Archiv für den Monat Januar 2013
Zimmer in Berlin gesucht!
Die Tochter meiner Bekannten sucht dringend ein Zimmer in Berlin! Vielleicht könnt Ihr uns helfen:
Eva ist 29, im letzten Jahr ihres Masterstudiums im Bereich Kultur- und Medienwissenschaften, sie arbeite als freie Lektorin für einen Wissenschaftsverlag und ab Februar als wissenschaftliche Kraft am Max-Planck-Institut.
Gesucht wird: Ein Zimmer in WG ab Anfang Februar, gerne Charlottenburg-Willmersdorf ansonsten mit guter Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Möbiliert oder teilmöbiliert wäre sehr gut!
Wenn Du eine nette, unkomplizierte und authentische WG kennst, die noch ein Zimmer frei hat, so melde Dich doch bitte bei mir über Facebook (Curtis Nike) oder hier im Kommentar oder nehmt über E-Mail Kontakt mit mir auf. Ich reiche dann die Telefonnummer und Email von Eva weiter, damit ihr Euch austauschen könnt.
Vielen Dank!
Nachtrag: 05.02.2013: Ich danke Euch allen für das Feedback! Es kamen einige Angebote bei mir rein, was mich sehr gefreut hat!
Eva hat jetzt erst einmal ein Zimmer bis zum 28.02. und darüber hinaus eine Option. Falls es Neuigkeiten gibt erfahrt ihr es hier in diesem Blog.
Die glückliche Stadthexe
Vor einigen Wochen hatte ich einen Interviewtermin. Unter anderem hatten wir ein Gespräch zum Thema ‚Stadthexen-Landhexen‘. Dieser Gedanke hat mich heute beim Aufwachen beschäftigt.
Ich bin eine klassische Stadthexe. Geboren in einer Großstadt, aufgewachsen in einer Stadt, lebe ich heute in Berlin, mitten in Kreuzberg. Und wenn ich Menschen begegne, die Kreuzberg nicht kennen, so ernte ich oft mitleidige Blicke. Und Bemerkungen in der Art wie: „WAS? Da lebst Du, in den Slums?“ Wer einmal hier war, mag staunen über das, was die Stadt zu bieten hat…
Mein Schlafzimmer liegt zum Hof hinaus. Es ist Anfang Januar. Mein Fenster steht offen. Von draußen höre ich, mit der Dämmerung, den Gesang einer Drossel. Und einer Amsel. Oder höre ich nur einen Vogel? Im Halbschlaf bin ich mir nicht ganz sicher. Ich strecke mich und recke mich. Mein Kater kommt und springt um mich rum. Ein Nachbar von mir schläft zur Straße hinaus, eine ruhige Sackgasse. Ihn erwartet ein lautstarkes Spatzenkonzert. Bei den Sperlingen hat das Morgengespräch bereits begonnen. Sie wohnen in den Buschanlagen der Beete direkt vor unserem Haus.
Ich öffne die Balkontür, sehe in den Hof. Ein sehr warmer Januarmorgen beginnt. An der Luft ist zu spüren, dass es kühler werden wird. Vermutlich zum Wochenende hin. Die Vögel schimpfen, weil ich den Kater auf den Balkon lasse. Aber natürlich sind sie geschützt, durch ein Katzennetz. Den Kater juckt es nicht, er lauert. Doch dann sind die Geräusche aus der Küche für ihn wohl doch verlockender…
Als Stadthexe habe ich Glück. Wir wohnen in einer grünen Oase am Landwehrkanal. Hier ist es wunderschön, was vor allem ab dem Frühjahr viele Berlinbesucher sehr zu schätzen wissen. Sie fahren dann in Ausflugsschiffen über den Kanal, begleitet von Schwänen, Enten und Wasserhühnern.
In unserem Hof leben Amseln, Elstern und meine besonderen Freunde die Nebelkrähen. Nebelkrähen gibt es hier sehr viele. Manche werden zahm. Sie spüren genau wer es gut mit ihnen meint.
Ich hoffe, dass auch meine Freundin die Nachtigall wieder zurück kommt. Ihr Gesang begrüßt mich im Frühling, zum Sommer hin, wenn ich mal spät (oder früh) vom Hexenstammtisch zurück komme.
Auch der Buntspecht ist bei uns zuweilen Gast. Aber offen gestanden: Lieber treffe ich ihn auf unserem nahegelegenen Friedhof an, einer Oase der Ruhe. Bei uns im Hof bereitet es nämlich Herrn Specht große Freude Morsezeichen über die Häuserwände zu versenden. Dies gefällt den Anwohnern weniger, denn die Morsezeichen sind meilenweit zu hören und haben Auswirkungen für die Hauswände. Was das bei uns in der Nähe wohnende Habichtpaar davon hält ist unbekannt. Schön sind sie, die stolzen Greifvögel. Und sie sorgen regelmäßig für Gezeter. Vor zwei Jahren gab es eine Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Krähen und Elstern – bei uns im Hof. Aus dem Fenster beobachtete ich die Situation, die mit einem Remis endete.
Auf dem Friedhof, den wir regelmäßig besuchen, wohnt unser Freund Herr Fuchs, der uns das eine oder andere Mal schon persönlich begrüßte. Im Moment sind wir etwas in Sorge, da in Berlin die Fuchsstaupe um geht. Ich hoffe wir treffen Herrn Fuchs bald gesund wieder! Die benachbarten Kaninchen sind da vielleicht etwas anderer Meinung…
Ich könnte diese Liste sicherlich noch viel weiter führen, neulich war sogar ein dicker Nashornkäfer uns besuchen, als wir im Sommergarten unser Bier genossen. Und jedes Frühjahr warte ich – bei einem Horn Bier oder Met – auf dem Balkon in der Abenddämmerung auf die ersten Fledermäuse. Denn sobald die kommen, fühle ich mich vor den Mücken geschützt.
Ach, das Leben als Stadthexe kann so schön sein!!!
P.S.: Die hier gezeigten Bilder sind alle in Berlin-Kreuzberg aufgenommen und zwar von Exo.
2013 Creative Pay-It-Forward!
Auf Facebook mache ich eine kleine kreative Aktion, angeleiert durch meine liebe Freundin Shira:
Die ersten fünf Personen, die meinen Status (2013 Creative Pay-It-Forward: The first five people to comment on this status will receive from me, sometime in the next calendar year, a gift – perhaps a book, or baked goods, or a candle, music – a surprise! There will likely be no warning and it will happen whenever the mood strikes me. The catch? Those five people must make the same offer in their FB status!) kommentieren erhalten von mir im Laufe des Jahres 2013 eine (selbstgemachte?) Überraschung. Das kann ein nettes Buch sein, eine Kerze oder wohlmöglich etwas aus Curtis Nikes Selfmade-Schatzkammer. Einzige Bedingung ist: Auch Du solltest bereit sein fünf Menschen eine Freude zu machen und das selbe Angebot posten.
Du willst mitmachen? Schau einfach in meinen Facebook-Account! Du findest mich unter Curtis Nike – wo sonst 😉
Dem Smaug seine Einöde
Ja, bald geht es auch für mich endlich ins Kino, damit ich mir selbst einen Eindruck vom Hobbit machen kann. Da freue ich mich schon drauf. Dem entgegen freue ich mich nicht über so abenteuerliche Filmtitel wie ‚Die Einöde von Smaug‘ für den zweiten Teil der Trilogie. Klingt irgendwie wie ‚die Berge von Südtirol‘ oder so. In diesem Sinne möchte ich an dieser Stelle einen Link zu einem offenem Brief teilen: Offener Brief an Warner Bros
Zwar bin ich mir darüber im Klaren, dass solcherart Briefe zumeist keinerlei Wirkung zu haben pflegen. Dennoch halte ich das Schreiben inhaltlich für wichtig und beachtenswert. Das die deutsche Sprache immer mehr vor die Hunde geht liegt sicherlich nicht allein an meiner eigenen zuweilen konfusen Rechtschreibung. Und auch Meister Yoda kann und will ich da nicht zur Verantwortung ziehen, denn als Fremdsprachler erwarte ich von ihm keine hohe Poesie!
Ursächlich verantwortlich dafür, dass in dem Smaug seiner Einöde die Dinge verrückt laufen, ist ein Unterhaltungskonzern. Und Unterhaltung scheint keinerlei Interesse an Grammatik zu haben. Zumindest nicht im Land der Dichter und Denker. Schon bei Star Trek war das zu bemängeln…
Ich flieg dann mal nach den Gammaquadrant! Tschüss für heute.
Am I Sher-locked?
Ich stamme aus einer Familie, die unter mehreren Infektionen leidet, welche auf mich übersprangen. Von meinen Eltern bekam ich das Science Fiction Fieber, von meiner Großmutter die Krimi-Infektion mit speziellen Auswüchsen. Während sich das Science Fiction Fieber wuchernd in alle Bereiche des Genres ausdehnte, betraf die Krimi-Infektion zunächst vor allem Detektivgeschichten und hat sich erst später weiter ausgedehnt.
Durch diese zweite Infektion ist es naheliegend, dass ich bereits früh eine Vorliebe für die Hörspiele und Filme rund um Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson entwickelte, hatte doch meine Oma die ganze Bücherbox zu Hause (naja, sie hatte auch alles von Edgar Wallace und der göttlichen Agatha Christie), auf deren Rücken die zusammengesetzten Bücher das Portrait des Meisterdetektivs zeigten. Ich erinnere mich noch daran, wie ich als 13-jähriges Geschöpf erstmalig nach London reiste und die Bakerstreet besuchte. Die U-Bahnstation war geschmückt mit zahlreichen Motiven rund um Holmes. Das beeindruckte mich zutiefst und lies meine Bewunderung für den brillanten Geist des Detektivs nur weiter wachsen.
Naheliegend war es auch, dass ich mit diesen Infektionen eine ebenfalls infizierte zweite Hälfte anzog und so wuchs die Film- und CD Sammlung bei gemeinsamen Sammeln an, wobei bei den Filmen sich leider auch die ein oder andere Irritation mit in unser DVD Regal verirrte.
Bis… ja, bis dann im Sommer 2011 die neue BBC-Serie Sherlock ins TV kam. Eine Serie, die die Ereignisse rund um den Meisterdetektiv in die heutige Zeit transformierte. Ein Muss für uns! Und so verfolgten wir die erste Staffel der Serie komplett. Sie hinterließ bei mir gemischte Gefühle. Ja, ich erinnere mich an einen Anruf meiner Mutter, die mir empört am Telefon mitteilte: „DAS ist nicht Sherlock Holmes!“ Und ich glaube meine Oma hätte sich eventuell auch im Grabe umgedreht.
Irgendwie war mir die Serie mehr als suspekt. Da saß ich nun, hatte mir die Fälle alle angeschaut und war ratlos. Ich hatte keine Ahnung, was ich davon halten sollte. Um mich herum hingegen brach das Sherlock-Fieber aus, wobei es sowohl Opfer mit bereits vorliegender Krimi-Infektion als auch gesunde Geister betraf. Warum bekam ich kein Fieber?
Was war denn das auch für eine seltsame Darstellung des Meisterdetektivs in ‚Sherlock‘? Holmes war schon immer ein schwieriger Charakter, mit einer Menge obskurer Eigenschaften. Ein kettenrauchender Chaot, der schon mal mit seinem Geigenspiel nerven konnte. Aber zugleich ein Mann, der es schaffte den gequälten Dr. Watson, wenn er einen Anfall im Angesichts des Chaos bekam und auf das Aufräumen der Wohnung bestand, charmant mit einer Erzählung eines alten Falles einzuwickeln. Und somit war auch der lesende oder hörende Teilnehmer ganz hingerissen von den Ereignissen. Aufgeräumt freilich hat Holmes selten. Und der allmorgendliche Konflikt der beiden Herren um die nur einmal vorhandene Times, auch der ist altvertraut.
Aber der in der Serie ‚Sherlock‘ dargestellte Soziopath Sherlock Holmes, dessen IQ möglicherweise genial hoch, dessen EQ hingegen aber gegen nicht vorhanden strebt, gefiel mir gar nicht. Hier wird ein arroganter, von sich eingenommener, gefühlskalter, zynischer Charakter gezeigt, von dem man sich fragt wie Watson überhaupt auch nur auf den Gedanken kommen konnte mit ihm in eine WG zu ziehen. Schon die erste Begegnung war obskur und mysteriös und irgendwie… unsympathisch. Und eigentlich übertrifft in Antipathie nur Holmes arroganter Bruder Mycroft den Detektiv. Dessen Darstellung verwirrte mich vollends. Armer Watson, aber er hatte diesen Schritt in die Bakerstreet ja bei freiem Geist und freier Entscheidungsfreiheit gemacht. Entschuldigend wirkt hier gegebenenfalls sein posttraumatisches Streßsyndrom. Das kann schon mal zu etwas wirren Entscheidungen führen. Ja, und dann nervte mich an dieser Serie auch noch diese permanenten homosexuellen Anspielungen/Distanzierungen/Erläuterungen. Es war dann auch irgendwann selbst für meinereiner ermüdend.
Die zweite Staffel von Sherlock schaute ich nicht… das heißt, den Reichenbachfall konnte ich mir nicht verkneifen, ich sah ihn etwa zu 2/3, da ich den Anfang verpasste. Doch damit schien das Kapitel beendet zu sein… schien.
Eines Tages kam meine Freundin strahlend zur Tür hinein: „Ich habe Dir was mitgebracht!“ sagte sie und ich erwartete neue Hörspiele, die sie stets in der Tasche hatte, um gute Unterhaltung ins Haus zu bringen. Doch sie zückte eine DVD-Packung. „Die schenke ich Dir.“ Und da lag sie vor mir, die erste Staffel von Sherlock. Ein Geschenk von meiner Freundin. Sie wollte mir eine Freude machen. Ich schaute auf die Packung. Gemischte Gefühle. Immerhin hatte ich die erste Staffel gesehen. Alle Teile. Ich hatte nicht aus geschaltet, was ich durchaus des öfteren tue, wenn mir ein Film nicht gefällt. Warum hatte ich eigentlich nicht aus geschaltet? Hatte ich mich vielleicht doch gut unterhalten gefühlt? Naja, man konnte sich die Serie ja noch mal in Ruhe anschauen… Vielleicht auch einfach mal den Hinterkopf ausschalten beim schauen?
So kam es also, dass ich es mir vor meinem Fernseher bequem machte, die erste DVD rein warf und… I’ve been sherlocked. Von der ersten Minute an riss mich die Serie in ihren Bann und ich war absolut begeistert. Ich inhalierte die drei Filme regelrecht und verstand überhaupt nicht mehr, weshalb ich vorher so skeptisch gewesen war. Nein, statt dessen ließ ich mir umgehend auch die zweite Staffel als Geschenk ins Haus liefern und gab mich ihr genauso begeistert hin. Ja, ich mußte über das, was mir vorher so aufgestoßen war, sogar mehr als einmal lachen. Denn die Serie präsentierte mir das Sherlock Holmes Prinzip am eigenen Leib, wobei ich diesmal in der Rolle des Dr. Watson war: Ich hatte mir die Filme angeschaut. Und hatte alle Fakten. Doch obgleich alles vor mir lag, war ich nicht in Stande den Fall zu lösen. Betriebsblindheit auf Grund eines hohen Konsums von Sherlock Holmes hatte mich zwar dazu gebracht die Serie zu verfolgen, aber sie nicht in mein Innerstes dringen lassen. Statt dessen war ich dem Produkt mit Vorurteilen und festen Vorstellungen begegnet. Erst beim zweiten Schauen konnte ich meine eigenen Erwartungen an eine Holmes Verfilmung hinten anstellen und mich voll und ganz auf die Serie einlassen. Und dies sollte ich nicht bereuen! Eine geniale Verfilmung, in der ich bei jedem Sehen noch etwas Neues/Altes entdecke. Ich freue mich schon auf die dritte Staffel!
I am Sher-locked
Und was ist mit Dir? Wie ist es Dir mit dieser Serie gegangen?





