Archiv des Autors: Curtis Nike
Stand der Dinge
21.11.2021 ev

Iggy Spock
Die Tag- und Nachtgleiche liegt lange hinter uns, der Herbst hat Einzug gehalten und räumt Schritt für Schritt dem Winter das Feld. In diesem Jahr gab es bisher recht wenig von mir zu lesen. Am Anfang des Jahres erschütterte mich der Verlust meines geliebten Familiar Iggy, den ich noch immer schmerzlich vermisse. Dann kam die Flutkatastrophe im Ahrtal und in der Familie sowie im Bereich Gesundheit gab es Herausforderungen denen ich mich stellen musste. Dies im privaten Bereich. Hinzu kommt, dass die epidemische Situation noch immer nicht gemeistert wurde. So finde ich, dass es an der Zeit ist hier im Blog wieder etwas Aktivität einzubringen und den Kurs Richtung Normalität zu setzen. Sozusagen mit großen Schritten voran zu schreiten.
Zunächst möchte ich allen, die unserem Spendenaufruf für meine Freunde in Ahrweiler gefolgt sind ganz herzlich danken! Der Gesamtbetrag kam komplett meinen Freunden zu Gute, die noch immer in einer sehr beengten Lebenssituation in Ahrweiler leben. Aber inzwischen gibt es neben Wasser und Strom auch eine wichtige, sehr gute Nachricht: Noch in diesem Jahr bekommen meine Freunde ein neues Heim. Sie kehren dem Ahrtal den Rücken zu und ziehen fort. Das Licht am Horizont ist somit zu sehen.
Erfreulich für mich ist, dass meine Hexengruppe, die Zaunköniginnen, in Berlin vorsichtig und behutsam wieder aktiv wird. So konnte im kleinsten Kreis ein Samhain-Ritual, welches mich sehr gestärkt hat, statt finden und gelegentlich finden in kleinster Gruppe gemeinsame Essen statt. Ob dies auch weiterhin möglich sein wird, wird die Lage zeigen. Auf jeden Fall plane ich eine kleine Julaktion, die ich auch hier im Blog ankündigen werde. Bleibt mir also gewogen, auch wenn ich mich in diesem Jahr sehr rar gemacht habe.
Ich danke allen, die hier mit lesen und den Blog somit lebendig halten!

Eine Kerze des Dankes
Bericht aus dem Ahrtal
03.08.2021 ev
In meinem letzten Bericht hier im Blog habe ich Euch berichtet, dass meine Freunde im Ahrtal durch die Flut alles verloren haben. Täglich erreichen mich Berichte und Bilder. Die Lage ist leider sehr schlimm, inzwischen wurde auch Seuchengefahr ausgerufen. Seit der Flutkatastrophe sind meine Freunde ohne fließendes Wasser und Strom. Das Wasser müssen sie täglich mit Kanistern zum Waschen transportieren und der einzige Kontakt – über Smartphone – ist nur durch Stromspenden in Form von Powerbanks möglich. Der Strom kommt von Hilfsorganisationen oder Arbeitnehmern im Umfeld, deren Arbeitgeber gestatten, dass die Energie für die Betroffenen in Ahrweiler geladen wird.
Regelmäßig mache ich Rituale und entzünde Kerzen zur Unterstützung, nicht nur meiner Freundin Denny und ihres Partners, sondern auch für alle, die nun gerade um ihre Existenz kämpfen. Viele Nachbarn und Bekannte meiner Freunde hatten nicht so viel Glück wie sie. Viele konnten nicht mehr vor den Fluten fliehen und sind tot. Eine Nachbarin wird immer noch vermisst.
Unklar ist, wann es wieder Strom geben wird, unklar ist, wann es wieder Wasser geben wird, unklar ist wann es wieder Gas geben wird. Im Moment hangelt man sich vor Ort von Tag zu Tag.
Daher möchte ich noch einmal auf unsere Spendenaktion hinweisen. Unter https://www.paypal.com/pools/c/8Bif15fHtD könnt ihr Denny und Andreas noch bis zum 17. August unterstützen. Mit dem Geld haben sie eine kleine Möglichkeit sich eine neue Zukunft aufzubauen.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich bisher an der Aktion beteiligt haben – jeder Cent zählt! Und es ist sicher gestellt, dass auch jeder Cent ankommt!
Vielen Dank!

Kerze zur Unterstützung
Hilfe benötigt!
19.07.2021 ev
Ihr alle habt sicherlich mitbekommen was sich im Ahrtal ereignet hat. Die Bilder in den Medien sind erschütternd und ich habe mich dazu entschlossen hier im Blog bewusst keine Fotos von der Überschwemmungskatastrophe zu posten. Statt dessen möchte ich Euch um Hilfe und Unterstützung für mir engen Freunde bitten, die in der Nacht zum 15.07.2021 alles, bis auf ihr Leben, verloren haben. Die erste Nachrichten von der Flutkatastrophe erreichten mich am Morgen des 15.07.21 nach einer unruhigen Nacht. Ich selbst war in NRW und erst am Vortag mit dem Zug soeben noch aus Aachen weg gekommen (es fiel zu diesem Zeitpunkt jeder zweite Zug aus). Am Morgen des 15. dann erhielt ich die schockierenden Nachrichten aus Ahrweiler: Meine Freunde Denny und Andreas, die gerade eben dabei waren zusammen zu ziehen und seit mehreren Wochen ihre Wohnung liebevoll sanierten, renovieren und einrichteten, waren innerhalb weniger Augenblicke überflutet worden. Die neue Erdgeschosswohnung, in der gerade die neu gelieferte Küche noch unaufgebaut in Kartons stand, wurde vollständig zerstört. Beide verloren ihre Autos, Andreas Familie wurde ebenfalls von der Flut getroffen und die Bilder, die mich privat erreichten, bevor das Netz zusammenbrach, waren so furchtbar, dass ich weinend in meinem Sessel saß. Ich konnte es nicht fassen. Und ich kann es auch noch nicht fassen. Ahrweiler, die Stadt aus der auch Teile meiner Familie stammen, existiert so gesehen nicht mehr.
Meine Freunde – einige von Euch kennen sie auch von Mos Maiorum und aus meinen Reiseberichten hier im Blog – sind am leben, gesund und vorerst in Sicherheit. Aber sie haben ihre Existenzgrundlage komplett verloren.
Gemeinsam mit engen Freunden haben wir ein Spendenkonto eingerichtet, damit sie die Möglichkeit haben sich zumindest erst einmal wieder ein neues Leben aufzubauen. Jeder Euro zählt und das Geld kommt zu 100% bei unseren Freunden an.
Falls Du helfen möchtest, so kannst Du es hier!
Wir danken euch von Herzen für Eure Unterstützung!
Zum Glück: Online Podiumsdiskussion mit Curtis Nike
13.04.2021 ev
Ostaras Kuss liegt hinter uns und der Frühling kündigt sich somit langsam an. Ich persönlich habe mich in den letzten Wochen und Monaten sehr zurück gezogen. Doch mit den Sonnenstrahlen, die überall Narzissen und Krokusse zum blühen bringen, komme auch ich langsam aus meiner Höhle wieder an das Licht gekrochen.
Immer noch stecken wir mitten in der Pandemie und sind im Lockdown. So verbringen wie die Abende von daher zu Hause. Auch für dieses Jahr habe ich alle Workshopplanungen und auch die Vorbereitung für eine Reclaiming Kernklasse ausfallen lassen. Solange nicht absehbar ist, wann die Situation sich verändert möchte ich meine Energien in persönliche Projekte investieren. Dennoch freue ich mich Euch zumindest einen kleinen Lichtblick anbieten zu können.
Am Donnerstag, 15.04.2021, besteht die Möglichkeit den Abend – im weitesten Sinne des Wortes – gemeinsam zu verbringen. Ich nehme an einer Online – Podiumsdiskussion der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum Thema ‚Glück‘ Teil und lade Euch hiermit dazu ein ein bisschen Zeit mit mir, der Diskussion und mit dem Glück zu verbringen.
Wie erreicht Ihr die Diskussion? Alle Infos zur Veranstaltung findet Ihr hier bei Facebook
Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen und ich habe bereits die Veranstalter darauf hingewiesen: Wir Zaunköniginnen sind natürlich KEINE Wicca-Gruppe, wir sind Reclaiming-nahe und bunt.
Ich freue mich auf Donnerstag und vielleicht bist Du ja mit dabei?
Iggy ist nach Hause gekommen
02.02.2021 ev

So kehrt Iggy nach Hause zurück.
Letzten Freitag war es soweit. Ich konnte Iggy wieder zu mir nach Hause holen. Frühzeitig hatte ich für ihn eine Sterbevorsorge abgeschlossen, so dass ich nach seinem Tod bei mir daheim wusste, was zu tun ist. Das Bestattungsinstitut wurde telefonisch informiert und so konnte Iggy bereits am späten Vormittag seines Todestages auch körperlich seine letzte Reise antreten. Ich entschied mich ihn nicht selbst zum Bestattungsinstitut zu fahren, denn dafür war ich zu aufgewühlt an seinem Todestag. Statt dessen wurde er in einem für ihn vorbereitetes Körbchen abgeholt. Der reibungslose Ablauf und achtsame Umgang mit ihm war sehr hilfreich für mich, denn ich war entsprechend neben der Spur. Egal wie vorbereitet man ist, egal wie sehr man sich mit dem Tod befasst und ihn auch erwartet, letztendlich ist er stets ein unangenehmer Gast. Und die Auseinandersetzung mit ihm und dem Verlust des geliebten Freundes verbleibt bei den Lebenden.

Mein lieber Freund ist wieder da!
Letzten Freitag erhielt ich die Nachricht, dass Iggy in seiner Urne abgeholt werden könnte. Diesmal hatte ich die Kraft selbst zum Institut zu fahren und ihn Heim zu holen. Das war noch einmal ein ganz besonderer Moment, denn in den Tagen nach seinem Tod war er eigentlich ununterbrochen um mich herum. Ich spüre auch heute noch seine Gegenwart und höre und sehe ihn auch zuweilen.
Iggy-Spock, so sein voller Name, war ein drittel meiner eigenen Lebenszeit mein treuer und geliebter Gefährte hier auf Erden. Die letzten zwei Jahre – vor allem aber die letzten neun Monate – waren sehr hart, aber auch besonders wertvoll und kostbar für uns beide. Ich vermisse meinen geliebten Freund sehr, zugleich freue ich mich, denn ich habe das Gefühl, dass alles gut und harmonisch abgelaufen ist und der Tod genau richtig gekommen ist, so unangenehm es auch für mich persönlich ist. Lieber Iggy, Du wirst niemals vergessen sein! Du bist mein Stern und ich habe Dich in meinem Herzen!
In diesem Sinne: Zu Lichtmess scheint mein persönlicher Stern am Himmel, sein Name ist Iggy-Spock, er war schon immer da und wird immer da sein.
Weiterhin bist Du Teil meines Lebens, von nun an begleitest Du mich als mein Leitstern, auch in der dunkelsten Zeit. Dein Strahlen wird von Tag zu Tag heller und scheint in meinem Herzen sowie am Himmel, Du bist mein Band zu den Sternen, Du bist mein Anker und mein Halt in den anderen Welten.
Iggy-Spock ist mein Familiar – in dieser Welt und in der anderen! 

