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Things to Come – SF-Sonderausstellung im Filmmuseum
20.02.2017

Na, erkannt? Es ist fast ein bisschen verwirrend die Kleidung der Besatzung der Orion einmal in Farbe zu sehen.
aus: Raumpatrouille Orion
Wie kann die Gesellschaft der Zukunft aussehen? In welche Richtung entwickelt sich die Menschheit? Welche Möglichkeiten wird die Robotik eröffnen? Wie könnte Leben auf anderen Welten aussehen und sich auf uns auswirken? Diese und viele weitere ‚Zukunftsfragen‘ sind die Themen der Science fiction. Und genau dieser Sparte des Films wendet sich die aktuelle Sonderausstellung „Things to come“ in der deutschen Kinematek, dem Museum für Film und Fernsehen, zu. Noch bis 23. April 2017 besteht die Möglichkeit diese Ausstellung zu besuchen und ich kann sie Freunden der Materie nur ans Herz legen! Ich selbst habe „Things to come“ letzte Woche gemeinsam mit meiner Mutter besucht. Der Eintrittspreis – nur für die Sonderausstellung – beträgt 5 €, die sich wirklich lohnen!
Unterteilt in verschiedene Sektionen wird sich im Filmmuseum den unterschiedlichen Themen der Science fiction zugewendet. Dabei kann man nicht nur Filmrequisiten wie beispielsweise Raumanzüge, Phaser oder Roboter aus bekannten Filmen und Serien bestaunen, sondern es wurden auch Räumlichkeiten den Szenen aus Filmen nachgestellt. So kommt man unter anderem in eine Kryostasekammer, in der Reisende durchs All die lange Zeit im Kältetiefschlaf verbringen können.
Die Ausstellung, die sich über drei Stockwerke verteilt, ist multimedial aufgebaut und die Sektionen liefen Themenschwerpunkte.
Der multimediale Charakter zeigt sich darin, dass man zum einen zahlreiche Illustrationen zu Entwicklung der Kulissen und Kostüme aus Film und TV, die als Bilder präsentiert werden, findet: Vorzeichnungen von Raumanzügen oder Uniformen von der ersten Idee bis zur Endversion; erste Ideen von Planetenkulissen, Raumschiff-Designs. Zum anderen werden auf Monitoren und Leinwänden themenbezogene Filmsequenzen präsentiert. Dies alles wird unterstützt von Modellen – beispielsweise von Raumschiffen oder Raumstationen – und Requisiten.

Alien aus Alien
Die Filmsequenzen werden zahlreich präsentiert und können bequem mit Kopfhörern abgehört werden. Zuweilen kann man sich dann auch in die Kulissen setzen, wie beispielsweise in eine Offiziersmesse. Die Sequenzen setzen sich aus Szenen unterschiedlicher Filme zu einem bestimmten Thema auseinander (beispielsweise: Der Weltraum) und dauern etwa 5 bis 12 Minuten, je nach Thema. Uns hat es Spaß gemacht, die Sequenzen zu betrachten und gemeinsam die Filme zu raten. Eine Auflistung der jeweiligen Filmszenen kann man dann auch neben den Leinwänden nachlesen. Mir persönlich hat besonders eine Filminstallation gefallen, die aus zwei TV Monitoren bestand, in denen die Entwicklung der Filmkultur gezeigt wurde, indem man den Film Kampf der Welten (1953)/Krieg der Welten (2005) parallel bearbeitet hatte. Gleichzeitig liefen in den beiden Monitoren die gleichen Szenen – nur 52 Jahre voneinander versetzt – ab. Die Sequenz dauerte etwas mehr als 8 Minuten und mir persönlich wurde vor Augen geführt, warum ich alte Science fiction Filme immer noch so liebe.
Die gezeigten Filmrequisiten stammten aus Filmen wie Alien, Star Trek, Raumparouillie Orion, Enemy Mine und vielen anderen. Ich persönlich habe mich besonders gefreut dem Roboter TARS aus Interstellar zu begegenen. Amüsiert habe ich mich auch über eine Modell-Darstellung, die den Kampf zwischen den Star Trek und Star Wars Fans zeigte: Ein Modell der Enterprise jagde einem TIE-Fighter hinterher.
Ich empfehle die Ausstellung Fans der Science fiction, auch Fans der alten Klassiker werden hier auf ihre Kosten kommen. Um die Ausstellung in allen Details genießen zu können (und hierbei sind nicht alle Fimsequenzen mit einbezogen) sollte man sich mindestens (!) zweieinhalb Stunden Zeit nehmen. Ich persönlich hätte keine Probleme mich den ganzen Tag vor Ort aufzuhalten.

Alien aus Independence Day
Die Kinemathek findet ihr am Sony Center, Potsdamer Platz, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10–18 Uhr
Donnerstag: 10–20 Uhr
Montags geschlossen
(Bitte die Sonderöffnungszeiten an Feiertagen beachten – Ihr findet sie auf der Website)
Hinweisen möchte ich auch darauf, dass im Zusammenhang mit ‚Things to Come‘ ein breites Angebot an Vorträgen und Filmen präsentiert wird. So hat man noch folgende Möglichkeiten:
02. März, 2017, 19.00 Uhr: Vortrag „Der Klimawandel: Was ist Science? was ist Fiction?“ Kinematek, 4. OG, Eintritt frei
06. April 2017, 19.00 Uhr: „40 Jahre Golden Records“ – die Voyager Mission, Kinematek, 4. OG, Eintritt frei
Filme kosten 7,50 € Eintritt und werden im Bundesplatz Kino, Bundesplatz 14, 10715 Berlin ausgestrahlt. Die Filme sind OmU:
05. März 2017, 18.00 Uhr, Gattaca, USA 1997
02. April 2017, 18.00 Uhr, Under the Skin, GB/USA 2013
Jahresrückblick 2016 – Vorschau 2017
06. Januar 2017
Letztes Jahr habe ich hier im Blog das erste Mal einen Jahresrückblick mit Vorschau auf das Kommende geschrieben. Und das hat sich als recht hilfreich für mich selbst erwiesen. Vielleicht ist es ja auch für Euch inspirierend? Macht Ihr Euch am Anfang des Jahres ein paar Gedanken oder Notizen für das Kommende? Blickt Ihr zurück?
Ich möchte es in diesem Jahr genauso halten wie letztes Jahr und meine Gedanken für die Zukunft fokussieren, während ich schaue, was im letzten Jahr geschafft wurde und was eben nicht.

Das Fenster zur Welt zeigt neue Wege.
Beginnen möchte ich wieder mit meinem Fenster zu Außenwelt: Mein Blog hatte im vergangenen Jahr 8195 Besucher und inzwischen folgen ihm 60 Personen. Immerhin 73 Beiträge gab es 2016 für Euch zu lesen. Was hat Euch besonders gefallen? Wovon möchtet Ihr mehr lesen? Was interessiert Euch besonders? Auf jeden Fall freue ich mich, dass Du auch heute wieder hier stöberst. Bleib mir gewogen, dies wünsche ich mir.
Ich selbst habe 2016 einiges von dem umgesetzt, was ich mir vor genommen hatte! Während mich bis August immer noch das Thema ‚Heilung‘ befasste – seitdem geht es endlich gesundheitlich in Richtung Stabilität – habe ich sehr viel Freude und Energie mit meinen Zaunköniginnen teilen können. Nicht nur magisch spielen sie in meinem Leben eine Rolle, auch privat haben wir viel Freude miteinander. Besonders unser Sommergrillfest mit unseren Familien war ein schönes Highlight! Und im Dezember stand sogar eine echte ‚Vogelhochzeit‘ an, zwei Zaunköniginnen gaben sich das ‚Ja-Wort‘ und ich als Trauzeugin war schon Wochen im Voraus total aufgeregt.
Kreativ konnte ich einige meiner Pläne umsetzten, davon profitierten 2016 allerdings vor allem meine Familie und meine Freunde. Obwohl: Profitieren? Ja, ich denke schon 🙂 Oder was meint Ihr (siehe Bild)?

Fanart: Holzbrennarbeiten für meine Schwester zu Jul.
Die für 2016 angekündigte Hexenküche muss warten. Dies liegt nicht allein an mir, erste Vorbereitungen waren bereits getroffen und im Herbst 2016 sollte es los gehen mit der Renovierung. Doch ein unerwarteter Todesfall hat nun die Energie anderweitig gebunden: Eine 3-Zimmer-Wohnung muss komplett saniert und renoviert werden. Inklusive Bad und Küche. Dies befasst mich – und vor allem meinen Vater – nun schon seit November und wird noch bis Februar Energie binden. Somit ist das Projekt Hexenküche zunächst aufgeschoben (denn ich habe dann auch bis auf weiteres die Nase voll von Renovierungsarbeiten…).

Darauf freue ich mich in jedem Jahr von Neuem: verzauberte Fluss-Landschaften, nur mit dem Boot erreichbar.
Reisen waren 2016 ein großes Thema, wie so oft bei mir. Die treue Leserschaft meines Blogs ist nicht überrascht, dass es auch 2016 wieder nach Irland ging. Wie jedes Jahr. Es ist meine zweite Heimat und hier kann ich ausspannen und los lassen. Und das muss ich auch, denn meine anderen Reisen waren eher ‚Abenteuertrips‘. Mit den Freunden von Mos Maiorum machte ich im Juli eine spannende Zeitreise zu den Römern nach Mayen. Und im September und Oktober dann ging es rund: England und London riefen, die Winkelgasse, Hogwarts und Sherlock Holmes mussten besucht werden, alte Freunde wurden aufgesucht, ihr habt es sicher nicht überlesen können. Trotz aller Anstrengungen war es eine traumhafte Reise und mein Herz würde am liebsten gleich das nächste Wochenende schon wieder nach London hüpfen, um die Luft dort zu atmen. In keiner anderen Stadt – außer eben Berlin – könnte ich es mir noch vorstellen zu leben. London: Meine einzige Alternative. Auch nach dem Brexit? Wir werden sehen…

London ist immer eine Reise wert! Hier: Covent Garden
Freunde und Familie habe ich natürlich auch und da war einiges in Aufruhr 2016. Gleich drei meiner Freunde verloren einen Elternteil, zwei weitere Bekannte mussten ebenfalls ihren Vater zu Grabe tragen. Das war ein ziemlicher Schock, zumal auch mein Vater in diesem Jahr gleich zweimal ins Krankenhaus musste. Doch hier verlief alles glücklich und ich hoffe, dass meine Eltern noch lange, lange fit und gesund bleiben! Ich unternehme einiges mit ihnen, mit meiner Mutter war ich gerade Ende des Jahres viel im Kino, mit meinem Vater geht es regelmäßig in die Fußballkneipe (wenn nicht gerade renoviert wird).
Sehr getroffen hat mich der – für mich unerwartete – Tod von Malte S. Sembten. Er ging viel zu früh. Und schlagartig wird man sich seiner eigenen Sterblichkeit mehr als bewusst. 2016 habe ich sehr viel mehr als sonst über den Tod nachdenken müssen. Trost und Halt waren für mich mein lieber Kater Iggy, die Zaunköniginnen und die Familie.

Hexenkater Iggy genießt die Herbstabende gemütlich auf dem Sofa.
Im Beruf gab es etwas Neues, was sich jedoch erst im Laufe des Jahres 2017 voll entfalten wird. Hier im Blog war es nur eine winzige Mitteilung, für mein Leben jedoch eine einschneidende Veränderung: Von nun an werde ich von der Agentur Ashera vertreten. Alle Veröffentlichungen im Bereich Kurzgeschichten, Romane und Erzählungen laufen nun über die Agentur.
Auch meine journalistische Arbeit lebte 2016 wieder auf: Ich habe einiges in den Kessel geworfen. Vielleicht werde ich auch 2017 etwas hinein geben. Wir werden sehen. 2016 war ich nicht als Illustratorin tätig, auch dies wird sich 2017 ändern. Der Hexenkalender ruft nach mir und ich werde wieder mit dabei sein. Doch ist die Arbeit am Kalender nach wie vor ehrenamtlich.
Den Großteil meines Lebensunterhaltes bestreite ich nach wie vor durch meine beratende Tätigkeit. Sie bereitet mir große Freude und die tägliche Arbeit mit dem Tarot ist auch so etwas wie eine wiederkehrende magische Praxis.
Ob es in diesem Jahr neue Workshops geben wird weiß ich noch nicht.

Noch mehr Kunst aus 2016: Über dieses hochwertige Meisterwerk der Fanart durfte sich meine Nichte freuen.
Die Kreativität blüht. Das Kerzengießen biete ich ab 2017 nicht mehr als Workshop bei mir an, da ich inzwischen selbst viel experimentiere. Neue Formen, Farben und Strukturen finden den Weg auf den Kerzenteller. Auch die Arbeit mit Holz bereitet mir Freude. Aber mein Thema im kreativen Bereich wird wohl das Zeichnen sein, denn dies kam 2016 definitiv zu kurz! Allerdings nimmt mein Zeichenstil auch sehr viel Zeit in Anspruch. Und so wird sich zeigen, ob ich – neben der Kalenderzeichnerei – noch Raum und Zeit für mehr finde. Lasst Euch überraschen!
In der Magie gab es 2016 vor allem Aktivität rund um die Zaunköniginnen und die Kreativität. 2017 habe ich nun wieder meine tägliche Yoga-Praxis aufgenommen. Das Motto lautet: Mehr körperliche Bewegung, auch mal wieder raus aus der Hexenküche (die ja auch Standard-Küche ist).
Für 2017 habe ich folgende Ziele vor Augen:
1.) Schriftstellerisch wieder mehr in die Öffentlichkeit gehen, sprich: Publizieren.
2.) Insgesamt 5 kg Körpergewicht dauerhaft verlieren. Ja, ich weiß, manch einer belächelt dieses Ziel. Was sind schon 5 kg? Aber ich merke, dass ich langsam ‚in die Jahre‘ komme und da hat sich in den letzten zwei Jahren völlig unbemerkt etwas auf meine Hüften geschlichen, welches mich beschwert. Und bevor es heimlich noch mehr wird, werde ich einfach ‚unheimlich‘ reduzieren.
3.) So viel wie möglich mit meinen Eltern unternehmen.
Und? Was plant Ihr so? Wie war Euer Jahr 2016?
Zauberhaftes Kreuzberg

Gaslaternen auf der Baerwaldbrücke.
Zuweilen neige ich dazu überkritisch mit der eignen Heimstadt zu sein. Vor allem im Vergleich mit London, wo ich ja erst kürzlich war. Hier wimmelt es nur so von Menschen, überall gibt es etwas zu sehen und zu bewundern. Dann kommt es mir bei meiner Rückkehr nach Berlin so vor, als wäre alles hier klein, provinziell und langweilig. Der Hauptgrund in dieser Wahrnehmung liegt natürlich vor allem daran, dass ich in Berlin lebe und hier nicht Urlaub mache. Als Tourist sieht man eine Stadt mit völlig anderen Augen.
Der Herbst hat hier Einzug gehalten. Früh dämmert der Abend, die Nächte sind dunkel und kühl. Doch als ich eines Donnerstags von einem Abendessen mit meinen Eltern zurück nach Hause kehre, da erinnere ich mich wieder daran, warum ich hier lebe. Ich stehe auf der Baerwaldbrücke. Es ist kalt und bereits stockdunkel, der Landwehrkanal schimmert schwarz, es ist kein Schiffsverkehr auszumachen. Die Brücke wird beleuchtet durch historische Kandelaber, die ein angenehmes orangenes Gaslicht spenden. Sie könnten eine Touristenattraktion sein, aber es verirrt sich Nachts selten jemand hierher. Ich selbst lebe unweit von hier. Früher war auch die Laterne vor meinem Haus eine Gaslaterne. Die Politik aber hat die Gaslichter abgeschafft und durch das unangenehme Licht von Leuchtioden ersetzt. Zumindest wurden die Gaslaternen nur umgerüstet und nicht ganz abgerissen. Ein kleiner Trost.
Der Herbst beginnt. Und mit ihm die Zeit der inneren Einkehr, die Zeit der Magie, des Siedens, des Kerzen Gießen, des Basteln, die Zeit der Ruhe und Meditation, die Zeit Tränke zusammenzubrauen und zu Träumen. Die Zeit zu Schreiben. Und mit einem Male fühle ich es wieder: Zu Hause ist es doch am schönsten!

Gaslicht hat eine warme, fast magische Wirkung.
Star Wars mitten in Berlin

Pietje überragt Leia inzwischen fast. In drei Jahren hat er Han eingeholt.
Es gibt Orte in einer Millionenstadt, die besuchen ihre Bewohner so gut wie nie. Die Londoner sehen zwar auf den Tower, aber die wenigsten waren jemals drin. Pariser fahren seltenst auf den Eiffelturm und die meisten Berliner trifft man weder in der Reichstagskuppel noch auf dem Fernsehturm. Und dann gibt es noch die Orte und Events, die sogar speziell für Touristen gedacht sind. Dazu gehört sicherlich das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds, welches seinen Hauptsitz in London hat und unter anderem Niederlassungen in Berlin, New York und Wien hat. In Berlin gab es jedoch bereits zuvor Wachsfigurenkabinette, wie beispielsweise das 1869 eröffnete Panoptikum der Gebrüder Castan. Nach und Nach jedoch wurde Madame Tussauds auch über Londons Grenzen hinaus zu einem Großunternehmen und hat nun Unter den Linden 74 in 10117 Berlin seine Pforten geöffnet.

Ego te absolvo.
Als meine Familie in diesem Sommer hier in Berlin war, da stand auch ein Besuch bei Madame Tussauds auf dem Programm. Diesen Programmpunkt hatte ich selbst auf die Liste gesetzt, da ich mir unbedingt die Star Wars Ausstellung angucken wollte, von der ich gehört hatte. Und so wurden zunächst Karten besorgt. Ich möchte Euch an dieser Stelle eines UNBEDINGT empfehlen: Falls ihr einen Besuch der Ausstellung in Erwägung zieht, dann kauft euch bitte online die Karten! Je nachdem an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit ihr die Ausstellung betretet könnt ihr hier eine Menge Geld sparen! In den Räumlichkeiten selbst könnt ihr euch letztendlich so lange aufhalten wie ihr wollt. Es lohnt sich recht früh zu kommen, denn dann hat man weitaus mehr Raum zum fotografieren und sich alles in Ruhe anzuschauen.

Der fünfte Beatle war offenkundig ein Zeitreisender.
Das Konzept von Madame Taussauds in Berlin ist interaktiv. Alle ausgestellten Exponate sind – von einer Ausnahme abgesehen – frei zugänglich, frei fotografierbar und berührbar. Dabei hat man sich die Mühe gemacht die jeweiligen Figuren auch in einen adäquat ausgestatteten Umfeld darzustellen. Wer sich also mal mit Günther Jauch im Setting von ‚Wer wird Millionär‘ fotografieren lassen möchte oder Lust hat bei den Beatles die zweite Gitarre zu spielen kann dies hier tun. Equipment wie Gitarren oder auch leicht überzuziehende Kleidungsstücke sind vorhanden. Rasch verwandelt man sich in einen Shakespeare-Darsteller, natürlich nicht ohne wenig später bei Dr. Freud auf der Couch zu landen.

Luke lässt sich auch durch ständigens fotografieren nicht von seiner Mission ‚Wie rette ich meinen Vater, ohne ihn in Stücke zu hauen‘ ablenken.
Ich selbst bin bereits in der Vergangenheit in London im Wachsfigurenkabinett gewesen und wusste von daher was mich in etwa erwartet. Wer noch nie in einer solchen Ausstellung gewesen ist, wird sicher erstaunt und überrascht darüber sein wie absolut lebensecht die Personen sind. Alle dargestellten Politiker, Musiker, Schriftsteller, Wissenschaftler, Schauspieler, Sportler oder sonstige historischen Persönlichkeiten sind detailliert und in genauen Körpermaßen geformt. Dirk Nowitzki beispielsweise ist wirklich riesig! Erst wenn man direkt vor ihm steht merkt man, was es bedeutet, wenn jemand 2,13 m groß ist. Man kann sich in der Ausstellung sehr genau darüber informieren wie die Replike angefertigt werden. Jedes einzelne ist ein Kunstwerk für sich.

Yoda gewährt einem jungen Padawan eine Privataudienz.
Die Star Wars Ausstellung war natürlich das absolute Highlight unseres Besuches und ist für Fans der Filme ein absolutes ‚Muss‘. die Szenarien sind so realistisch dargestellt, das man sich mit einem Male auf Coruscant wieder findet. Selbst der Blick aus dem Fenster ist bis ins letzte Detail fotorealistisch nach gestellt. Und im nächsten Augenblick stolpert man in einem Gang des Todessterns und sieht sich Darth Vader gegenüber. Wenn wenig Betrieb in der Ausstellung ist und kaum Menschen unterwegs sind, dann kann einem tatsächlich für einen Moment eine Gänsehaut über den Körper laufen. Man ist mitten in den Filmen angekommen. Eines weiß ich: Wenn ich vor dreißig Jahren so ein Event gehabt hätte, ich hätte vermutlich vor Begeisterung geheult. Heutzutage begnüge ich mich mit ein paar Fotos 🙂
Einen Besuch bei Madame Taussauds empfehle ich vor allem Familien mit Kindern, die filmbegeistert sind. Es macht Spaß durch die Ausstellung zu gehen und so manchem Helden aus Film und Fernsehen oder aus der Welt der Musik und des Sports zu entdecken. Ich auf jeden Fall wünsche viel Spaß und möge die Macht mit euch sein!
Die Fotos, die ihr hier seht, hat Mike gemacht.
Die fünfte lange Nacht der Religionen in Berlin

Peti Songcatcher and Friends – Duke Meyer von den Singvögeln und Paula Noske
Es ist Vollmond. Ich höre im Halbschlaf die Trommeln. Es ist die Nacht zum 17. September, die Nacht vor der langen Nacht der Religionen. Und doch höre ich bereits die Klänge der Hexen und Heiden, das rhythmische Vibrieren der Trommelfelle, Gitarren und Gesang. Langsam gleite ich hinüber in mein Traumwelten während nebenan Peti, Duke und Paula proben. Sie bereiten sich auf die 5. Nacht der Religionen in Berlin vor. Ich persönlich habe meine Vorbereitungen glücklicherweise bereits abgeschlossen. In diesem Jahr beherberge ich Gäste und deren Betten sind schon einen Tag zuvor gemacht gewesen.
Nach dem Frühstück (bestehend aus sehr viel Kaffee und ein Stück Apfelkuchen von Paulas Mutter) am Morgen des 17. September packe ich meine Tasche zusammen. Der Fotoapparat muss schließlich mit. Leider soll ich im Laufe des Tages feststellen, dass meine alte Kamera immer schlechter wird und ich dringend eine neue brauche. Nur die Hälfte meiner Fotos ist wirklich etwas geworden.
Meine musikalischen Freunde sind schon längst unterwegs und ich höre draußen die Glocken der Kirchen läuten. Der ‚Tag der Religionen‘ ist eröffnet. Denn es geht bereits vor 14.00 Uhr in ganz Berlin los.

Berlin sprüht vor Magie!
Auch der OTO sowie das Projekt ‚Magic Berlin‚ sind präsent.
Im letzten Jahr habe ich eine Veranstaltung des Eldarings besucht. In diesem Jahr habe ich beschlossen bei den Paganen Wegen und Gemeinschaften vorbei zu schauen. Hier würde sich das magische Leben Berlins versammeln und an unterschiedlichen Ständen, bei Ritualen und Vorträgen vorstellen. Zudem sollte mir auch bald klar werden, dass die Berliner ‚Nacht der Religionen‘ inzwischen eine Strahlkraft hat, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus geht. Denn ich traf alte Freunde und Bekannte, die ich zum Teil seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Aus ganz Deutschland – und darüber hinaus – reisten Menschen mit heidnischer Orientierung an, um sich zu präsentieren.
Das Programm der Veranstaltung spiegelt zum einen das bunte, magische Berlin wieder. Zum anderen stellen sich heidnische Gruppen, die ihre Hauptpräsenz in anderen Bundesländern haben, vor. So präsentierte sich aus dem Bereich der Ordensmagie beispielsweise der Berliner Zweig des OTO mit einem kleinen Informationsangebot, während zu den Veranstaltungen der Reclaiming-Gemeinschaft Reclaimer nicht nur aus Berlin, sondern aus ganz Deutschland angereist gekommen sind. Auch aus unserer kleinen Gruppe der Zaunköniginnen waren einige zum Informationsaustausch gekommen.

Deutschlandweit reisten Reclaimer zur ‚Nacht der Religionen‘.
Da das Areal, auf dem sich die Veranstaltung ausdehnte, viel Platz bot gab es zahlreiche Möglichkeiten mit den Anwesenden in Gespräche zu kommen. Und so war es gar nicht möglich alle Veranstaltungen wahr zu nehmen, da es so viele Angebote gab, dass in zwei unterschiedlichen Seminarräumen zeitgleich gewirkt wurde. Zugleich fanden im Freien diverse Ritualangebote statt.
Leider hatte ich im Vorfeld nicht gewusst, dass die ganze Veranstaltung gefilmt wurde. Auf der Website zur ‚Langen Nacht der Religionen‘ habe ich bedauerlicherweise keine Hinweise auf Filmteams gefunden. Zwar begrüße ich die Idee auf Anfrage Interviews mit den Anwesenden zu führen, aber mir persönlich gefiel es nicht, dass zum Teil auch während der Rituale Filmaufnahmen gemacht wurden. Dies hielt mich persönlich mit davon ab an den rituellen Veranstaltungen Teil zu nehmen. Statt dessen zog ich mich in den ‚Raum der Stille‘ zurück. Dieser Meditationsraum war hingegen ganz und gar nach meinem Geschmack. Hier war ein kleiner Altar errichtet und es gab die Möglichkeit bequem zu sitzen oder zu liegen und einfach einmal auszuspannen.

Lesens- und Hörenswertes.
Kulinarisch gab es eine vorbildliche Versorgung mit Kaffee und Kuchen, die auf Spendenbasis zu bekommen waren. Zudem gab es einen Hexenkessel mit Suppe.
Im Großen und Ganzen ist auch in diesem Jahr zu sagen, dass ein einziger Tag viel zu kurz ist, um in die mannigfache Welt der Spiritualität und Religion einzutauchen, gerade für mich als ’nicht-religiöse‘ Religionswissenschaftlerin! Wieder einmal muss ich eine ‚Woche der Religionen‘ anregen.
Und als wir Zaunköniginnen am Abend ‚gen Heimat aufbrechen, begleitet von den wundervollen magischen Klängen von ‚Peti Songcatcher and Friends‚, die live spielten, da bin ich rechtschaffen erschöpft von all den anregenden, inspirierenden und wundervollen Gesprächen, die ich führen durfte.

Ich habe keine Religion. Ich habe eine Weltanschauung. Ich glaube nicht. Ich mache Erfahrungen.
Übrigens: Im nächsten Jahr findet ‚die lange Nacht der Religionen‘ am 25. Mai statt.
Bleibt neugierig!
