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Herbstmelancholie

17.11.2019

Nebelmond

Alles vergeht.
Alles verweht.

Hinter dem Horizont
liegt die Unendlichkeit.
Ich bin nur Gast 
auf dieser Welt,
ein Pilger durch die Lebenszeit.
Um mich zerfällt
was einst geboren.


Alles stirbt

Alles verdirbt.
Wo einst Lebenskraft
und Bewegung,
da kommt Siechtum, Krankheit,
Tod.
Geliebte Wesen sterben,
werden zu Grabe getragen,
vergehen. 

Alles lebt.
Alles vergeht.
Ich sehe durch die Zeit,
und spüre die
Vergänglichkeit.
Am Ende bin auch ich
weniger als
ein Wimpernschlag 
im Gestade der Unendlichkeit.

So muss es sein,
wir sterben allein…

Curtis Nike, 11/2019

Auf den Friedhöfen am Halleschen Tor.
Foto:
LiBella
Model: Curtis Nike

Der Lauf des Lebens

26.03.2019

Wie sieht er denn nun aus? Der große Plan, von dem ich gestern schrieb? Er ist ganz einfach: Alle Geschöpfe werden geboren und alle Geschöpfe werden sterben. Alles, was dazwischen liegt, unterliegt Nornenwerk und eigenem Handeln. Dies gilt für alles Sterbliche. Menschen sterben, Planeten vergehen, Sonnen verlöschen und auch die Götter verbleichen irgendwann. 

Die Geschöpfe, die Glück haben im Leben, vermögen es in unseren Tagen ein erfülltes, unbedrohtes Leben zu führen und alt zu werden. Krieg, Gewalt, Hunger, Vertreibung… wer hier geboren wurde kann das Glück genießen in Würde und Selbsterfüllung zu leben und zu altern. Wer hier geboren wurde mag sein Schicksal tragen und muß es nicht zwangsläufig ertragen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Krankheit und Leiden nach uns greifen. Kaum irgendwo auf der Welt gibt es eine so gute, medizinische Versorgung wie hier bei uns. Doch heißt dies keineswegs, dass Körper, Herz und Geist nicht leiden. Manchmal weiß ich nicht: Ist es schwerer ein eigenes Schicksal zu tragen? Oder bewegt es mehr das Schicksal derer mitzuerleben, die uns am Herzen liegen?

Iggy vor einigen Monaten

Hier unter den Menschen bin ich allein, zusammen lebe ich mit Hexenkater Iggy, der mir seit er ein Baby war zur Seite steht. Er erträgt meine Launen, meine Eigenbrödlerei; er erträgt meinen ganz normalen Wahnsinn und duldet Depression und Manie. Er akzeptiert es, dass ich schwierig bin. Im Gegenzug darf auch er sein wer er will. Iggy kam in einer Zeit zu mir, in der es mir nicht gut ging. Ich hatte ein Ritual gemacht und Freya gebeten mir einen der ihren zu schicken. Nur wenige Tage später fand das hilfesuchende Bündel Katze seinen Weg zu mir.

Iggy ist in seinem fünfzehnten Lebensjahr. Er tritt nun in seine letzte Lebensphase ein, in das eines altehrwürdigen Katers. Er schläft viel, er hört gerne entspannende Musik, er lässt sich gerne bürsten und schmust mehr als früher. Aber Iggy schaut nicht mehr mit mir zusammen Fernsehen, auch meine Spielkonsole interessiert ihn nicht mehr. Er ist ruhiger geworden, langsamer. Gesetzter. Das habe ich hin genommen. Er ist schließlich ein Senior. Und dazu ein ziemlich cleverer Senior: Erst vor wenigen Tagen habe ich es bemerkt. Bei ihm selbst war es vermutlich ein schleichender Prozess, an den er sich anpassen konnte. Heute habe ich die Bestätigung bekommen.

Iggy ist blind.

Früher hat er gerne Star Wars geguckt, heute liebt er seine Star Wars Kuscheldecke.

Ich bin traurig

Rickmann

Alan Rickman

21.02.1946 – 14.01.2016

Gute Reise zu den Sternen!

Angst vor Hel?

Lokis Tochter Hel ist die Herrscherin über Helheim. An ihrer Seite wacht Garm. Es wird berichtet, das nur eine Hälfte von Hel lebendig ist, die andere Hälfte sei schwarz und tot.

Hel ist die Göttin, die uns mit der Dunkelheit in uns selbst, mit unseren tiefsten Ängsten konfrontieren kann. Ihr Geschenk ist Wachstum durch Überwindung von Furcht und Verzweiflung.

In der Reclaiming Tradition heißt es, dass da wo Angst ist auch Kraft ist. Where there’s fear there is power!

Hast Du den Mut Hel ins Gesicht zu schauen? Du kannst ihr bei Musenkuss begegnen!

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