Die Zaunköniginnen
Transformationen benötigen zuweilen sehr viel Zeit. Vom ersten Impuls, bis hin zum Samenkorn, welches aufgeht, können Tage, Wochen, ja zuweilen Jahre vergehen. Dieses Phänomen kenne ich von mir selbst nur zu gut, und so ist vielleicht nicht erstaunlich, dass ich Euch heute ein Projekt präsentieren möchte, welches schon über ein Jahr gärt.
Als Angehörige der großen Familie des Phoenix hatte ich bereits im letzten Jahr erneut eine intensive Begegnung mit dem magischen Feuervogel und seinen Freunden. Damals tauchte zum ersten Mal ein kleines Vögelchen im Zusammenhang mit dem Phoenix auf, welches ich nur zu gut aus anderen mythischen Verbindungen kannte: Der kleine Zaunkönig. Zunächst dachte ich mir dabei nichts, sondern nahm das kleine Kerlchen einfach nur freundlich zur Kenntnis. Was ich noch nicht ahnen konnte, war: Er hatte nicht vor wieder davonzufliegen…
Die jährlichen Treffen der Phoenixfamilie in der wundervollen Sternschnuppe sind für mich stets inspirierend und Impuls gebend. Die intensive magische Arbeit, geführt durch individuelle Inspiration, kompetente magische Leitung und einen absolut vertrauensvollen und sicheren Rahmen, gibt mir oftmals Kraft, die ich in meine Arbeit und meinen Alltag integrieren kann. Doch immer mehr spürte ich, dass ich einen vergleichbaren Raum zu Hause schmerzlich vermisste. Einen Bereich für tiefes, magisches Erleben, einen Bereich für bedingungsloses Empfinden und Fühlen, einen sicheren Raum, in dem Hexen und Zauberer unterschiedlicher Richtungen einander unparteiisch und bewertungsfrei begegnen. Magische Verbindungen zwischen den Traditionen neugierig schlagen zu können und zugleich die Kompetenz zu haben kreativ mit den Impulsen umzugehen, dies ist für mich ein Bereich der Magie, aus dem ich meine Kraft schöpfe.
Zuweilen benötigt ein neues Projekt Anstöße von Außen, manchmal aber ist es auch so, dass Ideen ineinandergreifen wie Zahnräder und die Dinge dadurch in Bewegung kommen. Brighid Kildare, ebenfalls ein Mitglied der weitreichenden Phoenix-Familie, brütete etwas aus. Wir hatten schon oft magisch zusammen gewirkt, sei es bei Workshops, bei gemeinschaftlichen Treffen, beim Phoenixcamp oder vergleichbaren Anlässen. Unsere Vorstellungen und Ideen liefen stets in ähnliche Richtungen und die unterschiedlichen, magischen Hintergründe, die wir beide mit uns brachten, bereicherte die Zusammenarbeit stets. Oftmals spann eine von uns einen Faden, den die andere auffing und weiter führte. Und bald kam uns zu Ohren, dass wir mit unseren Ideen und Vorstellungen nicht alleine waren. Der Zaunkönig zwitscherte uns ein Lied ins Ohr. Ein Lied von Zaunreiterinnen, die er getroffen hatte, die sich ein neues magisches Netzwerk wünschten, an dem sie mitwirken und weben konnten.
Und so ist es nun – nach weit über einem Jahr Vorarbeit – soweit: In Berlin haben sich die Zaunköniginnen gegründet! Alles, was Du über diese bunte Gruppe starker, kraftvoller und magischer Frauen wissen musst erfährst Du auf der Website der Zaunköniginnen!
Bleibt neugierig!
Die vierte Nacht der Religionen
Ich liebe Berlin. Gründe gibt es dafür zahlreiche. Aber einer ist sicherlich die gelebte kulturelle Vielfalt in meiner Heimatstadt. Zahlreiche Kulturen und Religionen existieren hier nebeneinander. Und ich selbst profitiere fast täglich davon. Sei es der Nachmittag bei einer professionellen thailändischen Massage, sei es der Einkauf auf dem deutsch-türkischen Basar oder das Abendessen beim Inder. Mit nur wenigen Schritten kann ich in ein anderes Land eintauchen.
Zum nun vierten Mal spiegelt sich die kulturelle Vielfalt der Stadt in der Langen Nacht der Religionen. Hier gibt es die Möglichkeit die unterschiedlichsten religiösen und spirituellen Gemeinschaften in Berlin kennen zu lernen. Erstmalig sind in diesem Jahr auch diverse Heidnische Gruppierungen mit von der Partie. Unter anderem wird es einen hörenswerten Vortrag von Dr. Victoria Hegner über Hexen in der Großstadt geben und auch Mathias Wenger vom heidnischen Magazin Der Hain wird mit von der Partie sein. Für die Hexegemeinschaft der Reclaimer kommt unter anderem Cassandra von der Sternschnuppe. Auch die Asatruar vom Eldaring warten mit einem Programm auf. Es verspricht also eine bunte Veranstaltung zu werden.
Ich selbst werde an diesem Nachmittag in religionswissenschaftlicher Mission unterwegs sein und Euch sicherlich hier im Blog berichten. Wer von Euch am Samstag, den 29.08.2015 noch nichts vor hat ist herzlich eingeladen einzutauchen in Berlins vielfältige und bunte Welt der Religionen!
Abenteuer in der Muggelwelt: Opfer oder Täter?
Die letzte Woche meines diesjährigen Urlaubes verlief stressig und leicht verstörend. Wir erinnern uns: Mein Neffe ist Gast in meinem Hexenheim. Wir verbringen die Urlaubszeit damit zu zaubern, ich lehre ihn ein paar Tricks und Rezepte und ansonsten gehen wir ins Kino, züchten ein paar Drachen nebenher und genießen das wunderbare Sommerwetter. Klingt traumhaft, wenn nicht… ja, wenn ich nicht letzten Freitag Opfer einer Straftat geworden wäre, die mich ziemlich durcheinander geschüttelt hat. Und das kam so:
Ich besitze einen kleinen Zweisitzer für die Stadt. Hexen erscheint er in der Regel als schnittiger Besen, Muggel erkennen ein smartes, gelbes Auto. Da ich ja in der Großstadt Berlin lebe, habe ich ihn ordnungsgemäß gemeldet, sowohl beim Bundesamt für magische Wesen als auch beim hiesigen Straßenverkehrsamt. Aus diesem Grunde führe ich an meinem smarten Besen ein amtliches Kennzeichen, umgangssprachlich als Nummernschild bezeichnet. Dazu bin ich verpflichtet, auch als magischer Bürger der Stadt. Als ich nun letzten Freitag, kurz vor dreizehn Uhr, mit meiner Mutter von einem Ausflug in die kulinarische Welt meiner schönen Heimatstadt zurück kam, da erlebten wir eine böse Überraschung: Meinem smarten Gefährt waren die amtlichen Kennzeichen entwendet worden. Ja, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die Standard-Schutzzauber nicht erneuert hatte. Als aufgeklärte Hexe und Bürgerin dieser Stadt wusste ich jedoch genau, was zu tun ist! Umgehend informierte ich – zunächst telefonisch – die zuständige Polizeidienststelle. Ich wurde dazu aufgefordert das Fahrzeug unverzüglich dort vorzufahren und bekam für diese Fahrt zur Polizeidienststelle eine Genehmigung. So machte ich mich auf den Weg, fuhr das Fortbewegungsmittel vor und erstattete Anzeige. Das Fahrzeug wurde in Augenschein genommen und ich musste nun umgehend neue Kennzeichen beantragen. Ungünstigerweise war zu diesem Zeitpunkt das Straßenverkehrsamt der Muggel bereits geschlossen. Die freundlichen Polizisten jedoch gaben mir eine Mitteilung für mein Gefährt. Darauf befand sich die Sachbearbeitungsnummer. Sie meinten ich sollte diese Mitteilung sichtbar in mein Fahrzeug legen, so wüsste man, dass das kleine, gelbe Auto Opfer einer Straftat geworden wäre. Über das Wochenende war ich ja handlungsunfähig. Ich solle mir keine Sorgen machen wegen des Ordnungsamtes der Muggel (die ja angehalten sind nicht gemeldete Fahrzeuge – also zumeist Fahrzeuge ohne Nummernschild – zu entfernen).
An dieser Stelle atmen wir kurz durch. Der Sachverhalt: Mein Fahrzeug ist ordnungsgemäß gemeldet. Es ist steuerpflichtig, die Steuer ist entrichtet. Das Fahrzeug ist durch eine Straftat von seinen Kennzeichen gelöst worden. Dies ist der Polizei bekannt und gemeldet, Anzeige ist erstattet. Das Fahrzeug wird vor meinem Nachbarhaus geparkt, mit der gut leserlichen, polizeilichen Mitteilung angeklebt hinter der Windschutzscheibe.
Was macht Eure liebste Bloghexe inzwischen? Es ist Freitag, das Straßenverkehrsamt ist – nach wie vor – zu. Ich müsste am Montag zum Amt und dort mit meiner Anzeige vorsprechen. Dann bekomme ich vom Amt einen Termin, zu diesem Termin müsste ich dort erscheinen und bekäme neue Nummernschilder. Vorgangsdauer? Hier in Berlin – bei völlig überlasteten Ämtern – bis zu mehreren Wochen! Bei Straftaten muss jedoch ’schnellstmöglich‘ reagiert werden. Was auch immer dies heißen mag. Dennoch schafft Eure Bloghexe noch am Freitag das scheinbar Unmögliche!!! Mit ihrem scharfen Geist und der guten Kenntnis der Muggelwelt glaubt sie dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Sie geht zu einem privaten Anmeldedienst und schildert die Situation. Sogleich erhält sie alle nötigen Informationen. In spätestens 10 Tagen sind die neuen Nummernschilder da. Auch die Nummer erhält die Bloghexe schon. Uff. Alles gut, oder?
Wie Ihr Euch vorstellen könnt ist es schon unangenehm genug bestohlen zu werden. Damit verbunden ist viel Aufruhr, Aufwand und Stress. Hinzu kommt eine Portion Geld, die investiert werden muss, um den Schaden wieder glatt zu bügeln. Das Wochenende verlief zudem wenig entspannend und ich startete einige Anfragen, um mir privat einen Stellplatz für mein Auto zu mieten, in der Hoffnung solcherart Unbill in Zukunft zu vermeiden.
Am Montag jedoch dann kam ein böses Erwachen! Ich fand an meinem Fahrzeug eine riesige, gelbe Plakette vom Ordnungsamt (gleich neben der Polizeimitteilung). Sinngemäß: Dieser Wagen sei unverzüglich zu entfernen, ansonsten werde er entfernt und ich habe 10.000 € Bußgeld zu zahlen, da ich eine Ordnungswidrigkeit begehe.
Noch mal zur Info: Ich weiß, dass es nicht statthaft ist ungekennzeichnete Fahrzeuge auf öffentlichen Grund abzustellen. Aus diesem Grunde hat mir die Polizei den Hinweis gegeben die Anzeige im Fahrzeug zu deponieren, um klar zu machen, dass es sich nicht um eine vorsätzliche Ordnungswidrigkeit handelt, sondern um ein Fahrzeug, das Opfer einer Straftat wurde und in dieser Tat wird ermittelt. Die Anzeige ist klar und deutlich lesbar deponiert.
Ich bin schockiert und verwirrt. Also rufe ich die Polizei an und schildere den neuen Sachverhalt. Der Polizist, mit dem ich spreche, ist gelassen und meint, ich solle nichts tun, denn es sei alles okay. Da habe sich bestimmt jemand vertan. Und selbst wenn ich vom Ordnungsamt Post bekäme, so müsse ich nur die Nummer meiner Anzeige bei der Polizei mitteilen.
Irgendwie ist mir trotzdem mulmig. Man droht mir damit meine Fahrzeug zu entfernen. Also beratschlage ich mit der Familie, was zu tun ist. Ihr erinnert Euch: Es ist Montag. Am Freitag wurde ich Opfer einer Straftat. Es ist ein Werktag vergangen, da werde ich vom Ordnungssamt einer Ordnungswidrigkeit bezichtigt. Ich beschließe in die Offensive zu gehen und beim Ordnungsamt anzurufen. Zeitgleich bemühe ich mich weiter um einen privaten Stellplatz. Es ist noch immer Montag, inzwischen nach 12.00 Uhr mittags. Da erreicht man beim Ordnungsamt niemanden… Ich muss einen alten Jeditrick anwenden, um ruhig zu bleiben. Was sind schon die Androhung von 10.000 € Ordnungsgeld und der Verlust eines Fahrzeuges im Anbetracht des unendlichen Universums? Also, in meinem Universum irgendwie doch schon ein ganz schöner Brocken… Ein Schnaps ist doch hilfreicher, als die Jedimeditation… hoffentlich kann ich diesen Fall bald abschließen, ohne Alkoholiker zu werden.
Dienstag früh, ich springe aus dem Bett und beginne direkt mit meinem großangelegten Kommunikationsangriff auf das Ordnungsamt. Ich trinke auch keinen Schnaps vorweg. Natürlich habe ich vorher auch einen Kommunikationszauber gemacht. Und TATSÄCHLICH geschieht das Unglaubliche. Gleich mein erster Anruf bringt Erfolg in Form einer Mitarbeiterin am anderen Ende. Damit hatte ich kaum gerechnet. Für eine Sekunde bin ich regelrecht perplex. Und was ich nun zu hören bekomme zieht mir echt die Schuhe aus. Aber Euch sei gesagt: Eure Bloghexe bleibt nicht nur ruhig und gelassen, sondern auch freundlich und wünscht allen Mitarbeitern des Amtes immer auch einen wundervollen Tag.
Ich schildere meinen Fall. Ihr erinnert Euch (sorry, dass ich mich wiederhole, doch zuweilen vergaß ich es fast selbst): Ich bin Opfer einer Straftat. Die Polizei ist an dem Fall dran. Es gibt eine polizeiliche Ermittlungsnummer. Mein Fahrzeug ist – nach wie vor – ordnungsgemäß gemeldet und versteuert. Ich tue ALLES mir möglich, um das Fahrzeug neu zu kennzeichnen und es von öffentlichem Boden weg zu bekommen. All dies kann ich auch belegen. Und was erfahre ich: Ich habe das Fahrzeug umgehend zu entfernen, ansonsten werde es kostenpflichtig entfernt. Alles andere spiele keine Rolle. Ich weise darauf hin, dass ich das Fahrzeug gar nicht fahren dürfe, da es keine Kennzeichen hat. Da hat das Ordnungsamt eine tolle Idee: Ich könne mir ja rote Kennzeichen besorgen und dann das Fahrzeug weg fahren. Wohin, das hingegen müsse ich selbst wissen. Wenn ich keinen eigenen Grund und Boden besitze, dann vielleicht in den Garten meiner Freundin in Neukölln… die wird sich bestimmt freuen. Ich könnte ihr Schnaps geben, bis es ihr nicht mehr auffällt, was da in ihrem Vorgarten steht…
Zu diesem Zeitpunkt ziehe ich die Konsultation eines Anwaltes ernstlich in Erwägung. Doch zunächst gehe ich wieder zu meinem Meister der Nummernschilder, der alles tut, um mich schnell und zuverlässig mit neuen Kennzeichen auszustatten. Leicht beunruhigt schildere ich ihm meine Abenteuer mit dem Ordnungsamt und sehe dabei, wie seine Gesichtszüge entgleisen. Ich weiß, ich wiederhole mich: Die Polizei hat mir erlaubt den Wagen mit der Anzeigennummer stehen zu lassen, das Ordnungsamt aber behauptet ich begehe eine Ordnungswidrigkeit (und die auch noch grob fahrlässig, da ich ja weiß, dass der Wagen ohne Nummernschildern nicht geparkt werden darf). Und nun soll ich mir ‚rote Kennzeichen‘ holen, um den Wagen zu überführen – zum Beispiel in den Garten meiner Freundin, die davon noch nichts ahnt. Beim Meister der Nummernschilder erfahre ich erstaunliches: Der Hinweis des Ordnungsamtes würde bedeuten, dass ich meinen Wagen abmelden müsste und neu wieder anmelden müsste. Das wiederum würde bedeuten, dass ich eine ECHTE Ordnungswidrigkeit begehe, denn unangemeldete Fahrzeuge dürfen nicht rumstehen. Nummernschild-Meister und ich sind uns einig: Das Ordnungsamt ist im Unrecht, ich im Recht. Aber: Das Ordnungsamt hat die Abschleppmacht. Und ich noch keinen Anwalt.
Es ist Dienstag Vormittag. Ich bin am Ende mit meinem Latein. Doch tatsächlich habe ich so lange bei meinen Nachbarn an den Türen gekratzt, bis ich – für ein paar Tage – einen Stellplatz für meinen Wagen gefunden habe. Und dann tue ich etwas unfassbares: Ich setze mich in mein Auto – ohne Nummernschilder – und fahre los… 40 Meter… über die Straße… in einen Hinterhof… das ist bestimmt ein Verbrechen. Möglicherweise sogar ein schweres, welches nicht mit einer Geldstrafe unter 10.000 €, die ich nicht habe, geahndet wird.
NEIN!!! Scherz beiseite! Selbstverständlich habe ich das Fahrzeug ordnungsgemäß abschleppen lassen!!! Ich möchte mich ja nun keiner Ordnungswidrigkeit schuldig machen!!!
Möchte noch jemand einen Schnaps?
Widerstand gegen Dementoren
Dementoren sind ‚Verdunkler‘, sie gelten als Personifikation der Angst.
In der Magie ist die Integration der eigenen Ängste ein wichtiges Grundthema. Nur wer seine Ängste kennt, ihnen mutig entgegen treten kann und sich ihnen letztendlich stellt, kann sich selbst erkennen. In uns schlummern Urängste, die in unseren modernen Lebensumständen oftmals in verändertem Gewand erscheinen. Die klassischen Urängste sind die Angst zu Verhungern, die Angst vor dem Alleinsein und letztendlich die daraus resultierende Angst vor dem Tod. Diese tiefsten Ängste sind meist die, die oft unerkannt in uns gähren. Durch Projektionen werden sie ins Außen reflektiert und erlangen dort – bleiben sie unbearbeitet – große Macht.
In den Harry Potter Büchern (und Filmen) wird Angst durch die Dementoren versinnbildlicht. Jene Kreaturen, deren Gegenwart ‚jegliches Glück‘ aus Dir saugen und Dir, so Du nicht in der Lage bist sie zu bekämpfen, am Ende die Seele rauben und Dich unbeseelt zurück lassen. Das beschreibt das Wirken unreflektierter und unbearbeiteter Angst ziemlich gut: Du wirst niemanden mehr erkennen. Deine Freunde und die Familie werden Dir fremd, alles scheint Dir feindlich gesonnen zu sein und jedes Wort, welches aufgenommen wird, wird als feindlich empfunden. Wer sich in seinen Ängsten verliert, verliert den Kontakt zu sich sich selbst, zur Außenwelt und bleibt Gefangener seiner Gedankenstrukturen. Beziehungen werden oberflächlich und fade. Oder aber sie werden bis ins Absurde hoch gehoben, so dass sie zum Scheitern verurteilt sind, da das gegenüberstehende Wesen ausschließlich dazu dient eigene Bedürfnisse zu befriedigen und diesen zu dienen. Der Mensch als solcher verschwindet. Magische Arbeit versandet in Ohnmacht oder in Allmachtsphantasien. Der magische Weltenretter und scheinbar ‚Über-den-Dingen‘-Stehende befindet sich hierbei an der Seite des melancholisch, depressiven Pessimisten. Und beide merken es oftmals nicht.
Wie gut, dass es tatsächlich wirksame Mittel gegen Angst, und somit gegen Dementoren, gibt. Und tatsächlich ist eines der Hausmittel – sowohl in der Harry Potter Saga als auch in der magischen Realität – Schokolade. Vermutlich muss ich den wenigsten von Euch etwas über die Wirksamkeit dieses Zaubermittels sagen. Selbst die Muggel-Wissenschaft hat es längst erkannt: Schokolade macht glücklich! Und aus diesem Grunde liegt es doch nahe, dass ich meinem Zauberlehrling heute einmal ein Rezept vermittle, welches nach Schreckmomenten, Alpträumen und bei der Arbeit an den eigenen Ängsten hilft wieder auf die Beine zu kommen.
Selbstgemachte Schokolade! Schmeckt gut und hilft!
Ihr benötigt:
100 g Kokosfett
25 g Erdnussbutter (wer Erdnüsse mag kann auch bis zu 40 g nehmen!)
100 g Puderzucker
50 g reines Kakaopulver
1 Packung Vanillezucker
Zunächst solltet ihr Puderzucker, Kakao und Vanillezucker gut durchmischen und gegebenenfalls sieben. Das Puder sollte sehr fein sein, denn dann ist es einfacher zu verarbeiten.
Das Kokosfett mit der Erdnussbutter schmelzen. Dies kann im Wasserbad geschehen. In unserer Hexenküche benutzen wir dazu ein Stövchen, über dem wir im zugehörigen Kesseltopf das Fett unter ständigem Rühren erwärmen.
Sobald das Fett flüssig ist wird das vorbereitete Kakao-Zucker-Pulver zügig mit dem Schneebesen unter gerührt. Hierbei sollte sehr sorgfältig gearbeitet werden, damit sich keine Klümpchen bilden. Es sollte eine leicht zähflüssige und glatte Masse entstehen. Diese Masse wird dann in Silikon-Pralinenformen gegossen. Wer so etwas nicht zu Hause hat kann auch normale Eiswürfelformen verwenden. Zum Festigen dann wird die Masse in den Kühlschrank gestellt (nicht in die Tiefkühlung!).
Guten Appetit!
Zur Aufbewahrung empfiehlt sich der Kühlschrank.
Wer Erdnüsse nicht verträgt kann ja ersatzweise Maronencreme oder Macadamiacreme benutzen. Köstlich!
Hasta la vista, Dementoren!
Des Zauberlehrlings zweite Stunde: Erfrischung an heißen Tagen!
Der Sommer hat Berlin fest im Griff. Mit Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius war es in den letzten Tagen extrem heiß. Zwar kühlt es sich zur Zeit etwas ab, aber für das kommende Wochenende sind schon wieder Temperaturen jenseits der 30 Grad angesagt. Da bietet es sich an dem Zauberlehrling einmal einen kleinen Küchentrick zu zeigen, der auf allgemeine Begeisterung in meiner Familie stieß. Und das Schöne daran ist: Der Küchentrick lässt sich ganz leicht nachmachen! Dafür bedarf es keiner Hexerei, sondern lediglich eines Mixers und eines Kühlfaches.
Zutaten:
Joghurt (nach Geschmack)
Honig
Obst (wir haben Nektarinen genommen. Gut eignen sich auch Erdbeeren, Heidelbeeren, Melone etc.)
Man nehme die Zutaten, packe sie in den Mixer, mixe sie zusammen und fülle sie in Pralinen- oder Eiswürfelformen. Nun kommt alles in die Tiefkühlung und wird mindestens vier Stunden gekühlt. Dann entnehmen und genießen!
Diese kühle Erfrischung kann man beliebig variieren. So schmeckt sie auch mit Schokoraspeln, es ist auch möglich einen Löffel Nutella mit an die Masse zu machen oder ein Päckchen Vanillezucker. Geschmack und Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Wir haben die kleinen Eistörtchen zum Kaffee bzw. Kakao genossen. Wer Eisformen hat, kann sich auch ein Eis am Stiel zaubern.









