, den Gesang einer Drossel. Und einer Amsel. Oder höre ich nur einen Vogel? Im Halbschlaf bin ich mir nicht ganz sicher. Ich strecke mich und recke mich. Mein Kater kommt und springt um mich rum. Ein Nachbar von mir schläft zur Straße hinaus, eine ruhige Sackgasse. Ihn erwartet ein lautstarkes Spatzenkonzert. Bei den Sperlingen hat das Morgengespräch bereits begonnen. Sie wohnen in den Buschanlagen der Beete direkt vor unserem Haus.

Ich öffne die Balkontür, sehe in den Hof. Ein sehr warmer Januarmorgen beginnt. An der Luft ist zu spüren, dass es kühler werden wird. Vermutlich zum Wochenende hin. Die Vögel schimpfen, weil ich den Kater auf den Balkon lasse. Aber natürlich sind sie geschützt, durch ein Katzennetz. Den Kater juckt es nicht, er lauert. Doch dann sind die Geräusche aus der Küche für ihn wohl doch verlockender…

10xberg2007

Als Stadthexe habe ich Glück. Wir wohnen in einer grünen Oase am Landwehrkanal. Hier ist es wunderschön, was vor allem ab dem Frühjahr viele Berlinbesucher sehr zu schätzen wissen. Sie fahren dann in Ausflugsschiffen über den Kanal, begleitet von Schwänen, Enten und Wasserhühnern.
In unserem Hof leben Amseln, Elstern und meine besonderen Freunde die Nebelkrähen. Nebelkrähen gibt es hier sehr viele. Manche werden zahm. Sie spüren genau wer es gut mit ihnen meint.
Ich hoffe, dass auch meine Freundin die Nachtigall wieder zurück kommt. Ihr Gesang begrüßt mich im Frühling, zum Sommer hin, wenn ich mal spät (oder früh) vom Hexenstammtisch zurück komme.

Auch der Buntspecht ist bei uns zuweilen Gast. Aber offen gestanden: Lieber treffe ich ihn auf unserem nahegelegenen Friedhof an, einer Oase der Ruhe. Bei uns im Hof bereitet es nämlich Herrn Specht große Freude Morsezeichen über die Häuserwände zu versenden. Dies gefällt den Anwohnern weniger, denn die Morsezeichen sind meilenweit zu hören und haben Auswirkungen für die Hauswände. Was das bei uns in der Nähe wohnende Habichtpaar davon hält ist unbekannt. Schön sind sie, die stolzen Greifvögel. Und sie sorgen regelmäßig für Gezeter. Vor zwei Jahren gab es eine Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Krähen und Elstern – bei uns im Hof. Aus dem Fenster beobachtete ich die Situation, die mit einem Remis endete.

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Auf dem Friedhof, den wir regelmäßig besuchen, wohnt unser Freund Herr Fuchs, der uns das eine oder andere Mal schon persönlich begrüßte. Im Moment sind wir etwas in Sorge, da in Berlin die Fuchsstaupe um geht. Ich hoffe wir treffen Herrn Fuchs bald gesund wieder! Die benachbarten Kaninchen sind da vielleicht etwas anderer Meinung…

Ich könnte diese Liste sicherlich noch viel weiter führen, neulich war sogar ein dicker Nashornkäfer uns besuchen, als wir im Sommergarten unser Bier genossen. Und jedes Frühjahr warte ich – bei einem Horn Bier oder Met – auf dem Balkon in der Abenddämmerung auf die ersten Fledermäuse. Denn sobald die kommen, fühle ich mich vor den Mücken geschützt.

Ach, das Leben als Stadthexe kann so schön sein!!!

14xberg2007

P.S.: Die hier gezeigten Bilder sind alle in Berlin-Kreuzberg aufgenommen und zwar von Exo.