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Inanna – Die Himmelskönigin

Die Tage werden spürbar kürzer. Immer schwerer fällt es der Sonne sich gegen die aufkommende, dunkle Jahreszeit durchzusetzen. Die Tag- und Nachtgleiche steht vor der Tür. Und mit ihr kommt der Herbst in großen Schritten.

Es ist an der Zeit für die inne1_1-bild_150re Einkehr, Zeit sich auf den kommenden Winter vorzubereiten. Für mich ist es an der Zeit Euch eine ganz besondere Veranstaltung ans Herz zu legen:

Das Inanna-Samhain Camp, welches in diesem Jahr in der Sternschnuppe in Oldenbüttel statt findet. Mit Willow und Cassandra unterrichten zwei ausgezeichnete Reclaimerinnen eine intensive und magische Hexenwoche. Die Woche wird in deutscher und englischer Sprache abgehalten und Dich in das Reich der Göttin Inanna entführen.

Hast Du den Mut Inanna auf ihrer Reise in die Unterwelt zu begleiten? Kannst Du Dich den Wächtern der Tore stellen? Was auch immer Du entscheidest – diese Reise wird Dich verändern und Dein Leben transformieren. Wenn Du die Begegnung mit der großen Göttin Inanna zulässt, dann wird sich alles ändern und Dein Blick auf die Welt ist ein anderer als zuvor. Du bist eingeladen mit Inanna Samhain zu begehen.

Sei willkommen!

 

Hexentreffen

"Freunde des Phoenix" Foto von Pearl Branskali

„Freunde des Phoenix“ Foto von Pearl Branskali

Magie wirkt zwischen den Welten, Magie ist ein feines Schwingen, das alles Seiende miteinander verbindet. Und treffen sich Menschen (und andere Wesen), die Magie weben, so wird ihre Kraft potenziert. Aus diesem Grunde freue ich mich immer, wenn ein Hexentreffen ansteht. Man tritt aus dieser Welt hinaus, in eine kraftvolle, zauberhafte Gemeinschaft. Und für eine Zeit lang gelingt einfach alles und das Leben ist ein frischer Fluss.

Auch in diesem Jahr habe ich mich deshalb zum Maifest auf die Reise zu den Freunden des Phoenix begeben. Schon am Donnerstag vor dem ersten Mai in aller Frühe brachen Britta und ich auf unserem Rennbesen auf. Eigentlich planten wir weit vor dreizehn Uhr im Hexenhaus Sternschnuppe in Oldenbüttel zu sein. Allerdings gab es eine kleine Verzögerung bei der Anreise, da Heimdall den Bifröst zunächst nicht erscheinen ließ. Und so mussten wir mit unserem – gut getarnten – Rennbesen einen Umweg sausen. Doch zuweilen sind die Umwege die transformierenden Wege. So erreichten wir am Nachmittag frohen Mutes und voller Ideen das Haus, in dem sich an diesem verlängerten Wochenende insgesamt siebzehn große und kleine Hexen treffen sollten.

Der Zugang zur Sternschnuppe - eindeutig ein Hexenhaus!

Der Zugang zur Sternschnuppe – eindeutig ein Hexenhaus!

Ach, was soll ich sagen? Es ist immer wieder zauberhaft die Muggelwelt hinter sich zu lassen und einzutauchen in eine Welt voller Zauber und Mythen. Kaum kommt man in der Sternschnuppe an, ist man nur noch unter seinesgleichen. Die Kommunikation wird einfacher und das Leben fließt. Es ist, als würde die Luft prickeln vor Magie.

In den nächsten Tagen werde ich an dieser Stelle berichten – in Worten und Bildern – vom Maibaum, vom Maifest, von Gedanken und Gefühlen, vom Weben der Magie und von einem jungen Phoenix, der sein Gefieder wechselt.

Ein Blütenmeer empfing uns im Garten der Sternschnuppe

Ein Blütenmeer empfing uns im Garten der Sternschnuppe

Bleibt neugierig!

 

Rückkehr aus Helheim

Altar der Göttin Hel

Altar der Göttin Hel

Am letzten Wochenende fand ein außergewöhnlicher magischer Ausflug statt. Gemeinsam mit Cassandra hatte ich geladen zu einer Reise nach Helheim, um Lokis Tochter Hel, der mächtigen Göttin, zu begegnen.

Dichter Nebel begegnete uns zum Anbeginn unserer Reise. Die Schwaden waren so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen zu sehen vermochte. Novemberkälte war aufgezogen, kroch unter die Kleidung und bedeckte die Landschaft, rund um die Sternschnuppe mit kühlem Feucht. Der Geruch des Herbstes liegt in der Luft. Altes Laub, Erde, Feuchtigkeit und eine Ahnung von kommendem Winter…

In der Sternschnuppe haben sich Hexen getroffen, die gemeinsam den Weg in die unterste der neun Welten wagen wollen. Starke Frauen, die zusammen der Göttin entgegen treten wollen, die von den Asen selbst in die Tiefe geschleudert worden ist. Sie treten eine Reise an, die normalerweise ohne Wiederkehr ist…

Viel kann ich nicht berichten über die Ereignisse, Empfindungen und Schwingungen, die in den letzten Tagen von mir Besitz ergriffen haben. Nur eines kann ich sagen: Hel, die große Göttin, ist ganz anders als erwartet. In ihr endet alles Wollen, alles Sehnen und alles Anhaften. Wer sie einmal in ihrer ganzen Macht gesehen hat wird verändert zurück kehren!

Danke Hel!

Diese Helslichter wurden angefertigt und leuchteten den Weg.

Diese Helslichter wurden angefertigt und leuchteten den Weg.

 

Die Legende des Phönix

Blühende Tulpen erwarteten die Freunde des Phönix.

Blühende Tulpen erwarteten die Freunde des Phönix.

Aus den arabischen Ländern ist der Feuervogel Phönix über Griechenland in unsere Gefielde gereist. In Ägypten war sein Name ‚Benu‘, dies heißt übersetzt ‚der Neugeborene‘ oder auch ‚der Wiedergeborene‘. In der ägyptischen Mythologie wird berichtet, dass der Phönix ein Vogel sei, der ein hohes Alter erreichen könne. Manche Quellen sprechen von 300, andere von 500 oder sogar 1000 Jahren. Wenn der Vogel seinen Tod nahen spürt, dann beginnt er ein Nest zu bauen, welches er in einer einzigen Nacht fertig stellt. Dieses Nest wird aus kostbaren Gewürzen und Harzen gebaut, unter ihnen Weihrauch, Zimt und Myrrhe. Die genaue Zusammensetzung der Kräuter ist nur dem Phönix selbst bekannt.

Der Phönix in Flammen

Der Phönix in Flammen

Nachdem der Vogel das Nest fertig gestellt hat, begibt er sich selbst in das Nest und erhebt seine Stimme, singt in Richtung Osten, in Richtung der aufgehenden Sonne. Mit den ersten Strahlen ihres flammenden Lichtes entzünden die Sonne das vorbereitete Nest, in dem der Phönix ruht. Unter Wohlgeruch und Gesang entflammt der Vogel. Die Schmerzen des verzehrenden Feuers werden durch die Kräuter gelindert.

Ist das Nest zu Asche zerfallen und ausgekühlt geschieht etwas sonderbares. Je nach Region – es gibt verschiedene Unterarten des Phönix – findet sich in der Asche entweder ein goldenes Ei oder aber ein kleines Vögelchen. Der verbrannte Phönix ersteht somit neu und kommt mit neuer Kraft wieder in das Leben zurück.

Das Bild des Phönix, des Vogels, der mit der Sonne und dem Feuer in Verbindung steht, ist kulturübergreifend. In Russland gibt es die Legende des Feuervogels, in China den Mythos um den barmherzigen Fenghuang und in unseren heimatlichen Gefielden lebt ein winziger Verwandter des Phönix: Der Zaunkönig. Dieser kleine Kerl baut sein Nest am liebsten in Höhlen und Ritzen, mag es dunkel und behaglich, was ihm den Namen ‚Troglodytes troglodytes‘ (Höhlenbewohner) einbrachte. Doch wenn die Wintersonnenwende vorbei ist, die Tage langsam länger werden, dann ist es der Zaunkönig, welcher der Sonne entgegen fliegt und sich an ihren heißen Strahlen versengt. Er nimmt die Kraft unserer Sonne auf und bringt sie zurück zur Erde. Erkennbar wird dies am rötlichen Gefieder des Zaunkönigs, welches er im Frühjahr aufweist. Dieser Vorstellung entspricht die Idee, dass Gefieder des Feuervogels Phönix werde nicht in der aufgehenden Sonne, sondern mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne entzündet. Die Wiedergeburt des Phönix ist somit zugleich die Rückkehr der Sonne am folgenden Morgen.

Dem Phönix werden zahlreiche Fähigkeiten zugeordnet. So soll er in der Lage sein – ähnlich dem Vogel Roch oder Rock – sehr hohe Lasten zu tragen. Eine Feder aus seinem Gewand leuchtet in der dunkelsten Finsternis und die Tränen des Phönix haben heilerische Fähigkeiten. Sie sind in der Magie als Antidot gebräuchlich. In der neuzeitlichen magischen Kunst wird der Begriff ‚Phönixtränen‘ zuweilen als Synonym für Canabisöl verwendet.

Ein Freund des Phönix

Ein Freund des Phönix

So steht der Phönix für Unsterblichkeit auf der einen Seite und für Transformation auf der anderen Seite. Sein Gefieder ist wunderschön, golden, rot und feuerfarben schimmernd. Ein enger Freund und Vertrauter des Phönix ist der Pfau, der dem Feuervogel nur wenig an Schönheit nachsteht. Der Pfau war – bevor er in der christlichen Mythologie zum Symbol der Eitelkeit verkam – Symbol für die Unsterblichkeit. Sein Fleisch galt als ‚unverwesbar‘. In China ist der Pfau der Göttin Kuan Yin zugeordnet, deren Barmherzigkeit unermesslich ist. Auch der Pfau gilt als Transformator.

Als ich in der Sternschnuppe ankam begrüßte mich der Pfau, gemeinsam mit dem alten Phönix. Was kann es schöneres geben?

Die Rückkehr des Phönix

Der Feenbaum steht in voller Blüte!

Der Feenbaum steht in voller Blüte!

Ich bin zurückgekehrt von meiner Reise in die Sternschnuppe, wo ich auf den Flügeln des Feuervogels Phönix geritten bin, in die Flammen gestiegen bin, um zu verbrennen und neu aus der Asche in das Leben gestiegen bin. In meinem Blog werde ich in den nächsten Tagen ein paar kleine Impressionen des Ausfluges in die Anderswelt geben, einige Fotos zeigen und Euch neugierig machen auf die Abenteuer, die es bei den Hexen, welche die Freunde des Phönix sind, zu erleben gibt. Vielleicht habt Ihr ja Lust beim nächsten Mal mit uns auf die Reise zu gehen? Ihr seid herzlich eingeladen!

Meine Ankunft in Oldenbüttel war am Dienstag, 29.04.2014, bei strahlendem Sonnenschein. Begleitet wurde ich von meiner lieben Freundin Britta aus Berlin und empfangen wurden wir von Cassandra aus der Sternschnuppe. Der Frühling war bereits mit all seiner Kraft über das Land gekommen, überall blühte es und die Luft war erfüllt vom Duft der Blumen und des Honigs. Der Feen-Apfelbaum stand in voller Pracht und durch ihn hindurch kann man bereits einen Blick in die Anderswelt riskieren. Hierher zurück zu kommen ist wie ein kleines ’nach Hause‘ kommen. Einmal die Muggelwelt komplett hinter sich lassen und eintauchen in pure Magie, in eine Sphäre der Zauber und Wunder.

Apfelblüte

Apfelblüte

Der Dienstag war der Anreisetag für das ‚Organisationsteam‘, wie ich das ‚Lehrerteam‘ lieber nenne. Denn erfahrungsgemäß ist es doch so, dass auf jedem Camp jeder mit einem offenem Ohr und einem offenem Herzen von jedem etwas empfangen kann. In diesem Jahr war ursprünglich ein Phönix-Camp zum Thema Rhiannon geplant. Doch dies musste leider ausfallen, so das wir umdisponierten und das diesjährige Hexentreffen ganz in das Zeichen des Phönix setzten. Das übergreifende Thema der nächsten Tage sollte die Begegnung mit dem mächtigen Feuervogel Phönix sein, welcher in die Flammen steigen und neu aus ihnen hervor gehen würde.

Und so war die Ankunft in Oldenbüttel geprägt von einer klaren, frühlingshaften Luft, welche die Gedanken aufstiegen ließ und die vorbereitende Arbeit für die Hexen, die in den nächsten Tagen anreisen würden, erleichterte. Spaziergänge an der Luft, Begegnungen mit kleinen Feen und Elfen, Planungen und Gespräche über das vor uns liegende, Blumen, Blüten, Frühlingsimpressionen halfen uns dabei den vor uns liegenden Weg zu begehen.

Hier ist der Übergang zur Anderswelt tatsächlich sichtbar!

Hier ist der Übergang zur Anderswelt tatsächlich sichtbar!

Seit vielen, vielen Jahren begleitet der Phönix mit seiner Kraft das sogenannte Phönix-Camp, ein regelmäßig statt findendes Treffen von Hexen, an Magie interessierten Menschen und Neugierigen, die sich zusammen finden, um Zauber zu weben, Magie zu erlernen und vor allem Gleichgesinnte zu treffen. Seit einigen Jahren gehört auch für mich dieses Treffen fest in meine Jahresplanung, öffnet es doch neue Horizonte und transformiert neue Ideen.

Doch die Flügel des Phönix waren erlahmt, sie waren langsam und träge geworden. Und so war es an der Zeit den alternden Feuervogel in die Flammen zu geleiten…

An dieser Stelle werde ich Euch in den nächsten Tagen die Geschichte des Phönix erzählen und Euch von einem wunderbaren, inspirierenden Hexentreffen berichten! Seid neugierig! Seid willkommen!