Blog-Archive
Odins Rat

Von Loki geboren, von Odin geritten: Sleipnir. Die Postkarte Sleipnir‘ ist für 1,70 €/Stück bei mir erhältlich. Weitere Motive werde ich demnächst vorstellen.
22.10.2017
Eine kleine Lampe brennt, taucht den Raum in dezentes Licht. Draussen ist es bereits dunkel geworden. Die Tage werden jetzt sehr schnell und spürbar kürzer. Die erste Kürbiscremesuppe wurde heute serviert und läutet damit unweigerlich das Ende dieses Sommers ein. Sie war köstlich und erdend. Beim Essen haben wir viel geredet, zugehört, uns ausgetauscht, Hexenfrauen unter sich. Es ist eine kleine, private Runde, Katzen streifen um unsere Beine, suchen sich einen gemütlichen Platz. Wir sind entspannt, trinken Tee, lachen. Und dann wird uns mitgeteilt, dass Odin bereit ist sich zu uns zu gesellen, sich unseren Fragen zu stellen.
Es geht ganz schnell: Der heilige Raum ist schon da, Kerzen werden entzündet, Schatten schweben durch die Luft. Vier Frauen sitzen im Halbkreis. Die Katzen ruhen nebenan, die Luft wabert. Magie wirkt. Die Schleier werden dünn. Die Übergänge öffnen sich. Ein Lachen. Mit dem Methorn stimmt etwas nicht. Eine springt rasch auf, füllt es mit süßem Wein. Wieder ein Lachen. Odin ist da! Direkt vor uns sitzt er, die Krempe seines Hutes taucht Teile seines Gesichtes in Schatten. Sein linkes Auge ist unter einer Augenklappe verborgen, er sitzt locker und entspannt, lacht. Er mag es unter Hexen zu sein. Er ist gut drauf. Und wir – wir stellen unsere Fragen. Ich stelle meine Fragen. Und er antwortet uns, klar und deutlich. Er gibt uns Hilfestellung, er gibt uns Wegweiser, er gibt uns Runen.
„Was willst Du das ich tue?“ so lautet – stark vereinfacht – eine meiner Fragen. Und seine Antwort verblüfft mich. Alles ist mit einem Male so klar, so verständlich. Eigentlich hätte ich doch auch selbst darauf kommen können… doch geht er über die Frage hinaus. Da kommt noch etwas. Ich ahne was es sein kann. Ich lausche. Er rät mir. Ich weiß was zu tun ist.
Hier schließt sich der Kreis zu meinem ersten Beitrag über die Ereignisse der letzten Tage, in denen Diana Paxon hier bei mit in Berlin zu Besuch war. Vieles wurde in Bewegung gebracht, vieles angeregt, vieles will nun gewirkt werden. Es war eine wundervolle, intensive Zeit voller Magie, Lachen, Freude und Herausforderungen. Und ich merke immer wieder wie gut es mir tut mir Gleichgesinnten zu arbeiten, in einem Umfeld, in dem ich mich nicht erklären muß. Dann können wir uns entfalten und über uns hinaus wachsen! Und wenn die Dinge laufen, wie sie sollen, dann wird es nicht der letzte Besuch von Diana in Berlin sein. Hier bei mir im Blog werdet ihr auf dem Laufenden bleiben 😉
Danke an alle Beteiligten für eine tolle Zeit!

Skól!
Curtis Nike – Diana Paxon – Patricia Asunja
Eine Hexe auf Wanderschaft
18.10.2017

Das Licht bricht sich im Herbstlaub
Der Herbst zeigt sich von seiner goldenen Seite. Das Sonnenlicht bricht durch das farbige Laub der Bäume und sprenkelt den Boden mit leuchtenden Tupfen, die Luft duftet nach Laub, etwas Sonne und kommenden Winden. Ein wundervolles Wetter für ein Frühstück im Freien, unter den Bäumen. Irgendwo in Asgard sitzen drei beisammen, ihr kennt sie alle. Sie sitzen an einem hölzernen Tisch, auf einer Bank. Brot, Butter, Käse, Lachs und Honig stehen bereit, Met steht in einer großen Karaffe, um die Hörner wieder aufzufüllen.
„Meine Priesterin zieht durch das Land im Herzen Europas und wird die Göttin Berolina besuchen“, brummt Odin nach einer Weile und zwinkert, sein Methorn ist doch tatsächlich schon wieder leer. „Sie benötigt eine Herberge, ein warmes Bett, einen Ort, an dem sie ruhen kann. Welchen Ort nur soll ich ihr weisen?“
„Ich kümmere mich darum“, und schon springt Loki enthusiastisch von seinem Platz an der Tafel auf, ohne überhaupt abzuwarten was die Anderen zu sagen haben, und rauscht davon.
Skeptisch sieht Thor ihm nach, „ob das so eine gute Idee ist die Sache ihm zu überlassen“, er schüttelt den Kopf.
Odin schaut auf seinen Sohn, lächelt, grinst dann und beginnt schließlich schallend zu lachen. Sein Lachen erfasst seinen Körper, schüttelt ihn durch und die Krempe seines Huts rutscht ihm in die Stirn, „das, mein Lieber, ist die beste Idee von allen!“
‚Ist das schon wieder so ein abgekartetes Spiel zwischen Odin und Loki? Oder lässt Odin den Verrückten wieder machen was er will?‘ fragt sich Thor innerlich. Er ist sich nicht sicher, was hier gerade abläuft, aber vielleicht sollte er diesmal ein Auge auf die Situation haben… er könnte ja… ja! Er könnte ja auch mal kräftig mitmischen…
So – oder ähnlich – muß es sich in etwa abgespielt haben, denn anders lässt es sich wohl kaum erklären was in den letzten Tagen so abgelaufen ist…
Am letzten Samstag in den Nachmittagsstunden, ich sitze gerade im Pub und schaue Fußball, kommt der Anruf: „Diana sitzt vor Deinem Haus und wartet auf Einlass.“ Und ich laufe los, das Fussballspiel hat meine Mannschaft ohnehin schon verloren, und hotte nach Hause. Mein Pub ist nur drei Minuten von meiner Wohnung entfernt. Glücklich ist, wer noch eine echte Eckkneipe in der Straße hat. Ich laufe also los und da sitzt Diana Paxon auf einer Bank vor meiner Heimstatt in der Sonne und lächelt mir entgegen. In diesem Leben begegnen wir uns das erste Mal, begrüßen uns und ich lasse Diana ein in meine Heimstatt, wie es unter Heiden üblich ist: Einer wandernden Hexe, die ein Bett, Ruhe und ein gutes Frühstück benötigt, verwehre ich – wenn der Raum frei ist – nicht meine Gastfreunschaft.
In den nächsten Tagen haben Götter und Menschen ihre schiere Freude, Magie wird sprühen, Energien werden transformiert und im Wind flüstern die Stimmen der Raben und Krähen. Runen wirken ihre Zauber und zwischen den Welten tanzen die Funken.
Ich danke Odin, ich danke Thor, ich danke Loki,
ich danke den Krähen und den Katzen,
ich danke Diana und Patricia,
ich danke Mara und Bianca
für eine wilde Reise,
göttlichen Spaß
und
eine Menge Hausaufgaben 😉
Weiteres folgt…
Was macht die kleine Hexe…
27.09.2017
…wenn sie eine Konferenz besucht?

Die Kuscheltiere sind ganz dick miteinander
Erst einmal geht die kleine Hexe nicht alleine auf die Konferenz, sondern mit ihrer Kuscheltiergruppe. Und nun muß ich erst einmal schreiben, was es mit dieser Kuscheltiergruppe auf sich hat: Manch‘ eine Hex‘ reist mit ihrem Begleittier (oder mit mehreren dieser Tiere) durch die Welt. Es geht mit ihr durch dick und dünn, durch Land und Luft und sitzt beim Ritual, beim Workshop oder bei der Konferenz stets irgendwo mit dabei. Und irgendwann – es war auf einem dieser magischen Treffen zwischen Hexen – begann jemand die Tiere zu fotografieren, denn sie erlaubten alle bedingungslos im Internet gepostet zu werden. Anhand der Tiere kann man später erkennen welche Hexen und Heiden anwesend waren – wenn man Bescheid weiß. Und so bleiben die begleitenden Hexenmenschen auf Wunsch weitestgehend anonym. Eine schöne Idee.

Wenn Duke vor liest ist dies Gänsehaut pur
Doch zurück zur Konferenz. Ich selbst war ja an meinem Stand mit Verkauf und Karten legen befasst, allerdings konnte ich in den frühen Abendstunden des Samstags die Pforten schließen und hatte so die Möglichkeit doch noch einiges mit zu machen. Eingeladen war unter anderem Duke Meyer, dessen herausragendes Buch zu den Runen ich bereits an anderer Stelle gepriesen habe. Inzwischen weiß ich jedoch, dass es noch etwas gibt, das tatsächlich besser ist als dieses – inzwischen in der dritten Auflage erschienene – Buch, und das ist eine Lesung desselben. Zumindest dann, wenn der Autor selbst liest. Duke schafft es nicht nur mit seinen Worten die Wirkkraft des Buches zu unterstreichen, sondern er lässt die Runen lebendig werden, tanzen und brennt sie in die Herzen der Zuhörer. Seit meiner ersten Lesung, der ich vor einigen Monaten beiwohnte, bin ich sogar dem alten Speerschüttler – dem ich immer recht kritisch beäugte – etwas gnädiger gegenüber. Wer die Möglichkeit hat sich vom Meister selbst das Buch lesen zu lassen, sollte dies unbedingt in Anspruch nehmen! Eine solche Lesung verursacht zumindest mir Gänsehaut pur und man mag gar nicht mehr aufhören zuzuhören.

Paula Noske an der Gitarre, daneben Peti Songcatcher und daneben Duke Meyer – glaubt es mir einfach 🙂
Das Programm des ersten Konferenztages endete mit einem Konzert von Peti Songcatcher and friends. Diese Konzerte sind immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis und ich zähle mich selbst inzwischen zu den größten Fans der Band. Zwar reise ich dem Tourwagen der Band nur dann hinterher, wenn ich den Weg nicht kenne, aber wenn ein Konzert in der Gegend ist, dann bin ich in der Regel ganz vorne mit dabei. Was mich so sehr an den Konzerten begeistert ist die Tatsache, dass die Musiker ihr Publikum in das Konzert integrieren. Und so kann ein Konzert mit Peti und ihren Freunden zu einem regelrecht rituellem Erlebnis werden. Nicht nur wird gemeinsam gesungen und getanzt, diesmal kam auch noch jemand auf die Idee einen Kreistanz, welcher alle Zuschauer mit einschloss, zu beginnen. Und so wogte und spiralte es durch den Saal, während alle Füße in Bewegung waren, viele Kehlen sangen und hier und da auch noch eine Träne floß. Diesmal gab es auch einige neue Lieder im Set und wer wirklich wissen möchte, was die kleine Hexe sonst noch so treibt (wenn sie nicht auf Konferenzen geht) wird nicht drum herum kommen sich dieses Wissen auf einem Konzert vorsingen zu lassen.
Der Tag endete nach 22.00 Uhr mit einem Feuerwerk, dann ging es Heim und die schreibende, kleine Hexe fiel rechtschaffen müde und glücklich in ihr Bett, den Kopf voller Melodien und neuer Eindrücke.

Impressionen eines magischen Ereignisses
25.09.2017

Kurz nach dem Aufbau und vor der Ankunft der Gäste öffnete die magische Ladenstraße.
Hinter mir liegt ein intensives, magisches Wochenende voller neuer Impressionen und Inspirationen. Von Samstag auf Sonntag fand in Berlin die lang erwartete Konferenz der Pagan Federation International statt. Aus ganz Deutschland kamen Hexen und Heiden angereist, um sich ein Wochenende lang mit Ritualen, Workshops, Musik, Lesungen und kreativen Arbeiten zu befassen. Ich selbst traf am Morgen des Samstags auf dem weitläufigen Gelände ein und eröffnete dort in der magischen Ladenstraße meine Außenstelle. Neben Kerzen, Postkarten, Küchenzauberstäben, Runen, Buttons und kleinen Zaubern bot ich an diesem Wochenende auch die Möglichkeit Tarot-Readings auf Spendenbasis in Anspruch zu nehmen.

Curtis‘ magische Welten
Die Hexen und Heiden, die ihre Stände vor Ort hatten oder Vorträge anboten, kamen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern aus der ganzen Welt angereist. Neben Berlinerinnen und Berlinern wie beispielsweise mir selbst oder Phoebes Hexenstube, die trotz angeschlagener Inhaberin vor Ort war, und unter anderem allerlei magisches Räucherwerk anbot, waren zahlreiche Gäste von ausserhalb angereist. So präsentierte zum Beispiel Voenix nicht nur seine künstlerischen Arbeiten an seinem Stand, sondern brachte zusätzlich einen Vortrag und Ritualarbeit mit ein. Stände mit allerlei sehenswerten gab es zudem unter anderem von der persische Musikgruppe Paganland sowie den Reclaiming-Hexen, deren Kaffee und Kuchen einfach göttinnen-lich waren! Kurzum: Für jede Hexe und jeden Heiden gab es irgendwo etwas zu entdecken.

Ratet mal wer noch da war…
Ich selbst war voller Motivation und Vorfreude angereist und muß sagen: Das Wochenende hat sich rundum gelohnt! Die Organisatoren vor Ort hatten zu jeder Zeit – trotz dichtem Stundenplan – ein offenes Ohr und stets gab es irgendwo jemanden, mit dem man ein Gespräch führen konnte, Ideen austauschen konnte und eintauchen konnte in neue Inspirationen für Projekte. Zudem gab es ein so breites Angebot für die Besucher, dass es für manch einen sicher nicht leicht war zwischen den Veranstaltungen zu wählen. Es waren so viele spannende Programmpunkte zu finden, das die Qual der Wahl schwer fiel. Neben Vorträgen und Präsentationen gab es Lesungen, musikalische Beiträge und allerlei Kreatives, von Kreistänzen bis hin zum Erlernen der Henna-Tätowierkunst. Da ich selbst den Stand betreuen musste und Tarotlegungen machte, nahm ich nur an den Veranstaltungen meiner magischen Kuscheltier-Gruppe teil, um mich auch hier gewissenhaft um den Verkauf zu kümmern. Dazu im nächsten Beitrag mehr.

Wer dieses wunderbare Event verpasst hat bekommt im nächsten Artikel noch einige Fotos und Eindrücke von mir geschildert. Wer mit dabei war kann hier gerne kommentieren (dies geht auch ohne bei WordPress angemeldet zu sein) und sich über weitere Bilder freuen. Heute werde ich erst einmal meine ersten Eindrücke los und lasse Euch einfach an meiner Freude Teil haben.
Ich habe mich gefreut, dass meine Kuscheltiergruppe mich besuchen war, ich habe mich gefreut, dass ich Teil der PFI Konferenz sein durfte, ich habe mich über viele alte Bekannte und neue Begegnungen gefreut, ich habe mich gefreut, dass es möglich ist so zauberhafte Events in Berlin statt finden zu lassen. Und wenn Du diesmal nicht dabei warst, dann lasse Dich doch einfach das nächste Mal ein auf das Abenteuer einer magisch-hexisch-heidnischen Konferenz. Es lohnt sich!



